Ambulanter Hospizdienst Cosmas +Damian in Borbeck begleitet Menschen auf letztem Stück ihres Lebensweges

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Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter des ambulanten Hospizdienstes gibt es regelmäßig das Angebot von Supervision und Fortbildungen. (Foto: Winkler)
 
Judith Kohlstruck leitet seit Oktober 2013 den ambulanten Hospizdienst in Borbeck. (Foto: Winkler)

Menschen auf dem letzten Stück ihres Lebensweges zu begleiten, ihnen zuzuhören, ihre Ängste auszuhalten, einfach bewusst für sie da sein. Zugegeben, es gibt sicherlich leichtere Aufgabe. Doch für Judith Kohlstruck gibt es wenig andere Begegnungen, die so in die Tiefe gehen.

Seit 15 Jahren ist Kohlstruck in der Hospizarbeit tätig, seit Oktober 2013 ist sie Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes Cosmas + Damian in Borbeck. Bei ihr laufen alle Fäden zusammen. Die studierte Theologin koordiniert die Einsatz der 35 Ehrenamtler, die für den ambulanten Dienst im Einsatz sind. „Sie begleiten unheilbar Kranke zu Hause, in Einrichtungen der Alten- oder Behindertenhilfe und im stationären Hospiz an der Laarmannstraße. „Und auch für Familien und Angehörige sind unsere Ehreamtlichen eine wichtige Stütze“, weiß Judith Kohlstruck. „Sie entlasten, sorgen für Freiräume und stehen für Gespräche zur Verfügung. Sie hören sich die Sorgen und Nöte an, die die Familien nicht mit dem Sterbenden besprechen möchte. “
Mit Pflege und medizinischer Betreuung haben die Ehrenamtlichen des Hospizdienstes nicht zu tun. „Wir sind allein für den psychosozialen Bereich zuständig“, so Judith Kohlstruck. Dabei ist es wichtig, das Patient und Betreuer einen Draht zueinander haben. Dass die Chemie stimmt, auch darum kümmert sich Judith Kohlstruck. „Das sind oft ganz einfache Dinge, die abgefragt werden, und die dann doch wieder zu viel über einen Menschen, seinen Vorlieben und Interessen erzählen.“

"Es kommt ungeheuer viel zurück"

Manch einer möchte keinen lebhaften Begleiter, einem anderen ist ein bestimmtes Geschlecht/Alter wichtig.
Passt alles, dann entstehen zwischen Patient und Begleiter oftmals Begegnungen mit ungeheurer Tiefe. „Man gibt viel, doch es kommt auch ungeheuer viel zurück. Man lernt Menschen kennen, denen man normalerweise nie begegnet wäre“, weiß Judith Kohlstruck.
Keine Begleitung ist wie die andere. „Sie sind alle unterschiedlich, so wie die Menschen, die wir begleiten.“ Es gibt Sitzwachen, wo eine Begleitung manchmal nur wenige Stunden andauert. In anderen Fällen sind es Monate und manchmal so gar Zeiträume von mehr als einem Jahr, in denen sich der Begleiter um seinen Patienten kümmert.
Bei den regelmäßigen Besuchen wird vorgelesen und gesungen, diskutiert und debattiert oder einfach auch nur einmal geschwiegen, innegehalten. „Je nachdem, wie der Patient es wünscht.“ Manchmal werden aber auch kleine Wünsche erfüllt. Dazu gehört ein gemeinsamer Besuch mit dem Rollstuhl im Einkaufszentrum oder eine Ausfahrt in den Park.“

Vorbereitungskurs für Ehrenamtler startet am 21. November

Rund 70 Patienten im Jahr werden von Judith Kohlstruck und dem Team des ambulanten Hospizdienstes im Jahr betreut. Regelmäßig bietet die Leiterin Vorbereitungskurse für Begleiter an. Am kommenden Dienstag, 3. November, 19 Uhr, findet in den Räumen des Fördervereins Cosmas und Damian an der Laarmannstraße 21 (5. Etage) ein Infoabend zu dem am 21. November starteten Kurs statt.
„Wir suchen Menschen mit Zeit und Toleranz, solche die Spannung aushalten können und sich nicht gerade selbst in einer schwierigen Lebenssituation befinden“, beschreibt Judith Kohlstruck den idealen Sterbebegleiter. Der Kurs läuft bis zum 19. Mai 2016. „Er setzt sich zusammen aus Abend- und Wochenendseminare sowie einer Praktikumsphase“, erklärt Judith Kohlstruck. Die Teilnehmer werden umfassend auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Themengebiete wie Gesprächsführung, Pflege am Krankenbett, Palliativversorgung und Demenz stehen auf dem Seminarplan.
Wer mehr über die Tätigkeit des Sterbebegleiters wissen möchte, kann sich direkt an Judith Kohlstruck unter Tel. 0172 600 9379 wenden.
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