Zweiter Tag des Patienten im Philippusstift

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Detlef Schliffke (re.) führte zahlreiche Gespräche mit Patienten. Foto: Debus-Gohl

Was am 26. Januar 2016 erfolgreich begonnen hatte, setzte sich in diesem Jahr weiter durch. Der zweite „Tag des Patienten“, initiiert vom Bundesverband Patientenfürsprecher in Krankenhäusern (BPiK) und dem Bundesverband Beschwerdemanagement für Gesundheitseinrichtungen (BBfG) fand auch in diesem Jahr großes Interesse bei zahlreichen Besuchern, die ins Philippusstift gekommen waren, um sich zu informieren.

„Wir haben im letzten Jahr an 20 Standorten bundesweit angefangen, am ,Tag des Patienten' über Patientenrechte aufzuklären. In diesem Jahr beteiligen sich schon 40 Krankenhäuser in ganz Deutschland und im nächsten Jahr werden es noch mehr sein“, freut sich Oliver Gondolatsch, 1. Vorsitzender des BBfG.
Mangel an Wissen um die eigenen Rechte als Patient und fehlende Kommunikation sind oft der Hauptgrund für Missverständnisse zwischen Patient und Personal in Kliniken.

Teesorte und Pflegevollmacht

Detlef Schliffke, 1. Vorsitzender des BPiK und Patientenfürsprecher im Philippusstift, hält Aufklärung und Information der Patienten für das beste Mittel, um für ein gutes Miteinander in der Ausnahmesituation Krankenhaus zu sorgen.
„Hier im Haus kann sich der Patient an jeden Mitarbeiter wenden, um eine Beschwerde loszuwerden“, so Schliffke. Jeder Mitarbeiter kann diese dann ins Intranet eingeben, wo sie direkt zu Stefan Mattes, Leiter für Marketing und Kommunikation im Philippusstift, weitergeleitet wird. Und der hält dann Rücksprache mit dem Patientenfürsprecher. „Bei uns wird jeder Beschwerde nachgegangen“, versichert Schliffke und weist darauf hin, dass es außerdem auf jeder Station Beschwerdebriefkästen für die Patienten gibt, die regelmäßig von ihm gelehrt werden.
Auch am Veranstaltungstag nahm Detlef Schliffke Beschwerden entgegen, „das sind oft Kleinigkeiten, wie die fehlende Teesorte oder der fehlende Speiseplan auf der Station – aber wir versuchen immer eine Lösung zu finden. Und ich bin erst zufrieden, wenn auch die Patienten zufrieden sind“, betont er.
Viele Besucher kamen mit konkreten Fragen ins Foyer des Philippusstifts. Insbesondere die Themen Vorsorgevollmacht und Zweitmeinung waren stark nachgefragt.
Marlena Linkiewicz von der Betreuungsstelle des Gesundheitsamtes Essen beantwortete gemeinsam mit ihrer Kollegin zahlreiche Fragen zur Vorsorgevollmacht. „Die gängige Annahme, dass automatisch Ehepartner oder nahe Angehörige Entscheidungen für ein hilfsbedürftiges Familienmitglied treffen dürfen, trifft so nicht zu“, erklärt Linkiewicz. Erst mit einer Vorsorgevollmacht können eine oder mehrere Vertrauenspersonen bevollmächtigt werden, rechtsgültige Entscheidungen zu treffen.

Ausbildung mündiger Patient

Mit der Patientenhochschule des Katholischen Klinikums Essen wurde ein weiterer, wichtiger Bestandteil der Patientenaufklärung vorgestellt. Die vielfach preisgekrönte Veranstaltungsreihe ist ein Musterbeispiel für die Information und Aufklärung von Patienten. „Die Patientenhochschule ist ein über den Tag des Patienten hinausgehendes Modell zur Ausbildung mündiger Patienten, denn nur wer informiert ist, kann seine Rechte und Ansprüche geltend machen“, erklärt Stefan Mattes. Über 300 eingeschriebene Studenten durchlaufen im Moment den Weg zum „Mündigen Bürger“ in der Patientenhochschule, die vor zwei Jahren vom Katholischen Klinikum Essen und der Steinbeis Hochschule gegründet wurde.
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