Ideenwerkstatt für Bedingrade und Frintrop

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In kleinen Gruppen wurden Ideen und Vorschläge gesammelt und diskutiert. (Foto: Brändlein)

Die Wünsche der Frintroper und Bedingrader sind breitgefächert. Vom Bürgerbus und Drogeriemarkt, über einen Treffpunkt für Alt und Jung bis zur Tauschbörse für Dienstleistungen oder einen Maibaum – Ideen gibt es jede Menge. Doch diese umzusetzen und sich für seinen eigenen Stadtteil zu engagieren, auch darum geht es im Stadtentwicklungsprozess Frintrop/Bedingrade.

Vor einem Jahr hat die Industrie- und Handelskammer zu Essen in Kooperation mit dem Bürger- und Verkehrsverein Essen-Frintrop 1922 e.V. und der Interessengemeinschaft "Wir für Frintrop" eine groß angelegte Befragung der Bürger und Geschäftsleute gestartet (wir berichteten). Mehr als 600 Kunden und 30 Gewerbetreibende hatten sich beteiligt und ihre Meinung zu Themen wie Einkauf, Transport und Aufwertung des Stadtteils geäußert.
Seit Anfang des Jahres bringt sich die Stadt Essen in den Stadtteilentwicklungsprozess mit ein. Im April diesen Jahres wurden die Ergebnisse der Fragebogenaktion vorgestellt. Im Mai trafen sich Akteure, wie Vertreter von Kirchen, Vereinen und den verschiedenen Fachbereichen der Verwaltung, um ihre Vorstellungen einzubringen. Und am vergangenen Dienstag stand die „Ideenwerkstatt“, ein Workshop für interessierte Bürger, auf dem Programm.

Verantwortung für den eigenen Stadtteil


„Ein ganz entscheidender Aspekt damit eine Stadt gedeiht, ist das, was die Bürger tun. Verantwortung für den eigenen Stadtteil zu übernehmen und sich zu engagieren - das trägt dazu bei, dass wir uns in unserem Lebensumfeld wohlfühlen“, davon ist Professor Klaus Wermker, ehemaliger Leiter des Stadtentwicklungsbüros und erfahrener Moderator, überzeugt. Und dann kann er die Zuhörer noch mit einer Neuigkeit überraschen. „Die Anregung einen öffentlichen Bücherschrank aufzustellen, haben wir weiterverfolgt und uns an innogy gewandt, die schon mehrere dieser Schränke zur Verfügung gestellt hat. Dort bekamen wir die Auskunft, dass dieser Wunsch im Moment von innogy nicht erfüllt werden kann. Aber, wir bleiben dran“ versichert Wermker.
Rund siebzig Frintroper und Bedingrader Bürger waren gekommen, um ihre Wünsche zu äußern und bei einem gemeinsamen Brainstorming Ideen für ihren Stadtteil zu entwickeln. Eingeteilt in acht Gruppen, die jeweils von einem Moderator und einem Co-Moderator begleitet wurden, ließen die Teilnehmer die Köpfe rauchen. Und Ideen, um den Stadtteil zu beleben und aufzuwerten, gibt es viele. Über eines sind sich aber alle Gruppen einig: 'Frintrop soll sauberer und grüner werden'. Und dazu gibt es gute Nachrichten von Seiten der IHK.

Begrünung der Frintroper Straße


„Zur Aufwertung und Attraktivitätssteigerung des Wohn- und Geschäftsumfelds im Stadtteil hat die IHK lokale Garten- und Landschaftsbauunternehmen gewinnen können, die Begrünung entlang der Hauptverkehrsachse „Frintroper Straße“ zu begleiten. Neben der optischen Aufwertung sollen ca. 200 qm versiegelte Verkehrsflächen zu blühenden und ökologisch wertvollen Grünflächen umgestaltet werden“.
Um speziell die Frintroper Straße auch sauber zu halten, bedarf es aber mehr, als zusätzlicher Abfallbehälter. „Jeder, auch die ansässigen Geschäftsleute, sollte vor seiner eigenen Türe fegen und dafür sorgen, dass die Straße nicht im Müll versinkt“ wie eine Teilnehmerin bemerkt.
Die Ergebnisse des Stadtentwicklungsprozesses werden von der Stadtagentur ausgewertet und dann auf die Internetseite der Stadt Essen gestellt, damit jeder Interessierte den Prozess nachvollziehen kann. „Bürger brauchen Transparenz“ weiß Wermker, „dann übernehmen sie auch Verantwortung für ihren Stadtteil und arbeiten zusammen“.
Um die Stadtteilentwicklung voranzutreiben, ist natürlich jede Menge ehrenamtliches Engagement vonnöten und auch dafür fanden sich am Dienstag schon Bürger bereit.
Wer für das Projekt oder einzelne Bedarfe wie Bänke oder Blumenkübel spenden möchte, findet unter der Adresse: helfende-haende@essen-frintrop.org nähere Informationen.
Voraussichtlich im Oktober 2017 werden alle Ergebnisse der bisherigen Veranstaltungen den Bürgern sowie den Akteuren in einer Bürgerversammlung präsentiert.

Text: Doris Brändlein
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