Nach zehn Jahren hat das Geriatrie-Zentrum Haus Berge wieder eine eigene Kapelle

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Zehn Jahre war das Geriatrie-Zentrum Haus Berge an der Germaniastraße ohne. „2005 wurde die alte neogotische Kapelle abgerissen“ erinnert sich Prof. Dr. Hans Georg Nehen. Jetzt können in der Einrichtung der Contilia-Gruppe wieder Gottesdienste gefeiert werden.

Der sakrale Raum im dritten Obergeschoss des Gebäudekomplexes steht Mitarbeitern, Besuchern, Patienten und deren Angehörigen jederzeit offen. „Als ein Ort, um neue Kraft zu tanken, seinen Gedanken, Tränen und auch Jubel freien Lauf lassen zu können“, erzählt Gabriele Wilpers. Die in Essen lebende Künstlerin hat den einzigartigen Raum gestaltet. Dabei ließ sie sich von Cézannes Garten in Frankreich inspirieren. Natürliche Materialien, warmtönige Farben an den Wänden, goldenes Licht, das die kontemplative Atmosphäre unterstützt und trägt, machen das Besondere der neuen Kapelle aus.

Nichts erinnert mehr an ehemaligen Aufenthaltsraum


Entstanden ist die in einem ehemaligen Aufenthaltsraum. „Aber daran erinnert heute nichts mehr“, freut sich Klinikdirektor Hans Georg Nehen. Dass der moderne Kapellenraum wenig mit dem ehemaligen neogotischen Bethaus des Geriatrie-Zentrums gemein hat, passt dem Mediziner gut ins Konzept.
„Wir sind ein Zentrum, in dem sich alles um die Behandlung von krankhaften Veränderungen dreht, die das Alter mit sich bringt“, erklärt der Klinikdirektor. Viele der Patienten litten unter Demenz. „Sie erkennen hier nicht unbedingt christliche Symbole, die ihnen aus der Kindheit bekannt sein, aber Erinnerung bewirkt auch nichts.“ Viele Patienten kämen und staunten. „Und wer staunt, bei dem passiert was“, so der Professor.

Patienten sind zum Staunen eingeladen

Staunen können Patienten und Besucher über vieles: es beginnt bereits an der Glastür mit den abstrahierten Lindenblüten. „Die stehen für das Gartenthema, aber auch die Contilia Gruppe“, verrät die Künstlerin. (Contilia - mit der Linde, Anm. der Redaktion).

Altar aus 800 Jahre alten Eichenbalken

Kernstück des Raumes ist der Altar. Der wurde aus den Überresten mehrerer Eichenpfähle gemacht, die man 1995 bei archäologischen Untersuchungen im Umfeld des Krankenhauses gefunden hat. „Im ehemaligen Wassergraben der Burganlage Haus Berge“, weiß der Professor, der sich für den Erhalt der Eichenpfähle stark gemacht hat. Zu recht. Nach dendrochronologischen (Lehre vom Baumalter) Untersuchungen wurde das Alter der Balken auf das Jahr 1254 datiert.

Schön wie im Paradies vor dem Sündenfall

Das künstlerische Konzept kommt an. Das wohl schönste Kompliment für ihr Werk hat Gabriele Wilpers jüngst von einer Patientin erhalten. Die flüsterte ihr nach Betreten der Kapelle zu: „Das ist schön hier. So wie im Paradies vor dem Sündenfall.“

Gottesdienste und Hochzeiten

Die neue Kapelle als spirituelles Zentrum der Klinik bietet neben der Möglichkeit zur individuellen Meditation auch Raum für Gottesdienste. Diese sollen zukünftig zweimal im Monat stattfinden. „Zudem ist nach es Abstimmung durchaus möglich, die Kapelle für Hochzeiten oder ähnliches zu nutzen“, so Nehen.
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