0:0: Rot-Weiss Essen verschläft Halbzeit gegen Düsseldorf

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Klasse Choreo! Rot-Weiss gedachte gleich mehrerer Verstorbener. Fotos: Gohl
 

Nicht nur Karnevalisten leiden heute unter Katerstimmung: Im ersten Heimspiel nach der Winterpause verschenkt Regionalligist Rot-Weiss Essen Samstag zwei Punkte an die Reserve von Fortuna Düsseldorf. Der Kick nimmt überhaupt erst Fahrt auf, nachdem RWE-Cheftrainer Sven Demandt seine Elf in der Pause wachgerüttelt hat.

Der Nachmittag startete mit einer Schweige- und einer Applausminute sowie einer beeindruckenden Choreographie für den nach einem tragischen Arbeitsunfall verstorbenen „Ruhrmichell“. Der RWE-Enthusiast engagierte sich unter anderem für den Stadionneubau, organisierte Fan-Busse und moderierte „Radio Hafenstraße“. Musiker und Freund Thomas „Sandy“ Sandgathe spricht ein kurzes Gedenken: „Michell, Bruder, ich werde dich niemals vergessen!“, überwältigen Sandy die Emotionen.

Weckruf in der Halbzeitpause

Ganz ohne Gefühl sind dafür die ersten 45 Minuten auf dem Grün: Trotz offensiver Ausrichtung generieren die Roten keine Gelegenheiten, allein Kamil Bednarski nickt das Leder in der 38. Minute einmal in die Arme von Fortuna-Schlussmann Justin vom Steeg. Für die verschlafene erste Hälfte gibt’s in der Pause einen Weckruf: „Ich hab’s schon vor dem Spiel probiert, in der Halbzeit ist’s etwas besser gelaufen“, seufzt RWE-Chefcoach Demandt.
In der zweiten Hälfte werfen die Essener alles nach vorne und kommen zu mehreren guten Chancen. Während Bednarski beispielsweise in der 50. Minute eine Kullervorlage von Dennis Malura nur knapp neben den linken Pfosten setzt, zirkelt Benjamin Baier die Kugel nur fünf Zeigerumdrehungen später ebenfalls am Gebälk vorbei. Düsseldorf offenbart in dieser Phase eklatante Schwächen in der vorher soliden Defensivreihe. In der 73. Minute zappelt der Ball im Netz: Bednarski hatte sich im Strafraum durchgesetzt und Marcel Platzek die Murmel zugespitzelt, doch Schiedsrichter Jonas Seeland pfeift Foul. Kurz vor Schluss wechselt Demandt mit Roussel Ngankam sogar einen weiteren Stürmer für Abwehrspieler Nico Lucas ein, aber die Fortuna rettet das Unentschieden über die Nachspielzeit. „Das ist mein fünfter Auftritt hier und das erste Mal, dass ich mit einem Punkt nach Hause gefahren bin“, kann sich wenigstens Taskin Aksoy, Trainer der Düsseldorfer Zweitvertretung, freuen.

Transferpolitik und halbherziger Auftritt

Resignation macht sich dafür bei den RWE-Anhängern breit. Kritik hagelt's gerade für das halbherzige Auftreten der Essener Elf in den ersten 45 Minuten sowie für die Transferpolitik der sportlichen Führung. Keinen Deut besser sieht es für die U19 aus, die ebenfalls gegen Fortuna Düsseldorf ran musste und eine empfindliche 0:3-Klatsche mit an die Seumannstraße nahm. Den unkomfortablen Ein-Punkte-Abstand zum Tabellenkeller verdankt die rot-weisse Jugend jetzt allein dem 1:6-Patzer des Abstiegskonkurrenten Viktoria Köln.
Während die U19 am Samstag Preußen Münster empfängt, muss die Erste bereits am Freitag, 3. März, zum Tabellenführer Borussia Mönchengladbach II. Schon in der Hinrunde unterlag RWE der Fohlen-Reserve mit 0:2.
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