Feste nicht gefährdet

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Trotz der drohenden Abschaffung der verkaufsoffenen Sonntage werden die Kettwiger Feste stattfinden.Archiv-Foto: Bangert

Aus für verkaufsoffene Sonntage / KettIN-Feste vorerst nicht gefährdet / HVV nicht betroffen

"Die KettIN-Feste werden in diesem Jahr wie gewohnt stattfinden", erklärt Gerd Kolbecher, Vorsitzender der Kettwiger Interessengemeinschaft für Handel, Handwerk und andere Dienstleistungsbetriebe (KettIN).

Von Dirk-R. Heuer

Das bestätigte Kolbecher am Montag auf Nachfrage. Natürlich werde man die ungewisse Zukunft der verkaufsoffenen Sonntage genau beobachten. Das sagte Kolbecher mit Blick auf den Erörterungstermin am vergangenen Freitag am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Die Richter bezweifelten, dass die geplanten 28 verkaufsoffenen Sonntage in Essen (und anderswo) dem Gesetz entsprächen.
Kolbecher trat während des Gesprächs Gerüchten entgegen, nach denen es keine Veranstalter für die anstehenden Feste gebe. "Bereits Ende des vergangenen Jahres hat das Führungsgremium von KettIN beschlossen, Veränderungen in das Veranstaltungskonzept einzubringen", so Kolbecher. Es erarbeitete neue, umfangreiche Zielvorstellungen. Die Ergebnisse fasste das Gremium in einem detaillierten Ausschreibungstext zusammen. "Wichtig war zum einen, den veränderten Sicherheitsvorstellungen und Anforderungen der Stadtverwaltung nachzukommen. Zum anderen ging es darum, das Ausstellerspektrum und -konzept an die Vorstellungen der definierten Zielgruppen anzupassen." Das sei gelungen - bereits zwei Interessenten seien gern bereit, die Feste in Kettwig zu organisieren.
Dass der bisherige Ausrichter schon früh eine Beteiligung an der Ausschreibung absagte, wurde mit Bedauern zur Kenntnis genommen.
Wer am Ende den Zuschlag erhalte stehe noch nicht fest, weil die Ausschreibung noch bis Ende des Monats laufe.
„Trotz des engen Zeitfensters sind wir zuversichtlich, dass es Profis schaffen werden, vielleicht auch erst in einem kleineren Rahmen, das erste Fest in diesem Jahr, das Frühlingsfest, auf die Beine zu stellen," so Kolbecher. „Wir fühlen uns auch nicht unter Zeitdruck gesetzt, denn erfahrene Ausrichter haben ihr Programm, ihre Checklisten und ihr Netzwerk weitestgehend vorliegen. Es geht dann lediglich um eine adäquate, ortsbezogene und zielgruppengerechte Anpassung und Organisation."
Die „Ergebnisse der Bürgerbefragung zu KettIN-Festen fielen in der Tendenz eigentlich positiv aus“, freute sich Kolbecher. „Aber es gibt auch Unter- und Zwischentöne, auf die wir sehr aufmerksam hören."
Die derzeit fehlende Rechtssicherheit in Bezug auf die verkaufsoffenen Sonntage bedauert der KettIN-Vorsitzende. "Aber die verkaufsoffenen Sonntag waren rechtlich immer ein Anhängsel der bestehenden Feste, die aber dem stationären Einzelhandel sehr geholfen haben."
Eine differenzierte Betrachtungsweise hielte er bei der Beurteilung sehr viel sinnvoller. Einzelhändler und große Filialisten über einen Kamm werde der Sache hingegen nicht gerecht. Für die Entwicklung der Stadtteile sei dies hingegen ein schlechtes Zeichen.
"Wir sind nicht direkt davon betroffen", sagt Martin Kryl vom Heimat- und Verkehrsverein Kettwig (HVV). "Am Wochenende der Gourmetmeile wären die Geschäfte am Sonntag ohnehin nicht geöffnet. Allerdings hätte es einen verkaufsoffenen Sonntag während des Weihnachtsmarktes gegeben." Ob allerdings wegen des verkaufsoffenen Sonntages mehr Menschen in die Stadt kommen, sei schwer zu beurteilen.
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