Feuer und Flamme

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Heißes Glas ist fast schon flüssig, lässt sich ziehen und formen.
Ein Glasbläser besuchte das THG und berichtete über seine Kunst


„Na, dann geh‘ mal los!“ Der Schüler zögert, dann zieht er einen rotglühenden Faden durchs Klassenzimmer. Peter Schweifel lächelt: „So, jetzt haben wir eine Art Glasfaserkabel!“
Der Glasbläser führt im Theodor-Heuss-Gymasium Schüler in die spannende Welt des Glases ein. Bei einer Verlosung der Stadtwerke Essen AG gab es diese besondere Unterrichtsstunde zu gewinnen - Chemielehrerin Sigrid Heckel-Korth: „Schön, dass es geklappt hat!“
Glasbläser Peter Schweifel baut seinen Arbeitsplatz auf, die Schüler staunen nicht schlecht, als er dünne Stäbchen mit seinem Gasbrenner erhitzt und daraus blitzschnell mit dem Mund Trinkgläser formt.
Als Glasbläser arbeitet Schweifel schon über 30 Jahre, seit mehr als zehn Jahren führt er diese seine Kunst interessierten Schülern vor: „Die Formen sind schon da, man muss sie nur finden!“ oder „Wie weich das heiße Glas ist - als ob Ihr Honig in den Fingern hättet!“
Der Werkstoff Glas ist heute ein Hightech-Produkt: zum Beispiel als Cerankochfeld oder als Glasfaserkabel zur schnellen Datenübertragung.
Über die bloße Herstellung von Glas aus Sand und das Formen verschiedener Gegenstände geht diese Unterrichtsstunde weit hinaus. Schweifel erläutert die chemische Zusammensetzung des Werkstoffs und erklärt, warum er durchsichtig erscheint.
Bis zum letzten Jahr hatte Schweifel einen Stand auf dem Essener Weihnachtsmarkt - über acht Meter breit, für 4.500 Euro Standmiete. Exquisite Weinkelche waren der Renner: „Und wenn dann noch ein blauer Rand dran ist, verkaufen die sich noch besser!“
Peter Schweifel fragt die Schüler: „Welcher Idiot gibt denn für so ein Glas 25 Euro aus?“ Die Antwort gibt er verschmitzt selbst: „Ihr macht doch das Gleiche - bei Euch sind es Handys und teure Klingeltöne...“
So gibt Schweifel Vorführungen, seine Glaskunst gibt es nur noch im Galerieverkauf. Ein weiteres Standbein ist Arbeiten in der Labortechnik, demnächst geht es eigens dazu in die USA.
Der Schüler ist angekommen mit seinem hauchdünnen Glasfaden. Jetzt wissen die Kettwiger Schüler, wie man einen 6.000 Kilometer langen Glasfaden spinnt, durch den man dann telefonieren kann.
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