Borbecker Jazzgesang-Studentin unterrichtet auf der Summerstage der Jugendhilfe Essen

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Individuelle Sessions: Rosa Kremp (re.) gibt Tipps zu Gesangstechniken und Bühnenpräsenz. Fotos: Müller/JHE
 
Alles in Reih‘ und Glied! Neben Gesang stehen Schauspiel und verschiedene Tanzstile auf dem Lehrplan der Summerstage.

Sie war der Star am Mädchengymnasium Borbeck, hat es in den exklusiven Kreis der Folkwang-Studenten geschafft: Rosa Kremp macht in Jazzgesang, ist als Frontfrau der Band „Swoosh“ unterwegs und kann bereits einen kleinen Kreis an Schülern ihr eigen nennen. In dieser Woche hat die 24-Jährige Musiktalente bei der „Summerstage“ der Jugendhilfe Essen unterrichtet.

Die Ferienaktion erlaubt es Jugendlichen zwischen zwölf und 15 Jahren, sich in Gesang, Tanz und Schauspiel zu erproben und hinterher eine eigene Show auf die Bühne zu bringen. Am Anfang der eineinhalb Wochen in der Weststadthalle tüftelten die insgesamt 43 Teilnehmer das passende Motto aus und entschieden sich für die Themen „Durch die Jahrzehnte“ sowie „Liebe und Freundschaft“. Roter Faden ist die Geschichte über einen Seniorenstift: In kleinen Episoden erinnern sich vier Einrichtungsbewohner an Erlebnisse aus den 30er-, 70er- und 80er-Jahren. Die Schauspieler stellen dabei die jeweiligen Szenen nach, die Sänger sorgen für die musikalische Untermalung und die Tänzer runden die Vorstellung ab.
Zwar sind ein großer Teil der Teenager Wiederholungstäter oder haben eigene Erfahrungen gesammelt, Vorkenntnisse werden aber nicht benötigt: „Es ist immer ein Spagat zwischen Professionalität und jeder kann mitmachen“, erklärt Jugendhilfe-Pädagoge Daniel Dimke. Eine wichtige Rolle für das Gelingen der Summerstage spielen die elf Trainer, unter ihnen zum inzwischen zweiten Mal Rosa Kremp.

Selbstbewusst und stimmgewaltig

Schon Kremps Vater, Pfarrer Günther Kern-Kremp von der evangelischen Kirchengemeinde Borbeck-Vogelheim, war sehr musikalisch. Zunächst versuchte Kremp sich an jeder Menge Instrumente, hörte aber mit allen auf. Dann entdeckte sie den Gesang für sich. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte die Folkwang-Studentin auf dem 50. Geburtstag ihres Vaters im Borbecker Café Nova. Die Einrichtung der evangelischen Kirchengemeinde wurde zu Kremps zweitem Zuhause, hier spielte sie mit verschiedenen Bands in den Proberäumen. Als nach dem Abi die Berufswahl anstand, dachte die Borbeckerin sich: „Komm, ich versuch‘s mal!“ Seit 2013 studiert sie jetzt an der Folkwang Musikschule Jazzgesang, im nächsten Jahr steht der Abschluss an: „Das war eine neue Tonwelt für mich“, erinnert sich Kremp.
Neue Welten entdecken auch Kremps Schüler bei der Summerstage. Die Jazzmusikerin bringt den Jugendlichen nicht nur Gesangstechniken bei, sondern gibt gleich noch Tipps zu Haltung und Bühnenpräsenz: „Wir haben gute Leute, die sich einfach nicht so viel trauen.“ In den individuellen Sessions mit den Teenies ist also gerade Motivationsarbeit gefragt: „Du trägst einen Diamanten und willst ihn allen Leuten zeigen“, empfiehlt Kremp ihren Schülerinnen – für die Jungs lässt sie sich natürlich etwas anderes einfallen! Mit dem imaginären Collier auf der Brust geht‘s stimmgewaltig und selbstbewusst auf die Bühne.
Am gestrigen Freitagabend präsentierten die 43 Jugendlichen dann in der Weststadthalle Essen vor bis zu 200 Verwandten, Freunden und ehemaligen Teilnehmern die Ergebnisse der Woche. Eine besondere Vorstellung, denn die Summerstage feierte ihren fünften Geburtstag: „Wir sind angekommen“, ist Daniel Dimke von der Jugendhilfe Essen glücklich.
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