Gas, Wasser, Schei...: Bocholder Straße bald dicht

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Die Bocholder Straße aus dem Kopf streichen: Im Großraum Borbeck bauen die Stadtwerke Essen. Archivfoto: AMü

Jede Menge Sitzfleisch, eine gute Portion technisches Knowhow und eine abgeschlossene Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur waren am vergangenen Dienstag Voraussetzung für die Teilnahme an der 16. Sitzung der Bezirksvertretung IV. Die Stadtwerke Essen starten im Großraum Borbeck in den nächsten Monaten zahlreiche Bauprojekte, Anwohner und Bürger können sich auf lange Umwege einstellen.

Soso, aus hydraulischen Gründen wird der Nenndurchmesser des Mischwasserkanals zwischen Wüstenhoferstraße und Mühlengrund also auf 800 respektive 1000 Millimeter vergrößert? Bevor es in der 16. Sitzung der BV IV endlich ans Eingemachte ging, wurde zunächst Verwaltungsbeamtin Möller verabschiedet, die in den vergangenen Monaten die Arbeit des Gremiums unterstützte. Als Präsente gab's einen Umschlag und einen opulenten Strauß: „Ich packe die Blumen nicht aus“, spannt Helmut Kehlbreier, Bezirksbürgermeister Bezirk IV, die Kollegen auf die Folter, „ich zeige sie nur einmal im Rund!“

Aus dem Kopf streichen!

Ganz, ganz großes Thema der Sitzung war die Kombibaumaßnahme Verlegung von Kanal- und Versorgungsleitungen der Stadtwerke Essen auf der Bocholder Straße. Startschuss für die gesamte Maßnahme wird Januar 2017, 15 Monate sind allein für die Erneuerung von Gas- und Wasserversorgungsleitung im Abschnitt Mühlengrund und Wüstenhöferstraße eingeplant, direkt danach geht’s mit der Entwässerung im gleichen Bereich los. Diese Arbeiten schlagen mit 18 Monaten zu Buche. Gleichzeitig läuft ab September 2016 die Kanalbaumaßnahme Mühlengrund, die satte 28 Monate in Anspruch nimmt. Abhängig ist die Aktion zusätzlich vom Fortschritt der Maßnahme Borbecker- und Schlossstraße.
Gerade die Verkehrsführung bereitete den Verantwortlichen im Vorfeld Sorgen, drei Planungstreffen waren diesem Thema gewidmet. Trotzdem ist eine Vollsperrung der Bocholder Straße nicht zu vermeiden. Betroffen ist davon der Bereich Wolfsbank- bis Otto-Brenner-Straße. „Ich hab' schon gespeichert: Ab 2017 die Straße aus dem Kopf streichen“, kommentiert Thomas Mehlkopf-Cao, Fraktionsvorsitzender CDU in der BV IV, den Maßnahmenkatalog. Genauer wissen möchte es Dr. Thorsten Drewes, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen in der BV IV: „Warum muss das so lange dauern? Warum in Abschnitten und nicht gleichzeitig?“ Die Maßnahme so beschleunigen kann man nicht, weil das Verkehrsaufkommen einfach zu groß ist und deshalb umgeleitet werden muss. Einigkeit zwischen den Bezirkspolitikern herrschte darüber, dass angesichts des enormen Umfangs der Maßnahme eine Bürgerversammlung stattfinden muss.
Ähnlich monumental sind die Arbeiten, die Stadtwerke Essen und Emschergenossenschaft im Rahmen der Renaturierung der Köttelbecke planen. Im Zusammenhang des ruhrgebietsweiten Großprojekts steht ebenfalls die Entflechtung von Barchem- und Plausmühlenbach auf dem Plan. 13 Monate wird die Maßnahme dauern. Auch zu diesen Arbeiten wird eine Bürgerversammlung anberaumt, Einschränkungen fürs Freibad Hesse wird es nicht geben, weil das Projekt in der betriebsfreien Zeit durchgeführt wird.

Korrekturen

Charakter bewies die Bezirksvertetung IV schließlich am Ende der Sitzung: Das Gremium korrigierte einen Antrag, der aus einer der drei Fahrspuren an der Kreuzung der Frintroper Straße/Rabenhorst/Im Wulve einen reinen Linksabbieger gemacht hat. In der Praxis erwies sich die Maßnahme als nicht praktikabel. „Ich finde es gut, dass die Bezirksvertretung den Mut hat, diese Fehlentscheidung zurückzunehmen", lobt auch CDU-Ratsherr Klaus Diekmann seine Kollegen.
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