Aldi soll nach Essen-Frintrop kommen

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In Frintrop soll ein moderner Aldi-Markt entstehen. Die Zufahrt zu Parkplatz und Eingang wird zwischen 12 und 15 Metern Breite angelegt. Die angrenzenden Hausfassaden werden dem Neubau optisch angeglichen. Bild: Wierig Immobilien GmbH
 
So sieht der Ist-Zustand in Frintrop aus. Das linke Haus wird abgerissen, die rechten beiden sollen saniert werden. Foto: Winkler
Essen: Aldi Frintrop |

Seit Ende Februar liegt der Bauantrag vor. „Allerdings ist er noch nicht abschließend geprüft“, erklärt Detlef Robrecht, Abteilungsleiter im Amt für Bauaufsicht, in der Borbecker Bezirksvertretung. Dort wurden die Pläne des Investors jetzt vorgestellt.

Die Rede ist von dem geplanten Discounter-Neubau an der Frintroper Straße. Die Firma Aldi möchte sich dort ansiedeln. Die Verwaltung steht den Plänen positiv gegenüber.
„Davon kann der gesamte Einzelhandel in Frintrop profitieren. Viele Lebensmittelkunden werden die Gelegenheit nutzen, nach ihrem Besuch bei Aldi weitere Einkäufe im Stadtteil zu erledigen.“ Geplant ist ein eingeschossiger, in Teilbereichen auch zweigeschossiger Neubau. Auf 1.000 Quadratmetern sollen die Kunden zukünftig in Frintrop einkaufen können, 71 Stellplätze werden auf dem Gelände zur Verfügung stehen.

„Der neue Markt entspricht den Ansiedlungsregeln des Masterplans Einzelhandel“, so Robrecht weiter. Die Verwaltung sei sicher, dass der Aldi das C-Zentrum Frintrop stärken werden. „Discounter sind erwiesenermaßen Frequenzbringer“, so Robrecht, „und sie sichern die Nahversorgung.“
Die Verwaltung hat ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben. „Darin ist von 80 Fahrbewegungen pro Stunde die Rede“, erläuterte Dieter Schmitz vom Amt für Straßen und Verkehr. Er sehe durch die Ansiedlung keinerlei emissionsrechtliche oder verkehrsrechtliche Probleme auf Frintrop zu kommen. „Die Belastung schaffen die Straßen.“

Rechts rein, rechts raus

Durch die vorgegebene „rechts rein/rechts raus“-Regelung will die Verwaltung an- und abfließenden Verkehr regeln. Die Anbindung erfolgt laut Bauantrag ausschließlich über die Frintroper Straße.
Und genau hier sehen die Anwohner auch die größten Probleme. „Schon an das Linksverbot an der Straße Himmelpforten hält sich kaum jemand, dann wird das hier auch nicht anders“, gibt Wolfgang Neff im Rahmen einer Bürgerversammlung, zu welcher der SPD-Ortsverband eingeladen hat, zu bedenken. „Anfangs kontrolliert dort das Ordnungsamt, und dann?“ Diese Sorge kann die Verwaltung den Frintropern nicht nehmen. „Die Umwege sind notwendig“, so Robrecht, so dürfe es zum Beispiel keine Beeinträchtigung der Straßenbahnlinie geben. „Es ist nicht optimal“, räumt er Verständnis für die Einwände ein, jedoch, man könne in eine solche Planung ein verkehrswidriges Verhalten nicht einkalkulieren. Ebenso teile er nicht die Sorgen um eine erhöhte Gefahr für Kinder und ältere Menschen. „Die zusätzliche Verkehrsbelastung ist marginal“, entnimmt er den vorliegenden Fach-Gutachten wie auch vorhandenen Erfahrungen von anderen Standpunkten, und das betreffe ebenso die Emissionen. „Wir leben eben in einer Großstadt!“

Bürger finden Aldi gut

So trauert auch nur eine Minderheit der versammelten Frintroper um den vermeintlich gefährdeten „dörflichen Charakter“ des Ortsteils. „Es ist gut, dass Aldi kommt“, freuen sich die meisten Anwohner über die Aussicht, dass sich eine Filiale der bekannten Kette in direkter Nachbarschaft ansiedelt. Bisher sind es mit Netto und Plassmann nur zwei Lebensmittelgeschäfte, die sich in gut erreichbarer Nähe befinden. Ein großer, zeitgemäßer Discounter, der fehle dem Gebiet, weiß Marc Wierig von der für die Planung zuständigen Wierig Immobilien GmbH. Schließlich zeigten Kundenbefragungen, dass die Bürger sonst in die weiter entfernten Verkaufsgebiete Wolfsbankring, Donnerstraße, Mellinghofer- oder Aktienstraße abwandern.
Und der Umgebung könne es auch nicht schaden, weiß der Fachmann, der noch weitere Ladenlokale in Frintrop vermieten möchte. „Mal ganz ehrlich: Goldankauf oder Thai-Massage bedienen doch nicht wirklich die Bedürfnisse einer guten Nahversorgung?“, versucht er seine Pläne den Anwesenden nahe zu bringen. „Ein neuer Drogeriemarkt nach der Schließung von Schlecker“, fallen sogleich Vorschläge. Neff stimmt in die Grundsatzidee voll ein: „Ohne einen solchen Magneten kommen wir hier nicht aus.“ Und auch die Verwaltung weiß, wie wichtig es ist, diese von den „grünen Wiesen“, den abgelegenen Gewerbegebieten zurück in die Zentren zu bringen.

Um für den Neubau - architektonisch kein Schmuckstück, aber dennoch modern und von zeitloser Optik - an der Frintroper Straße 418 bis 422 Platz zu machen, wurde mit fünf Grundsstückseigentümern verhandelt. Das Gebäude, in dem derzeit noch eine Fahrschule beheimatet ist, wird, sollte der Bau - und das ist wahrscheinlich - kommen, abgerissen. Das Haus, in dem die Pizzeria sitzt, sowie das Nebengebäude werden dann saniert und optisch an die Aldi-Fassade angeglichen.

Geschrieben von Christa Herlinger und Sara Holz
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 19.03.2013 | 22:02  
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