BV IV im Schloss Borbeck: Flüchtlinge und Pflegewerk

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Statt des Rötterhoven soll jetzt das Gelände Im Fatloh zur Unterbringung von bis zu 400 Flüchtlingen genutzt werden. Karte: Stadt Essen
Essen: Schloss Borbeck |

Mit einem Paukenschlag wird am kommenden Dienstag, 9. Februar, die Sitzung der Bezirksvertretung IV im Schloss Borbeck eröffnet: Im Vorfeld, ab 16.30 Uhr, will die Bürgerinitiative „Rettet das Hexbachtal“ erneut gegen die Pläne der Stadt Essen zur Unterbringung von Flüchtlingen demonstrieren. Im Bezirk IV sind sowohl bis zu 400 Plätze auf dem Gelände Im Fatloh/Ziegelei Schacht Kronprinz als auch 200 in der Borbecker Neustraße angedacht. Skepsis an den Plänen äußerte jetzt bereits der Landschaftsbeirat.

Kaum ein Thema bewegt die Bezirke der Stadt Essen in den letzten Wochen so sehr, wie die Pläne zur Unterbringung von Flüchtlingen: Plötzlich gibt es Grabenkämpfe Nord gegen Süd, Landschaftsschutz gegen sozialen Brennpunkt. Zur Vorlage im Rat waren die neuen Pläne am 27. Januar, jetzt tingeln die Vorschläge zur Anhörung durch die Bezirksvertretungen. So auch am kommenden Dienstag durch die BV IV.
Schon seit der ersten Veröffentlichung der Standorte ist das Hexbachtal ein Thema, zunächst mit der Grünfläche am Rötterhoven, seit der Vorlage vom Januar mit dem ebenfalls landschaftlich geschützten Areal auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei Schacht Kronprinz. Die Bürgerinitiative „Rettet das Hexbachtal“ will diese Pläne verhindern. Als symbolischen Protest „beschirmten“ sie deshalb vor knapp zwei Wochen das Gebiet. Unterstützung erhält das Bündnis jetzt vom Landschaftsbeirat, der in seiner Sitzung vom 1. Februar kein grünes Licht für die Bebauung gab. Abgewogen wurde hier die Bedeutung als Landschaftsschutzgebiet gegen das öffentliche Interesse, Obdachlosigkeit zu verhindern. Für die Entscheidung im Rat ist der Negativ-Beschluss nicht bindend.
Weiterer Tagesordnungspunkt der BV IV ist das Pflegewerk des seit 2012 unter Denkmalschutz stehenden Schlossparks Borbeck. Ziel der Maßnahme ist, einen Spagat zwischen Erhalt der historisch gewachsenen Gartenstruktur und der heutigen Nutzung zu schaffen. Geplant sind dazu beispielsweise die Pflege der Gewässerungsstrukturen oder die stufenweise Aufforstung des Baumbestands nach den Schäden durch Pfingststurm Ela. Eine Wiederherstellung historischer Bauwerke wird nicht empfohlen, stattdessen soll eine zeitgemäße Nutzung angepeilt werden. Entschieden wird am 24. Februar im Rat.
Sorge bereitet der CDU-Fraktion die Verkehrssicherheit an Wert- und Zugstraße, Ecke Dellwiger Straße. Aktuell sei die Situation dort zu unübersichtlich, gleichzeitig würden täglich mehrere Bewohner des Hauses Baasstraße des Diakoniewerks Essen die Kreuzung queren müssen. Als einfache Entschärfung schlägt der Antrag eine Absperrung zwischen den bereits bestehenden Pollern vor.
Die Sitzung der Bezirksvertretung IV beginnt am Dienstag, 9. Februar, um 17 Uhr im Residenzsaal des Schloss Borbeck, Schlossstraße 101 bis 103. Die Demo der Bürgerinitiative findet ab 16.30 Uhr vor dem Schloss statt.
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