Schützenverein Frintrop: König bezahlte mit Tausender

Anzeige
Die Damenriege der Frintroper im Jahr 2016. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1970 zurück. Damals formierten sich einige Damen aus dem Verein zu einer eigenständigen Gruppe. (Foto: BSV Frintrop 1864)
 
Der Vorstand des Bürgerschützenvereins Frintrop freut sich auf das große Fest am kommenden Wochenende vom 29. bis 30. Juli: Peter Rohlfing (v.l.), Michael Klein, Uwe Hebisch, Manfred Basten, Michael Andersch. (Foto: Debus-Gohl)

Die Vorbereitungen für das große Schützen- und Volksfest des BSV Frintrop am kommenden Wochenende vom 29. bis 31. Juli laufen auf Hochtouren. In den nächsten Tagen geben wir einen Überblick über das dreitägige Festprogramm. Doch zuvor lohnt sich ein Blick in die Chronik des BSV, die spannende Geschichten offenbart.

Text von Christa Herlinger

Die Geschichte des Schützenvereins Frintrop 1864 ist eine spannende, sie erzählt von schönen, aber auch schweren Zeiten, von Kriegen, Seuchen, von Krankheit und Tod. Doch egal wie bewegt die Zeiten auch waren, aufgegeben haben die Schützen ihre Vereinsidee nie.
Der Geist war stärker, schreibt Werner Dujardin in der Vereinschronik. Immer wieder habe es Männer gegeben, denen das Vermächtnis der Väter Verpflichtung war und die das weiterführten, wiederaufbauten und festigten, was jene gründeten und hüteten. Darum wird dies Erbe auch für die kommenden Generationen eine Verpflichtung sein.

Gegründet wurde der BSV Frintrop im Jahr 1864

Die Anfänge des Frintroper Schützenwesen gehen weit in die 1860er Jahre zurück. Offiziell gegründet wurde der Bürgerschützenverein Frintrop 1864 im Stammhaus Rothäuse.
Als Gründer, so ist in der Chronik nachzulesen, ist der Oekonom Hermann Hoffstatt genannt Scheppmann, in die Vereinsgeschichte eingegangen. Er stammte aus einer alteingesessenen Familie, deren Namen zum ersten Male 1444 in den Kirchenregistern auftaucht.
Hoffstadt war auch der erste König des Schützenvereins, zu seiner Königin erwählte er seine Ehefrau Franziska, geb. Rotthäuser.
Fünf Jahre nach Vereinsgründung wurde das erste große Schützenfest gefeiert. Im Jahr 1899 wurde vor der Tenne am Stammhaus Rothäuser ein großes Zelt errichtet. Den Königsschuss tat Heinrich Kißmann, der sich zur Königin seine spätere Frau, Fräulein Julie Dohrenbusch, erkor. "Immer wieder wird berichtet", so weiß Werner Dujardin, "dass der neue König beim Bezahlen einen 1.000-Markschein wechselte, der vorher als Seltenheit unter den Anwesenden herumgereicht und bewundert wurde."

1925 wurde das Vogelschießen mit der Armbrust ausgetragen

Auf das nächste große Schützenfest musste der Stadtteil lange warten. Erst 1925, also einige Jahre nach Ende des ersten Weltkriegs, wurde es gefeiert. "Das Vogelschießen durfte auf Anordnung der Besatzung damals nur mit der Armbrust durchgeführt werden", weiß der Chronist zu berichten. König wurde Hermann Knotte und Königin Anna Grotendorst.
In den Folgejahren wuchs das Schützenwesen im Stadtteil, doch bald schon wieder warfen die politischen Entwicklungen im Land lange Schatten. Das letzte Schützenfest vor dem zweiten Weltkrieg wurde vom 8. bis 11. Juli 1939 auf dem Gelände an der Turnhalle Essen-Frintrop gefeiert. Das Vogelschießen fand wie auch schon das letzte Schießen auf dem eigenen Schießstand an der Schlossstraße statt. Bei Blitz und Donner holte sich Clemens Rotthäuser die Königswürde. Zur Königin machte er seine Frau, die als Königin Aenne I. regierte.
"Auf der Mitgliederversammlung am 10. Juli 1941 wurde dann der einstimmige Beschluss gefasst, die Vereinstätigkeit bis zum Eintritt besserer Zeiten ruhen zu lassen", blickt Werner Dujardin auf schwere Zeiten zurück. Der zweite Weltkrieg habe große Lücken in den Reihen der Schützenbrüder hinterlassen und auch die ersten Jahre nach dem Kriege waren nicht dazu angetan, großartige Feste zu feiern.

Lebhafte Vereinstätigkeit unter dem Vorsitz von Theo Doll

Im Jahr 1950 fanden sich die Schützenbrüder wieder zusammen. Unter dem Vorsitz von Theo Doll entwickelte sich eine lebhafte Vereinstätigkeit. "Und schnell gab es Bestrebungen, das erste Schützenfest der Nachkriegszeit vorzubereiten." Im Jahr 1952 war es dann soweit. Die Frintroper suchten beim Vogelschießen einen neuen König. Den Meisterschuss feuerte August Mühlenberg ab. Zur Königin nahm er sich Aenne Rotthäuser.
In die Regierungszeit von August I. fiel das 90-Jahre-Jubiläum des Vereins. "Das Jubelfest ist als eines der ,feuchtesten' in unserer Vereinsgeschichte in Erinnerung gebleiben", so Werner Dujardin. Und er weiß auch warum: Es schüttete wie aus Kannen, was jedoch die Frintroper Bevölkerung nicht davon abhielt am Königsschießen teilzunehmen. König wurde Clemens Plaßmann. Seine Königin Pauline Wiegand (Pauline I.).
1962 konnte der Verein einen Luftgewehrstand errichten. "Hinter dem „Stammhaus“ überließ Altmajestät Hugo Rothäuser dem Verein eine Baracke und das dazugehörige Grundstück. Dieser Schießstand war lange Zeit die Heimat unserer Sportschützen", erklärt der Chronist.
Im Jahr 1970 wurde wieder einmal Vereinsgeschichte geschrieben. Trotz Widerstand auf der einen oder anderen Seite formierten sich einige Damen zu einer eigenständigen Gruppe innerhalb des Vereins. "Dies war die Geburtsstunde unser heutigen Damenriege."
2013 wurde das 149. Schützenfest der Vereinsgeschichte gefeiert. Im Jahr vor dem 150-Jahr-Jubiläum der Frintroper. Seit dem regieren König Martin I. (Klein) und Königin Hanne I. (Holz) das Frintroper Schützenvolk.
Beim Schützen- und Volksfest vom 29. bis 31. Juli auf dem Schulhof der Alfried Schule wird nun ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte des Vereins geschrieben. Am Sonntag wird im Festzelt erneut scharf um die Königswürde und die Nachfolge von König Martin geschossen.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.