Frintrop:Ein Fest für das Flüchtlingsheim in der früheren Walter-Pleitgen-Grundschule

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Das Schönebecker Jugenblasorchester im Einsatz auf dem Schulhof im Neerfeld. Flüchtlinge wie Einheimische brauchen gute Musik, wenn sie den schweren Alltag in der Woche fröhlich überstehen wollen - gemeinsames Klatschen hilft immer.
Essen: Frintrop | Das alltägliche Leben der Flüchtlingsfamilien in den Klassenräumen der früheren Walter-Pleitgen-Grundschule in Frintrop ist anstrengend und geräuschvoll. An diesem Samstag, dem 19.September ist es zwar besonders laut und troubelig, aber trotzdem wird den BewohnerInnen des Flüchtlingsheim am Neerfeld dieser Tag sicher sehr angenehm in Erinnerung bleiben.
Viele BesucherInnen und UnterstützerInnen aus dem Stadtteil veranstalteten gemeinsam mit den Flüchtlingen einen Festtag - sebstgemachter Kuchen, vorbereitete Suppen, Fladenbrote , Würste und allerhand andere Leckereien sorgten als Spenden für gute Stimmung. Gemeinsames Tanzen war angesagt und fand schließlich auch ohne die eigentlich vorgesehene Musikanlage statt - bei bester Stimmung konnte tatsächlich auch ein kleiner Radio-Recorder musikalisch aushelfen. Die wahre und echte Musik kam schließlich wenig später von den Mädchen und Jungen des Schönebecker Jugendblasorchesters, die über eine gute Stunde fröhlichen Rythmus über den Schulhof erschallen ließen.
Dass die BewohnerInnen in der Vergangenheit auch bereits so manche unfreundliche Demonstration von Pro NRW oder irgendwelchen anderen rechtsextremen Gruppierungen ertragen mußten, ist an einem solchen Tag schnell zu vergessen.
Zum Glück ist es bisher in Frintrop wie auch in anderen essener Stadtteilen dabei geblieben - zwar gibt es manchmal fremdenfeindliche Anwohner, oder auch islamophobe Gruppen in der Nachbarschaft. Die Mehrheit haben aber immer noch diejenigen BürgerInnen, die mit Runden Tischen oder in anderen Zusammenschlüssen dafür sorgen, dass auch in Flüchtlingsunterkünften ein menschenwürdiges Leben möglich ist.
Ob Menschen deshalb fliehen, weil sie akut von Bomben bedroht sind, oder weil sie nicht im alltäglichen Elend verecken wollen - beides ist ihr Menschenrecht. Eine gute deutsche Außenpolitik, die nicht die Exportleistung als ausschließlichen Wertmaßstab nimmt, kann mit dafür sorgen, dass die Kriegs- und Elendsgebiete weniger werden. Das wäre keine Zauberei, sondern eine politische Richtungsentscheidung, die unser Land als eines der bedeutendsten Industrieländer von Fall zu Fall immer treffen kann.
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