AkzepTANZ im Alltag

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Ingo Behr, Koordinator Fachbereich Demenz bei der Diakoniestationen Essen gGmbH, Geschäftsführerin Martina Pollert, Gabriele Leggereit, stellvertretende Gesamtpflegedienstleitung, Thomas Püttmann-Lentz von der Tanzschule Lentz in Frintrop und Jakob Schäfer, Leiter der Diakoniestation, stellten das Projekt vor. (Foto: Winkler)

In Deutschland leben aktuell 1,4 Millionen an Demenz erkrankte Personen, in Essen sind es rund 9.000. Jährlich kommen rund 2500 neue Fälle hinzu. Bis 2050 soll sich die Zahl der Betroffenen sogar mehr als verdoppeln.

Betroffene sowie Freunde und Verwandte sind auf Hilfe angewiesen, um Kontakten und sozialen Begegnungen nachgehen zu können. Die Diakoniestation Frintrop möchte in Kooperation mit der Tanzschule Lentz an Erinnerungen und das rhythmische Bewegungsbedürfnis von Menschen mit Demenz anknüpfen.

Tanzen in Frintrop

Unter dem Motto „Tanzen in Frintrop“ sind ab dem 21. Juni künftig einmal im Monat an Demenz erkrankte Menschen und deren Bezugspersonen eingeladen, gemeinsam das Tanzbein zu schwingen. Mit jeder Menge Spaß sollen die demenziell Erkrankten zurück in die Normalität geführt werden.
„Demenzkranke werden oft nicht gesellschaftskonform behandelt, werden ausgegrenzt“, weiß Ingo Behr, Koordinator des Fachbereichs Demenz bei der Diakoniestationen Essen gGmbH. „Genau da wollen wir ansetzen, indem wir Menschen mit und ohne Demenz durch Bewegungen zusammenführen. Betroffenen wollen wir so vor allem die Angst vor dem Schritt nach draußen nehmen“, erläutert Behr die Grundidee.

Offener Umgang mit der Krankheit

Ein offener Umgang mit der Krankheit und den Erkrankten steht ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste der Organisatoren. „Angehörige und Freunde schämen sich oftmals in der Öffentlichkeit für das Verhalten der Betroffenen.“ Das sorge dafür, dass die Beteiligten lieber kein Risiko eingehen und letztendlich alleine zu Hause bleiben, um möglichen Peinlichkeiten aus dem Weg zu gehen. „Wenn man Nachbarn, Freunden und Bekannten jedoch die Situation erklärt, wird man auf Verständnis treffen, bringt ein Stück Normalität in den Alltag.“
Tanzlehrer Thomas Püttmann-Lentz hat bereits Erfahrungen mit geistig und körperlich behinderten Menschen sammeln können. „Musik verbindet und hat somit eine integrative Wirkung auf Betroffene und ihre Umgebung - und das nicht nur auf dem Parkett“, weiß er.

Schritte zu Hause nachtanzen

Die Teilnehmer sollen Schritte erlernen, die sie auch zu Hause nachtanzen können, um angespannte Situationen aufzulösen. „Der Kurs ist ein stetiges Spiel zwischen Aktion und Reaktion. Sobald sich die Teilnehmer nicht mehr wohl fühlen, werden andere Songs gespielt oder andere Tänze getanzt. Dabei werden neben alten Klassikern, die die Menschen an frühere Zeiten erinnern, auch neue Lieder, die gute Laune verbreiten, gehört.“

Damit keine Langeweile aufkommen kann und jeder das macht was er will, steht neben dem freien Tanzen auch richtiger Unterricht auf dem Programm. „Egal ob in der Gruppe oder mit einem Partner, gemeinsam werden zu der Musik passende Schritte gelernt und umgesetzt“, so Püttmann-Lentz.
Jakob Schäfer, Leiter der Diakoniestation Frintrop, findet das Gesamtpaket des im Ruhrgebiet einzigartigen Projektes optimal. „Während der Tanznachmittage können Kontakte und Freundschaften geknüpft werden, alte Erinnerungen werden wieder lebendig und können ein wenig Freude in den oft depressiven Alltag bringen.“

Teilnahme nur in Begleitung


Anmelden kann man sich zu dem Kurs, der am Freitag, 21. Juni, zwischen 15 und 17 Uhr stattfindet, unter Tel
. 87700810.
Erscheinen sollte jede an Demenz erkrankte Person in Begleitung. Die Kosten belaufen sich pro Teilnehmer auf 7,50 Euro. Getanzt wird in der Tanzschule Lentz an der Frintroper Straße 411.
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