Neubau am Kloster Emmaus

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Es wird ernst mit der Baumaßnahme in Schönebeck. In diesen Tagen wurden im Klostergarten die ersten Bäume gefällt.
 
Zwischen 200 und 300 Jahre werden die ältesten Baumriesen wohl gewesen sein, die jetzt für den Neubau weichen müssen.

Die Arbeiten haben begonnen. Und nun zeigen sich Bewohner des Altenheimes und Schönebecker Bürger entsetzt über das Ausmaß. Insbesondere das Fällen uralter Bäume und die unwiederbringliche Beseitung des Parks führt zum Staunen mit offenem Munde.

Es ging nie darum, den Bau zu verhindern. Um aber einige Befüchtungen deutlich zu machen, füge ich einen Auszug aus einem Brief bei, den ich einigen Schönebecker Bürgern einmal zugesandt habe:

Bei so einem großen Objekt wäre es geschickter gewesen, die Nachbarn
„frühzeitig ins Boot zu holen“.

Es geht doch auch anders

Vorbildlich ist das zum Beispiel beim Neubau an der Frintroper Straße
gewesen (Berta-Krupp-Haus). Mit allen beteiligten Personen haben Gespräche
stattgefunden und ca. 29 Wünsche von Beteiligten wurden berücksichtigt.
Auch die Personen, die von der Unterstraße zur Frintroper Straße
umziehen mussten, waren zu jedem Zeitpunkt informiert (mündlich, schriftlich,
mit Skizzen, Bildern usw.)
Es wurden sogar die Umzugskosten und die Kosten für eine Kochnische
übernommen.
Ich hätte mir Transparenz gewünscht. (Es wäre, aus psychologischer Sicht,
doch auch viel klüger gewesen. Man wäre sich hier und da entgegenge-
kommen und was nicht geht, geht eben nicht. So hat es den Geruch
„der Arroganz der Macht“: wir dürfen da bauen und damit basta.)

Andere Lage wäre vernünftiger gewesen

So, wie das Gebäude geplant ist, führt es zu einer vermeidbaren Beeinträchtigung
der Benutzer und der Anlieger der Bonnemannstraße.
Eine andere Lage des Baus auf dem Gelände wäre vernünftiger gewesen.

Die Zufahrt für den gesamten Lieferverkehr und den zukünftigen Verkehr
zur Baustelle führt wieder durch die Bonnemannstraße.
Etliche Firmen haben nur noch Kfz, die eine Gesamtmasse von bis zu
40 Tonnen haben (siehe Bilder). Die Anfahrt durch die Bonnemannstr. und
die Einfahrt in den Wirtschaftshof führen immer wieder zu Problemen für Fahrer
und Anlieger.
Die Zufahrt über die Schönebecker Straße anzulegen, wie es auch
vor Jahren einmal versprochen worden war, wäre sinnvoller gewesen.

Zufahrt nur durch die Bonnemannstraße

Als vor Jahren die Bonnemannstraße neu gepflastert worden ist, sollte sie in
Höhe des Kinderspielplatzes gesperrt werden. Das wäre wegen des Spielplatzes,
wegen des „Bolzplatzes“, wegen des Spaziergängerverkehrs, wegen der alten
Leute mit ihren Rollatoren und wegen der Kinder der Anlieger sinnvoll gewesen.
Die Sperrung wurde von einem schönebecker Politiker mit vordergründiger
Begründung verhindert (ich kenne den wahren Grund).
So wird die Bonnemannstraße als Abkürzung zur Aktienstraße und damit zur
Autobahn benutzt.
Die Stadt hat selbst durch Messungen festgestellt, dass sich
niemand (ausgenommen ein paar Anwohner) an die zulässige Höchst-
geschwindigkeit hält.
Die „Wendekreispflasterung“ kann man heute noch in der Bonnemannstraße
besichtigen.

