Heimatbegriff selbst für Jugendliche wieder attraktiv

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Die BBVV-Vorsitzende Susanne Asche und Prof. Heinrich Theodor Grütter. Foto: BBVV
 
Das Fest der Fürstin geht am 2. Juli in eine neue Runde. (Foto: Debus-Gohl)

„Heimat ist ein schwerer Begriff, aber ich benutze ihn gerne“, bekannte Prof. Heinrich Theodor Grütter jetzt beim Borbecker Bürger- und Verkehrsverein e.V. (BBVV). Der Direktor des Ruhr-Museums stellte sich mit seiner Sicht auf die Region und die „Erinnerungsgemeinschaft an der Ruhr“ bei der Jahreshauptversammlung im Saal des Gasthauses Gummersbach dem Gespräch mit Franz Josef Gründges.

Die Rede von der „Heimat“, ein den letzten zwei Jahrzehnten wieder aktuell gewordener Begriff, habe sogar für die Jugend neue Attraktivität gewonnen, so der gebürtige Gelsenkirchener und leidenschaftliche Schalke-Fan. Nach einer Zeit der Geschichtsvergessenheit sei die Konjunktur der „Heimat“ Ausdruck für die Verunsicherung in einer globalisierten Welt, stehe für Selbstvergewisserung und Rückbesinnung auf die engere Lebenswelt, auf Familie und Traditionen.
„Wir brauchen Erinnerung, sonst sind wir nicht lebensfähig“, so Grütter, auch wenn die Vergangenheit - oft verklärt - in der Gegenwart zusammenschrumpfe. Erste und wichtigste Erinnerungsgemeinschaft sei und bleibe die Familie. Erinnerung sei wichtig als entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung von Identität, erklärte der Historiker: „Man kann ohne sie nicht leben.“
Nicht zuletzt stehe - wie viele gleichartige Initiativen – dafür auch die Arbeit des Borbecker Bürger- und Verkehrsvereins: „Schließlich ist Borbeck als ehemals größtes Industriedorf von ganz Preußen und mit dem Beginn des Tiefbergbaus kein unbedeutender, sondern sehr entscheidender Ort für die Entwicklung der ganzen Region.“

Erinnerungen an das Ruhrgebiet teilen

Herzlich warb der Chef des vormaligen Ruhrlandmuseums zur aktiven Beteiligung am Projekt „Zeit-Räume Ruhr“ (www.zeit-raeume.ruhr), das den anhaltenden wirtschaftlichen und sozialen Wandel des Ruhrgebiets nachzeichnen will. Alle Revierbürger sind dabei aufgerufen, ihre Erinnerungen an das Ruhrgebiet miteinander zu teilen. Online werden bis zum Jahresende 2017 Fotos und Texte gesammelt, die anschließend ausgewertet und veröffentlicht werden sollen.
Die BBVV-Vorsitzende Susanne Asche, die Grütter und Franz Josef Gründges für die ansteckende und lebendige Debatte dankte, hatte zuvor einen Überblick zu den vielfältigen Aktivitäten gegeben, von denen das vergangene BBVV-Geschäftsjahr geprägt war.

Maienmahlzeit und Fest der Fürstin

Auch im kommenden Jahr sind zahlreiche feste Veranstaltungen geplant: Zur „Borbecker Maienmahlzeit“ am 24. Mai Prof. em. Heinz-Elmar Tenorth und P. Klaus Mertes SJ als Ehrengäste geladen, am 2. Juli lockt die dritte Ausgabe des „Fests der Fürstin“ in den Schlosspark. Ab April informiert ein neuer Schaukasten („i-Punkt Borbeck") auf dem Höltingplatz über Termine und Angebote zum kulturellen und sozialen Leben im Stadtteil.
Beteiligt ist der aktuell 221 Mitglieder zählende Verein an der denkmalgerechten Entwicklung des Schlossparks Borbeck, will aber auch Kontaktgespräche für einen Runden Tisch „Wohnen in Borbeck“ vorbereiten, so Susanne Asche. Zu neuen Kassenprüfern wählte die Mitgliederversammlung Jörn Meissner und Andrea Korytowski gewählt, Pater Otto Nosbisch von den Salesianern Don Boscos wurde zum neuen Mitglied im Beirat bestellt.
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