Keine Ausreden mehr: Rot-Weiss Essen will den Aufstieg!

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Zusammen den Aufstieg schaffen: Oberbürgermeister Thomas Kufen, Ex-Aufsichtsratschef Christian Hülsmann, Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Welling und Moderator Christian Keller waren bester Laune. Foto: Capitain
 
Rot-Weiss die Stange halten: Zur Auftaktveranstaltung der Aktion "Zusammen Hoch 3" schnupperte eine Tanzkünstlerin schon einmal symbolisch die Höhenluft der oberen Ligen. Foto: Tannenbaum

Den Traditionsklub Rot-Weiss Essen wieder zurück in den Profifußball führen soll ab der kommenden Spielzeit die Marketingstrategie „Zusammen Hoch 3“. Fans und Sponsoren legen für drei Jahre eine Schüppe drauf, die zusätzlichen Mittel werden in eine Mannschaft investiert, die den Aufstieg in Liga drei endlich schafft. Zahlreiche Unterstützer stellen sich hinter die Aktion, unter anderem Oberbürgermeister Thomas Kufen.

Cheftrainer Sven Demandt hatte an diesem Abend den schwersten Part. Da stand er auf der Bühne, nachdem seine Bosse vor Essens Machern und Entscheidern vollmundig verkündet hatten, dass der zukünftige Dreijahresplan für Rot-Weiss mindestens den Aufstieg in die dritte Liga vorsieht, und musste diese Vision mit den aktuellen Realitäten abgleichen: „Meister zu werden ist kein Glück“, koppelt der erfahrene Chefcoach seine These gekonnt an ein Lob für die eigene Mannschaft. Aber ganz ohne Fortune wird's nicht klappen, wie Sportmoderator Hansi Küpper erinnert: „Du kannst eine herausragende Saison spielen, am Ende musst du durchs Nadelöhr Relegation.“

Prominente Unterstützer

Kulturhauptstadt 2010, Grüne Hauptstadt 2017: „Wir spielen überall Bundesliga und Champions League – außer im Männerfußball“, weiß Thomas Kufen, den das Tabuthema Fußball gerade im Dialog mit anderen Oberbürgermeistern der Metropole Ruhr stört. „Das ist unbefriedigend.“ Eben deshalb soll sich das in nur drei Jahren ändern: „Essen will den Aufstieg, will in die 3. Liga aufsteigen“, erklärt Dr. Michael Welling, 1. Vorsitzender von Rot-Weiss Essen, der für diesen Traum sogar Doktor- und Professorentitel abgeben würde.
Zahlreiche prominente Unterstützer konnte der RWE im Vorfeld für seine neue strategische Ausrichtung gewinnen, neben den üblichen Verdächtigen Otto Rehhagel, Henning Baum und Mesut Özil bezieht auch Stadtoberhaupt Kufen klar Position: „Ich bin gerne dabei, einen Plan zu entwickeln, wie wir auf lange Sicht Hoch 3 schaffen können.“ Der Profifußball könnte die Stadt Essen als ganzes beleben, Identität stiften und wichtiger Wirtschaftsfaktor sein.
Konkret ist geplant, dass Zusammen Hoch 3 dem an sich bereits gut durchfinanzierten Verein zusätzliche Mittel in die Kasse spült, um so im Etat an die Spitze der Regionalliga-West zu rücken. In den Bereichen Dauerkarten, Hospitality und Sponsoring können sich Interessenten für drei Jahre an den Traditionsklub binden und auch im Falle eines oder gleich mehrerer Aufstiege von den günstigen Konditionen profitieren. Gemunkelt wird, dass so ein Plus von 20 Prozent auf den Etat kommen soll. Ebenfalls ein gutes Signal sendet das Unternehmen Hochtief, das künftig Partner der Sozialinitiative Essener Chancen sein wird.

Essen will den Aufstieg!

Wer aber im vergangenen halben Jahr im Stadion Essen war, dürfte eine Ahnung haben, wie weit der rot-weisse Fußball derzeit von einer guten, geschweige denn einer herausragenden Saison entfernt ist. Der Abstieg in die Oberliga wurde nur knapp vermieden, der Kader bisher nur punktuell verstärkt. Inwieweit RWE angesichts der fortgeschrittenen Stunde auf dem Transfermarkt in der kommenden Spielzeit überhaupt noch von der Marketingaktion profitieren kann, wird sich zeigen.
Die ganz große Euphorie kommt auch nicht auf, weil die ehrgeizigen Pläne bereits am Tag nach der Bekanntmachung runtergefahren werden: „Es geht nicht darum, in der anstehenden Saison aufzusteigen, sondern alle verfügbaren Mittel so einzusetzen, dass ein Aufstieg in die 3. Liga innerhalb der nächsten drei Jahre zu realisieren ist.“
Doch selbst wenn die Aktion nur eine pfiffige Marketingkampagne aus der Feder des gewieften Strategen Michael Welling ist, selbst wenn mit dem Planziel drei Jahre ein Hintertürchen bleibt – ab jetzt gibt's keine Ausreden mehr: Essen will den Aufstieg!
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