Absage des Kinderzirkus-Projekts "Josefina" schlägt weiter hohe Wellen

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Über die strukturellen Veränderungen in der Kinder- und Jugendhilfe St. Peter gGmbH will Geschäftsführerin und Kinderheimleiterin Gudrun Gerschermann nicht sprechen.

"Meine guten Gründe zur Umstrukturierung werde ich nicht in der Presse breit treten", so die Geschäftsführerin auf Nachfrage des Kettwig Kuriers. "Darüber spreche ich mit denen, die das angeht. Die Folgen der Absage des Zirkusprojektes waren mir nicht bewusst", erklärt die Geschäftsführerin.
Sie bestätigt, dass sie die Sponsoren erst nach der öffentlichen Absage informiert habe. "Aber ich wollte niemanden verärgern", so Gerschermann. Sie bestreitet, dass die Weitergabe der Anmeldungen zu dem Projekt von ihr autorisiert worden seien und vom Kinderheim versandt wurden.
In der Tat hatte der Zirkusdirektionskreis, dem Mitarbeiter des Kinderheims sowie der beiden Kitas angehören und der seit Beginn des Jahres die Veranstaltung plante, die Information versandt. Dieser Kreis wusste offenbar nichts von den Umstrukturierungsplänen Gerschermanns und den damit verbundenen personellen Konsequenzen.
Der Diözesancaritasverband für das Erzbistum Köln erklärt, dass sie zu den Umstrukturierungen auch personelle Angelegenheiten zählen. Zu den Personalien könne man derzeit nicht Stellung nehmen. "Wir sind mit Frau Gerschermann in Kontakt", sagt Pia Klinkhammer, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Diözesancaritasverbandes. Als Grund für die Absage des Zirkusprojektes Josefina sei von der Geschäftsführerin die fehlende schriftliche Genehmigung für die Nutzung der Fläche an der Meisenburgstraße durch die Untere Landschaftsschutzbehörde genannt worden. "Ob die Sponsoren für das Projekt im Vorfeld offiziell angefragt worden sind, wissen wir nicht."
Auch der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Kinder- und Jugendhilfe St.Peter gGmbH, Michael Scheiermann, hatte die Absage des Zirkusprojektes gegenüber dem Kurier und auf Facebook damit begründet.
An finanziellen Gründen könne das Projekt Josefina nicht gescheitert sein. Das erklärt das ehemalige Vorstandsmitglied des Förderkreises St. Josefshaus, Kerstin Jaletzki. "Es sind ausreichend Spenden noch vom vergangenen Jahr vorhanden, um das Projekt zu finanzieren." Jaletzki wies Vorwürfe zurück, nach denen der Rücktritt des Vorstandes des Förderkreises Grund für die Absage des Zirkusprojektes sei. Das hatte der Vorsitzende des Verwaltungsrates ins Gespräch gebracht. "Es ist völlig abwegig, dass das Zirkusprojekt deswegen gescheitert ist. Es waren immer Mitglieder des Vereins, die das Projekt unterstützt haben und weniger die Vorstandsmitglieder. Es ist außerdem fragwürdig, warum das erfolgreiche Team des Zirkusprojektes die Arbeit einstellen muss."
"Wie ich eben erfahre, können wir in dieser Sache von hier aus nichts beitragen - die Kinder- und Jugendhilfe St. Peter in Kettwig ist eine eigenständige Gesellschaft, deren Alleingesellschafter die Kirchengemeinde St. Peter und Laurentius ist", erklärt Christoph Heckeley, Pressesprecher des Erzbistum Köln/Generalvikariat auf Nachfrage. "Deshalb haben wir als Erzbischöfliches Generalvikariat keine Informationen über deren Aktivitäten im Allgemeinen sowie zu den von Ihnen geschilderten Vorgängen im Besonderen (aufgrund der GmbH-Gesellschaftsform müssen wir auch nicht informiert werden)". Einen Imageschaden für die Kirche sieht das Erzbistum nicht.
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