Abgespeckt: RWE muss sich mehr auf die U19 verlassen

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Will sich wieder für die Stammelf bewähren: Heimkehrer Timo Brauer (re.) .Fotos: Gohl
 
Befreiungsschlag missglückt: Der rot-weissen U19 gelang gegen Konkurrenten Wuppertaler SV lediglich ein 0:0-Unentschieden.

Die vergangene Transferperiode war für Fans von Rot-Weiss Essen eher enttäuschend: Sechs Spieler verließen den Verein, kein neuer kam dazu. Grund dafür ist das von RWE-Nachfolger innogy gestrichene Jugendsponsoring. Jetzt rückt die abstiegsgefährdete U19-Mannschaft stärker in den Fokus.

„Es ist nicht so, dass wir totale Probleme haben“, beruhigt Prof. Dr. Michael Welling, 1. Vorsitzender von Rot-Weiss Essen. Aber: „Die innogy-Situation ist eine, die wir nicht ändern konnten, die uns nervt, die uns wehtut.“ Mit Namens- und Imagewechsel strich der Energiekonzern dem Traditionsklub die langjährige, großzügige Förderung des überaus erfolgreichen Jugendbereichs. Die Folgen für den Verein als Ganzes zeigten sich in der vergangenen Transferperiode: „Ich habe gebeten, den Kader etwas kleiner zu machen – durchaus aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen“, erläutert der RWE-Vorstandsvorsitzende.
Sechs Abgänge verzeichnet Rot-Weiss, der einzige mögliche Wechsel Richtung Bergeborbeck ist kurz vor Ablauf des Transferfensters geplatzt. Konstantin Möllering trainierte mehrere Wochen an der Hafenstraße, wechselte aber schließlich doch zum Ligakonkurrenten SV Rödinghausen: „Da hat's vielleicht ein bisschen was mit der Laufzeit zu tun gehabt“, kommentiert Jürgen Lucas, RWE-Sportdirektor Senioren. Insgesamt spart der Klub knapp ein Viertel dessen ein, was durch den innogy-Ausstieg verloren geht: "Das ist ein kleiner Sparbeitrag und das eröffnet uns für die neue Saison mehr Optionen", weiß Welling.

U19 im Abgsteigskampf

Am Wochenende setzte die abgespeckte RWE-Elf im dritten Testspiel die Wintervorbereitung fort. Mit 3:1 schlugen die Rot-Weissen die TuS Koblenz auf dem Willi-Lippens-Platz an der Hafenstraße. Benjamin Baier (55.), Frank Löning (76.) und Marcel Platzek (83.) sorgten für den rot-weissen Sieg. "Wir haben das heute gut gemacht. Trotz des Rückstands haben wir auch schon in der ersten Halbzeit eine ordentliche Leistung gezeigt. In der zweiten Halbzeit waren wir dann gerade vor dem Tor noch zielstrebiger", resümiert RWE-Chefcoach Sven Demandt.
Bis zuletzt mussten beide Mannschaften bangen, ob das Testspiel der beiden Regionalligisten überhaupt stattfinden kann, da der ursprünglich vorgesehene Spielort in Nörtershausen witterungsbedingt nicht bespielbar war. Kurzfristig musste daher auf den Willi-Lippens-Platz ausgewichen werden. Allerdings hatten die Witterungsbedingungen der letzten Wochen auch den rot-weissen Trainingsplatz enorm mitgenommen, sodass beide Mannschaften auf einem hügeligen Untergrund aufeinandertrafen.
Trotz des Erfolgs ist angesichts des aktuellen Kaders ist die Nachwuchsarbeit noch wichtiger geworden: „Wir müssen immer die U19 im Blick halten“, betont Senioren-Sportdirektor Lucas. Die U19 hat am Wochenende beim 0:0 gegen den Wuppertaler SV einen Punkt geholt und damit einen direkten Konkurrenten auf Distanz gehalten. Mit 15 Punkten rangieren die Essener weiterhin auf dem zehnten Tabellenplatz, haben zwei Punkte Vorsprung auf die Gefahrenzone.
„Uns fehlte die Aggressivität. Außerdem war die Kommunikation mangelhaft, die Jungs müssen mehr miteinander sprechen“, bemängelte U19-Trainer Carsten Wolters. Am nächsten Sonntag kommt es einem weiteren Duell gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenverbleib. Die Wolters-Elf muss dann beim Reviernachbarn Rot-Weiß Oberhausen antreten. Mit neun Zählern bildet RWO nach dem 0:3 zum Restrundenstart beim 1. FC Köln das Tabellenschlusslicht der Liga.
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