Haus Immanuel in Schönebeck ist mit 60 Jahren älteste Einrichtung des Diakonie Werks

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Das Haus Immanuel in Schönebeck feierte in dieser Woche sein 60-jähriges Bestehen. (Foto: Decker)

Das Leben hat es nicht immer gut gemeint mit ihnen. Sie haben auf der Straße gelebt oder in unsicheren Wohnverhältnissen, sie sind suchtkrank und mehrfach eingeschränkt. Im Haus Immanuel in Schönebeck haben sie ein langfristiges Zuhause gefunden.

44 Männer und Frauen leben in dem 1955 eröffneten Haus, das ein wenig versteckt und umgeben vor sehr viel Grün im Dreigarbenfeld liegt. Seit 1998 ist das Haus Immanuel eine Einrichtung der Wiedereingliederungshilfe. Vor 60 Jahren wurde es in Schönebeck allerdings als ein Wohnheim für Bergknappen und Jungbergleute eröffnet.

28 Mitarbeiter kümmern sich um die Bewohner

Erwin Beran ist Leiter der Einrichtung. Übernommen hat er diese Aufgabe vor 15 Jahren. Seit dem hat sich im Haus Immanuel eine Menge verändert. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich deutlich erhöht. 28, darunter 17 Vollzeitkräfte und zwei speziell ausgebildete Suchttherapeuten, kümmern sich um die Bewohner. Supervision, ein hoher Fortbildungsstand - all das sind Dinge, die notwendig sind, um das soziotherapeutische Konzept des Hauses umzusetzen.

Beschäftigung und Förderung

Das beruht auf zwei wesentlichen Säulen. „Wir bieten unseren Bewohnern eine Vielzahl von Beschäftigungs- und Förderangeboten. Hinzukommt die kontinuierliche Beteiligung an ganz normalen Alltagsverrichtungen.“ Konkret bedeutet das, die Bewohner der sieben Wohngruppen des Hauses legen beim Frühstück machen, beim Kochen oder der Erledigung der Wäsche soweit mit Hand an, wie sie können. Unterstützung bekommen sie von Hauswirtschaftskräften. „Wir arbeiten mit drei Teams“, erklärt Erwin Beran. Diese bestehen aus Pädagogen, Ergotherapeuten, Pflege- und Hauswirtschaftskräften.

Rückfälle in die Sucht verhindern

Die Mitarbeit in der Wohngruppe und die Beschäftigungs- und Förderangebote sorgen bei den Hausbewohnern für eine Tagesstruktur und helfen, so Erwin Beran, Rückfälle in die Sucht zu verhindern. 85 Prozent der Bewohner leben laut Beran vollkommen abstinent. „Für den Rest gelten klare Regeln.“ Alkoholkonsum beispielsweise in der Einrichtung ist tabu. „Wer eine Fahne hat, kann auch nicht am Beschäftigungsprogramm teilnehmen.“

Schutzraum für Menschen

Das Haus Immanuel ist ein Schutzraum für Menschen, die einen schwierigen Lebensweg hinter sich haben. „Wir sind ein offenes Haus“, so Beran, „aber das Leben hier vermittelt den Menschen Rückhalt und eine soziale Anbindung.“ Wichtig, denn das Durchschnittsalter der Bewohner im Haus Immanuel liegt bei 61 Jahren - der jüngste ist 36, der älteste 80 Jahre alt. „Wir motivieren die Leute, Kontakte zu Familien und Verwandeten aufzunehmen. Das klappt allerdings nicht in allen Fällen“, so Beran.
Das 60-jährige Bestehen des Hauses Immanuel wurde in dieser Woche mit einem Festakt und dem nachmittäglichen Sommerfest gefeiert. Dazu waren die Nachbarn eingeladen.
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