Übergriff auf den Schiedsrichter: Rote Karte für den BV Altenessen II

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Der Essener Fußball kommt aus den Negativ-Schlagzeilen nicht raus. Vier gewalttätige Übergriffe im Fußballkreis 13 in fünf Monaten, das ist eine Bilanz, die nachdenklich macht. Nicht nur Thorsten Flügel, den Vorsitzenden des betroffenen Kreises 13.

„Wir sind im gesamten Fußballverband Niederrhein momentan einsame Spitze, zumindest was die Heftigkeit der Gewalt angeht“, versucht es Flügel mit einer Portion Ironie. Doch einen wirklichen Lösungsansatz für das Problem kann auch er nicht aus dem Hut zaubern.
Der jüngste Zwischenfall ereignete sich am vergangenen Wochenende. „Direkt am ersten Spieltag nach der Winterpause“, so Flügel. Wieder einmal wurde ein Schiedsrichter Opfer von Gewalt. Die Partie BV Altenessen II gegen Juspo Essen-West musste nach dem tätlichen Angriff auf den 42-jährigen Schiedsrichter abgebrochen werden.

Spruchkammertermin Mitte März

Jetzt drohen dem Verein ernsthafte Konsequenzen. „Denn bis zum Spruchkammertermin, der wahrscheinlich am 16. März angesetzt werden wird, entsenden wir für die anstehenden Liga-spiele keinen Schiedsrichter“, so Flügel.
Was das schlussendlich für den Verein bedeutet, liegt im Ermessen der Kammer. „Entweder werden die Spiele automatisch für den Gegner gewertet - was für das Team, das oben in der Kreisliga B mitspielt, ein echter Verlust wäre. Oder aber sie müssen nachgeholt werden“, zeigt der Kreisvorsitzende die möglichen Optionen auf.

Boykott eines kompletten Spieltags

Ob man im Kreis 13 zu solch drastischen Mitteln wie in Duisburg greifen wird, da möchte sich Thorsten Flügel bewusst noch nicht festlegen. Dort hatten im Jahr 2011 die Unparteiischen aus Protest gegen Gewalt einen gesamten Spieltag in der Kreisliga boykottiert. „Mit einer solchen Aktion setzt man sicherlich ein Zeichen“, ist sich Flügel sicher. Aber im Endeffekt seien die Vereine gefordert. Und auf deren Vernunft setzt man im Kreis jetzt noch einmal ganz gezielt. Alle Clubs haben in dieser Woche Post vom Fußballkreis bekommen. „Wir appellieren eindringlich an die Verantwortlichen.“ Das will man auch in Sachen BV Altenessen weiter tun. „Es gibt Präventivmaßnahmen, wie Antiaggressionstrainings, die wir anbieten. Doch wir können niemanden zwingen. Die Entscheidung liegt bei den Vereinen selbst.“

Genau hinschauen bei Ansetzungen

Die Gewalt gegen Schiedsrichter hat auch bei den Unparteiischen im Kreis etwas verändert. Bei den Spielansetzungen wird nun noch genauer hingeschaut als üblich. Die Partien, in denen es um etwas geht, den Auf- oder Abstieg etwa, gehen an erfahrene Referees oder souveräne Nachwuchsschiedsrichter. Die werden bereits in der Ausbildung auf mögliche schwierige Spielsituationen vorbereitet, lernen ihre Kompetenzen und die rechtlichen Vorgaben (Fürsorgepflicht im Jugendbereich) kennen. „Aber Schiedsrichter ist man, weil man Spaß daran hat“, so der zuständige Obmann. Und den wolle man den Unparteiischen trotz der Vorfälle in keinem Fall nehmen.
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