Weg mit dem Mief! Grüne Hauptstadt möbelt Bezirk auf

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Kein schöner Empfang in der Grünen Hauptstadt: Der Containerstandort Bahnhof Bergeborbeck war als möglicher Ort zur Aufwertung angedacht. Foto: Müller

Der Großraum Borbeck macht einiges her: Majestätisch thront das Schloß Borbeck über dem Stadtteil, die Grenze zu Mülheim säumt das idyllische Hexbachtal. Doch auch im Bezirk IV gibt's die eine oder andere Problemecke. Der Green Capital Day 2017 gibt Bezirksvertretungen mit einer Finanzspritze die Gelegenheit, solche Orte aufzuwerten.

Es ist eine Ehre, ja ein Privileg: „Wir spielen hier in der Champions League Europas“, frohlockt Matthias Sinn, Leiter des Umweltamtes der Stadt Essen und Projektleiter Green Capital. Mit der Grünen Hauptstadt 2017. Bestätigung gibt's auch von seinem Chef, Oberbürgermeister Thomas Kufen: „Mit unserer Wandlungskompetenz sind wir Vorbild für viele andere Städte in Europa.“ Wandlungskompetenz wird geboten und ist in einigen Stadtteilen auch gefordert, will man das blitzeblanke Image der Grünen Hauptstadt glaubwürdig verkaufen.

Höchstbetrag aufbringen

„Wer in Bergeborbeck aus dem Zug aussteigt, wird von Green Capital nichts mitbekommen“, weiß beispielsweise Ulrich Schulte-Wieschen, Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksvertretung IV. Der Bahnhof an der Hafenstraße ist nicht die einzige problematische Ecke im Großraum Borbeck. Gelegenheit eben solche Orte aufzuwerten gibt eine mögliche finanzielle Unterstützung im Rahmen eines „Green Capital Day“. Einer oder mehrere Orte mit verborgenem Potenzial können damit aufgewertet werden, Voraussetzung ist, dass es sich um ein Grundstück der Stadt Essen handelt. Von der Bezirksvertretung investierte Mittel für einen solchen Ort werden im Rahmen der Aktion verdoppelt, der Höchstbetrag liegt bei insgesamt 50.000 Euro. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir den Höchstbetrag aufbringen“, glaubt Thomas Mehlkopf-Cao, Fraktionsvorsitzender CDU in der BV IV. Umgesetzt werden die entsprechenden Maßnahmen von der Essener Arbeit-Beschäftigungsgesellschaft mbH (EABG), je nach Umfang des Projekts dauert die Aktion rund eine Woche.
„Wir sind uns sicher, dass es keine Stelle in Schönebeck sein wird“, ahnt SPD-Chef Schulte-Wieschen schon. Bereits im Vorfeld hatten die Fraktionen der Bezirksvertretung IV zwecks Standortbestimmung die Köpfe zusammengesteckt, berücksichtigt werden sollen gerade benachteiligte Stadtteile mit sozialem Gefälle. Der miefige Bahnhof Bergeborbeck fällt flach, weil nicht die Stadt Eigentümer ist, sondern die Deutsche Bahn.

Soziale Verantwortung

Abhängig von der für einen Vorschlag verfügbaren Zeit – vor Redaktionsschluss konnten die Verantwortlichen keine Frist nennen – können sich die Lokalpolitiker auch die Beteiligung der Bürger vorstellen: „Das wäre sehr sympathisch“, findet Mehlkopf-Cao. „Die Leute, die diese Plätze nutzen sind gefragt“, stimmt Umweltamtsleiter Sinn zu. So ließe sich eine Bindung zu diesem Ort schaffen, fehlende soziale Verantwortung, wie beispielsweise am verwahrlosten Containerstandort am Bergeborbecker Bahnhof, gebe es nicht. Zunächst werden aber Arbeitsgruppen gegründet, in denen geeignete Orte ausgeguckt werden: „Ich halte das für den besten Weg“, erklärt Schulte-Wieschen.
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