Stellplätze reichen schon heute nicht aus

Die Stellplätze für Kfz in der Umgebund des Altenheims (Personal,
Besucher, Anlieger) reichen heute schon nicht aus.
Wie das zukünftig aussehen soll, kann heute noch niemand sagen.
Eine Möglichkeit wäre vielleicht gewesen, in Verbindung mit der Zufahrt von
der Schönebecker Straße aus die Abstellflächen zu vergrößern.
(Vor Ihrer Haustüre ist es ja auch „sehr eng“.)

Architektur passt nicht in die Landschaft

Als ich einmal erwähnte, dass die Architektur des Gebäudes überhaupt nicht
in die Landschaft und zur Nutzung (Kloster, Verwaltung Kloster) passen würde,
sagte eine ältere Dame spontan: „Das sieht ja aus wie eine Fabrikhalle.“
Tatsächlich ist das Industriestil der 60er Jahre.

Welch eine verpasste Chance !

!
Mit etwas Stilempfinden hätte man ein „Jahrhundertbauwerk“, das dem Orden
(Kloster), dem Altenheim und Schönebeck zur Ehre gereicht hätte, planen
können. Es hätte sich besser in den Park einfügen können, wäre sicher nicht viel
teurer geworden und man hätte sich als Schönebecker Bürger damit
identifizieren können.

Blick auf Baustelle

3 Jahre werden wir hier wie auf einer Baustelle leben müssen (2 Jahre Neubau,
1 Jahr Umbau) und der gesamte Bauverkehr mit schwersten Kfz führt über die
Bonnemannstraße.
Ich befürchte nun, dass die Bonnemannstraße anschließend erneuert werden
muss. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden dann die
Anlieger wieder von der Stadt „zur Kasse“ gebeten.
Wir werden allerdings ein Beweissicherungsverfahren vor Beginn der Bauarbeiten
durchführen, damit später der Verursacher der Schäden zur Verantwortung
gezogen werden kann.

Konflikt auf sachlicher Ebene austragen

Von welcher Seite es auch immer in die Welt gesetzt worden ist, aber die
Anwohner der Bonnemannstraße werden in letzter Zeit regelrecht verunglimpft.
Wäre man besonders kritisch, so könnte man sogar von Verleumdung (§ 187
StGB) und übler Nachrede (§ 186 StGB) sprechen.
„Sie wollen doch wohl nicht mit juristischen Mitteln verhindern, dass die
Schwestern wieder nach Schönebeck kommen.“
Bauen ist nun mal ein „juristisches Großprojekt“. Es sind die unterschiedlichsten
und manchmal kollidierenden Interessen zu berücksichtigen, wie
z. B. Städteplanung, Umweltschutz, Bauvorschriften, Grundstücksfragen,
Interessen der Öffentlichkeit, Interessen des Bauherrn, Interessen
der Nachbarn/Anreiner usw. usw.
Es liegt nun mal in der Natur der Sache, dass die Interessen eines Bauherrn nicht
immer die Interessen des Nachbarn sind.
Diesen Konflikt auf sachlicher Ebene unter Wertschätzung der Meinung des
anderen auszutragen, sollte unter vernunftbegabten erwachsenen Menschen
möglich sein.

Keiner ist gegen die Rückkehr der Schwestern

Ich kenne niemanden, der gegen die Rückkehr der Schwestern nach
Schönebeck ist, aber über die Art und Weise wie es durchgeführt
wird, lässt sich trefflich streiten.
Ich akzeptiere auch die wirtschaftlichen Interessen der Unternehmung
des Altenheimes, aber Gewinnstreben geht auch stilvoller unter Vermeidung
unnötiger Konflikte. So wie es durchgeführt wird, ist es nicht sehr
professionell.
Natürlich muss der Orden auch wirtschaftlich Handeln. Aber da hätte
ich doch mehr Empathie gegenüber ihren zukünftigen Nachbarn
erwartet.
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