Alles ist offen im Pokalfinale zwischen RWE und WSV

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Der Pokal hat eigene Gesetze: Rot-Weiss Essen will die Trophäe an der Hafenstraße halten. Archivfoto: Gohl

Der größte Gewinner der Oberliga Niederrhein trifft einen der größten Verlierer der Regionalliga-West: Auf den letzten Metern schaffte Rot-Weiss Essen den Klassenerhalt, der Aufstieg des Wuppertaler SV ist nach einer starken Saison längst beschlossene Sache. Im morgigen Pokalfinale im Stadion Essen (17 Uhr) ist deshalb alles offen: „Die Chancen stehen 50 zu 50“, weiß RWE-Trainer Sven Demandt.

Daniel Grebe hatte den richtigen Riecher: Noch vor sechs Monaten steuerte er im Dress von Rot-Weiss Essen Richtung Oberliga, mit dem Wuppertaler SV hat er jetzt den Aufstieg in die Regionalliga-West geschafft. Der 29-Jährige war Vater geworden, wollte näher an seinem Wohnort spielen. Gleichzeitig konnte er eine Ausbildung als Sport- und Fitnesskaufmann beginnen.

Starke Saison für WSV

„Wir waren noch vor einem Jahr in keiner schönen Situation und haben es geschafft, um den Verein neue Euphorie zu entfachen“, freut sich auch Stefan Vollmerhausen, Trainer des Wuppertaler SV auf das Pokalfinale.
Wegen Insolvenz erfolgte für den WSV nach der Spielzeit 2012/2013 der Zwangsabstieg in die Oberliga. Der verpasste Aufstieg als sportlicher Misserfolg und eine Etatkürzung als finanzieller Dämpfer ließen die Mission Wiederaufbau als gescheitert erscheinen.
Unter dem neuen Trainer Stefan Vollmerhausen aber setzt der WSV auf den Nachwuchs, mit 14 Zählern Abstand auf den zweitplatzierten KFC Uerdingen ist der Aufstieg in die Regionalliga-West längst in trockenen Tüchern. Die Tordifferenz von 65:23 bescheinigt dem WSV sowohl beste Offensive wie auch beste Defensive der Oberliga. Gedankt wird’s von den Fans: Im heutigen Pokalfinale besuchen 4.500 Wuppertaler die Hafenstraße.

Kleinigkeiten entscheiden!

„Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir in Essen spielen“, erinnert Wolfgang Jades, Spielleiter vom Fußballverband Niederrhein, ans Finale vom letzten Jahr. „Damals war der Gegner Rot-Weiß Oberhausen, Essen hat den Pokal gewonnen.“ Die packende Partie vor vollem Haus konnte erst im Elfmeterschießen entschieden werden. Zwar ist das Stadion Essen noch nicht ausverkauft, aber knapp 16.000 Tickets sind schon über den Tresen gegangen. Wegen des Fanaufkommens warnt die Polizei, dass es zu Sperrungen der Hafenstraße auf Höhe Bottroper Straße kommen kann.
„Es wird ein sehr enges und intensives Spiel, in dem mehr oder weniger alles offen ist“, prophezeit Sven Demandt, Cheftrainer von Rot-Weiss Essen. „Da kommt es auf Kleinigkeiten an.“ Bis auf die Langzeitverletzten kann Demandt aus dem Vollen schöpfen, nur Moritz Fritz und Kevin Grund waren Wackelkandidaten.
„Wir gehen relativ gelöst ins Spiel und wollen Rot-Weiss Essen einen großen Kampf liefern“, verspricht auch Wuppertal-Coach Vollmerhausen. Aber: „Wir wissen, dass wir einen sehr guten Tag brauchen!“

Wer zeigt Nerven?

Keine der Mannschaften hat im Vorfeld intensiv Elfmeterschießen eingeübt, geht die Partie also über die gesamte Länge, entscheiden am Ende allein die stärkeren Nerven.

Amateuer-Marathon auf ARD

Ab 12.05 Uhr überträgt die ARD in einem siebenstündigen Amateur-Marathon die Pokalendspiele von 17 Verbänden. Einzelne Partien in voller Länge sieht man im Stream auf sportschau.de.
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2 Kommentare
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Bodo Kannacher aus Essen-Süd | 28.05.2016 | 22:49  
Alexander Müller aus Essen-Borbeck | 29.05.2016 | 17:08  
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