Fußball ist unser Leben

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Hans Hachenberg und Friedrich Petz (Foto: Debus Gohl)
 
Einmal im Jahr treffen sich die Mannschaftskameraden von damals zu einem großen Wiedersehen. Auch die Ehefrauen sind dann immer mit von der Partie. (Foto: Debus-Gohl)

1955 waren sie ein Team - und heute, 61 Jahre später, sind sie das immer noch. Zumindest was ihr gemeinsames Interesse für den Fußball angeht. Die Mitglieder der Jungliga-Mannschaft des Sportvereins Borbeck 1893/1909 e.V., die in den fünfziger Jahren in der höchsten niederrheinischen Amateurliga spielten, treffen sich einmal im Jahr, um den Zusammenhalt aufrecht zu erhalten und auch um in Erinnerungen zu schwelgen. Und davon gibt es jede Menge!

„Wir wollten kaum den Ball abgeben“ berichtet Hans Hachenberg, seinerzeit Stürmer, und Fredi Petz, sein Stürmerkollege, grätscht stolz dazwischen: „weil wir selbst die Tore schießen wollten und das ist mir in einer Saison auch 42 Mal gelungen“.
Mit 21 Jahren war seine aktive Fußballkarriere dann wegen eines Kreuzbandrisses vorbei. „Ich war der erste, der aus der Mannschaft ausscheiden musste, war aber trotzdem bei jedem Spiel mit dabei“ erklärt Petz.
Verletzungen, die Gefahr bei jedem Fußballspiel, erlitten die Spieler aber nicht nur während des Spiels, sondern auch auf dem Weg zum Umkleiden. „Unser Platz war auf dem Gelände des heutigen Mädchen-Gymnasiums-Borbeck und zum Umziehen nach dem Spiel mussten wir im verschwitzten Trikot durch halb Borbeck laufen", berichtet Günter Kindsgrab. "Ziel war die Gaststätte Hörsken."

Per LKW ins Krankenhaus


An die haben die Spieler allerdings nicht nur gute Erinnerungen. Denn dort auf dem Hof wurde ein Mannschaftsmitglied von einem Hund gebissen.
"Keiner von uns hatte ein Auto, deshalb wurde der Spieler im LKW der gegnerischen Mannschaft zur Behandlung ins Krankenhaus gefahren – die Narbe sieht man heute noch“ erinnert sich der Torhüter des Teams.
Nicht nur Heinz Balk, Helmut Braam, Günter Kindsgrab, Hans Hachenberg, Fredi Petz, Heinz Ropertz, Karl-Heinz Swoboda, Werner Wachsmann und Friedhelm Wallschmidt treffen sich regelmäßig, sondern sie werden auch von ihren Frauen begleitet, die sowohl ihren Männern als auch dem Fußball seit über 50 Jahren die Treue halten. „Bei Heimspielen war ich immer dabei, habe hinter dem Tor gestanden und die Mannschaft und natürlich meinen Mann unterstützt“ versichert Ursula Kindsgrab.

Nach dem Spiel waren die Frauen dabei


Auch nach dem Spiel waren die Frauen dabei – beim Feiern an der Theke! „Nach einem gewonnenen Spiel haben wir auch schon mal den Bürgersteig vor der Kneipe grün angestrichen, da haben alle mitgemacht“ freut sich Karl-Heinz Swoboda, Verteidiger. Friedhelm Wallschmidt war immer auf seiner Lieblingsposition als Linksaußen erfolgreich.

Nur einen "Elfer" verschossen


„Ich war auch der Spezialist am Elfmeter-Punkt und habe nur ein einziges Mal verschossen. Das war im Winter bei schneebedecktem Boden, da bin ich ausgerutscht, gewonnen haben wir aber trotzdem“ freut er sich.
Die „Ehemaligen“ treffen sich nicht nur einmal im Jahr in Borbeck zum Essen und gemütlichen Austausch, sondern besuchen auch zusammen Fußballspiele in Mönchengladbach oder Duisburg.

Fußball ist immer noch ihr Leben


Mögen die Lebensläufe auch sehr unterschiedlich sein, über eines sind sich alle Anwesenden einig: „Fußball ist - immer noch – unser Leben“. Hans Hachenberg und Friedrich Petz sind sich mit ihren ehemaligen Mannschaftskollegen einig: Fußball ist noch immer ihr Leben. Einmal im Jahr treffen sich die Mannschaftskameraden von damals zu einem großen Wiedersehen. Auch die Ehefrauen sind dann immer mit von der Partie.

Text: Doris Brändlein
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