„2-zu-1“-Lösung gibt DJK und RuWa Dellwig neue Perspektive

Anzeige
Neue Perspektive (v.l.n.r.): Klaus Diekmann, Vorsitzender des Ausschusses für Sport- und Bäderbetriebe, Pascal Doll, 1. Vorsitzender RuWa Dellwig, und Lothar Krause, 1. Vorsitzender DJK Dellwig, setzen auf die Aufwertung der Bezirkssportanlage Scheppmannskamp. Fotos: Debus-Gohl
 
Aus zwei mach eins: Ursprünglich sollte die Anlage an der Levinstraße aufgewertet werden, jetzt ist der Scheppmannskamp dran.

In Zukunft könnte der Sport an der Grenze von Dellwig nach Bottrop das Umfeld gestalten: Die Vereine DJK und RuWa Dellwig erhalten im Rahmen der „2-zu-1“-Lösung vielleicht noch vor dem Sommer am Scheppmannskamp einen Kunstrasenplatz. Aber schon jetzt denken die Vereinsvertreter weiter!

„Ich habe selten so viel Stress gehabt“, vergleicht Klaus Diekmann, Vorsitzender des Ausschusses für Sport- und Bäderbetriebe, die Umsetzung der „2-zu-1“-Lösung für die Sportanlagen Levinstraße und Scheppmannskamp mit einem Marathonlauf. Das im Jahr 2006 für ganz Essen initiierte Konzept ist denkbar einfach: Aus zwei alten Sportstätten wird eine moderne, gerne mit Kunstrasenplatz. Ursprünglich sollte die Bezirkssportanlage (BSA) an der Levinstraße aufgewertet werden, doch im August 2016 machte ein Lärmschutzgutachten einen Strich durch diese Rechnung. Die dortige Wohnbebauung ist so nah an der BSA, dass enge Trainingszeiten und kurze Wochenenden die Folge gewesen wären: für zwei Vereine ein Ding der Unmöglichkeit. Stattdessen fiel jetzt die Entscheidung, die 2-zu-1-Lösung an den Scheppmannskamp zu verlegen.

Kicken auf Kunstrasen

„Uns ist wichtig, dass wir Kunstrasen bekommen“, betont Lothar Krause, 1. Vorsitzender DJK Dellwig, „egal an welcher Stelle.“ Das unterstreicht Pascal Doll, 1. Vorsitzender RuWa Dellwig: „Beide Vereine waren dabei auszubluten, ohne Kunstrasen ist es heutzutage einfach schwierig.“ Das frische Geläuf gibt beiden Klubs eine neue Perspektive, mehr Leute könnten wieder Lust bekommen, aktiv zu werden.
Im Rat der Stadt Essen wurde die Maßnahme am 15. Februar beschlossen, die Umsetzung soll schon in diesem Jahr erfolgen: „Es ist auf dem Wege der Ausschreibung“, weiß Sportausschussvorsitzender Diekmann. Die Ausschreibung selbst dauert knapp drei Monate, mit Glück könnte der Kunstrasenplatz also noch vor den Sommerferien fertig sein. In einem zweiten Schritt steht die Sanierung der Umkleidekabinen und Sanitärräume an, damit es genug Platz für Sportler und Zuschauer gibt. Ergänzt werden soll die Anlage schließlich durch einen Grillplatz und einen Kiosk, für das Vereinsheim steht ebenfalls eine Renovierung auf dem Plan: „Um das ganze attraktiver zu machen“, erklärt RuWa-Vorsitzender Doll. Umkleidekabinen und Kunstrasenplatz schlagen jeweils mit rund 550.000 Euro zu Buche, 1,1 Millionen für die Maßnahme insgesamt also.
Die gemeinsame Nutzung der Sportstätte wird ein Wachstumsprozess: „Wir haben schon einmal angefangen, die Trainingszeiten auszuloten“, verrät Doll. Vorbild könnten hier Adler und Union Frintrop sein, die Samstage und Sonntage jeweils aufteilen. Eine Fusion hatten die beiden Dellwiger Klubs aber niemals im Sinn, sie setzen auf partnerschaftliche Zusammenarbeit: „Es gibt Bereiche, die organisieren wir gemeinsam“, erklärt DJK-Vorsitzender Krause. Angedacht sind eine Spielgemeinschaft im Jugendbereich sowie Transfers in allen Altersklassen. Und: „Wir spielen nächstes Jahr in einer Liga, das gibt ein tolles Derby!“

Nutzung umliegender Flächen

Die Aufhübschung der Anlage sehen die Verantwortlichen als Chance, gleich ein neues Gesamtkonzept fürs Umfeld zu entwickeln. So wäre der moderne Treff mit Freibad, Sport- und Gesundheitszentrum sowie Kunstrasenplatz eine super Visitenkarte für Besucher aus Bottrop. „Wenn es zu Engpässen kommt, könnte man vielleicht die umliegenden Flächen nutzen“, spinnen die Vereinsvorsitzenden ihre Ideen weiter. Denkbar für zusätzliche Parkmöglichkeiten wären sowohl der Klaumerbruch wie auch das Gelände an der Prosper-/Ecke Rauchstraße. Im vergangenen Jahr plante die Stadt Essen hier eine Containersiedlung mit knapp 150 Plätzen für Flüchtlinge und ließ deshalb sogar in einer Nacht- und Nebelaktion Bäume und Sträucher auf der Fläche roden. Seitdem ist nichts passiert, das Gelände wuchert still vor sich hin. Aus zwei mach eins: Ursprünglich sollte die Anlage an der Levinstraße aufgewertet werden, jetzt ist der Scheppmannskamp dran.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.