Blitzmarathon: Vier in Kettwig zu schnell

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In Kettwig richtete die Polizei während des Blitzmarathons am Donnerstag unter anderem eine Messstelle an der Icktener Straße ein. (Foto: Ulrich Bangert)

Anvisieren, Drücken und schon erscheint die Geschwindigkeit auf dem Display. Doch nur vier Fahrer winken die Beamten raus.


Den geplanten Messpunkt an der Graf-Zeppelin-Straße verlassen die Polizisten am Donnerstagmittag schnell. „Es herrscht zuviel Verkehr“, erklärt Polizeihauptkommissar Georg Kotters. „Dann staut sich der Verkehr zurück. Bei diesen Verhältnissen bringt eine Messung nichts.“
Schnell verlegen die Beamten des Bezirks- und Schwerpunktdienstes Kettwig an die Icktener Straße. An der Bushaltestelle in der 50er-Zone nach dem Ortsausgangsschild stellt Kotters das Stativ mit dem Lasermessgerät auf. Die Reichweite beträgt bis zu 500 Metern. Sobald der Laser auf ein Fahrzeugteil trifft, erscheint die Geschwindigkeit auf dem Display. Bei jeder Messung ziehen die Beamten drei Stundenkilometer ab. Wer dann zu schnell ist, wird rausgewunken.
Vier Kollegen unterstützen Kötters und seinen Kollegen, Polizeioberkommissar Georg Hennecke. Normalerweise sind die beiden allein unterwegs - aber es ist ja Blitzmarathon.
Die Fahrzeuge der Polizisten, zwei Kräder und zwei Polizeiwagen, sind von weitem gut erkennbar. Das merkt man schnell. Denn etliche der Autofahrer geben hinter dem Ortsausgangsschild Gas. Aber sie bremsen schnell wieder, wenn sie die Polizisten sehen. Manche fahren dann sogar nur mit 40 Stundenkilometern an ihnen vorbei. Einige winken den Beamten mit einem Lächeln zu.
„Heute sind die Leute langsam unterwegs“, meint Hennecke. „Die öffentliche Bekanntmachung der Messstellen zeigt Wirkung. Außerdem warnen die Autofahrer sich gegenseitig.“
Allerdings nutzt das nicht allen. Der Fahrer des ersten zu schnellen Fahrzeuges stammt aus Wuppertal. „Ich war in Gedanken ganz woanders“ sagt der Fahrer. Der Mann ist auf dem Weg in ein Mülheimer Altenheim.
Er ist über zehn Stundenkilometer zu schnell. Das Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro zahlt er über das EC-Cash-Gerät. „Bargeld nehmen wir schon lange nicht mehr an“, erzählt Hennecke. „Wer seine EC- oder Kreditkarte nicht dabei hat, erhält eine Zahlkarte“, fährt er fort.
Bevor der Wuppertaler losfährt, raten die Beamten ihm, auf die Geschwindigkeit zu achten: „Auch in Mülheim stehen die Kollegen“, warnen sie ihn freundlich.
„Die meisten Geschwindigkeitsübertretungen liegen zwischen zehn und zwanzig Stundenkilometern. Der Wuppertaler eben ist kein Einzelfall. Viele Fahrer träumen, sind in Gedanken ganz woanders oder sind einfach nach der Arbeit müde“, weiß Hennecke aus Erfahrung.
Es dauert nicht lange, da gibt der Fahrer eines Kleintransportes so richtig Gas. Er sieht die Polizei zu spät. Die 26 Stundenkilometer schlagen mit 80 Euro zu Buche und es gibt einen Punkt in Flensburg.
„Aber eigentlich sind unsere Verwarn- und Bußgelder noch sehr moderat“, meinen die Polizisten. In den Niederlanden oder in der Schweiz sei man dagegen sehr schnell im dreistelligen Bereich. In Norwegen gäbe es sogar schon bei geringen Überschreitungen schnell ein 1000 Euro-Ticket.
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