Letzter Tag der Pusteblume

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Ein letztes Mal öffnete heute die Pusteblume für zwei Stunden ihre Pforten.

Der Andrang ist groß: Viele Kinder und Erwachsene verlassen die Pusteblume mit prall gefüllten Taschen.

Spielzeug, Geschirr und viele andere Sachen wechseln hier zum letzten Mal den Besitzer. "Es ist einfach nur traurig, dass die Pusteblume schließt", sagt Andreas Baeck, Geschäftsführer des Spielwarengeschäfts Frechdachs. Das Geschäft der Kinder- und Jugendhilfe St. Peter gGmbH habe das Angebot bereichert und mit dafür gesorgt, das junge Familien für den Spielzeugeinkauf nach Kettwig gekommen sind. "Es ist immer gut, wenn mehrere Geschäfte in einem Ort sind. Die Schließung ist einfach nur schade. Keiner versteht die Gründe", fährt er fort.
Das geht auch vielen anderen Besuchern so. "Wir bedauern die Schließung sehr", erzählt eine junge Mutter. Ihre beiden Kinder haben noch einmal Tüten mit Spielsachen vollgepackt. "Ja, wir sind oft hier gewesen und haben eingekauft. Die Beratung war immer toll und es war stets alles liebevoll dekoriert. Die Schließung ist schon ein Verlust für Kettwig", sagt die junge Mutter. Zahlreiche Kinderräder, Roller und Kinderstühle hat sie dort erworben. "Und natürlich war es toll, Kindersachen auch wieder abzugeben und sie nicht wegzuwerfen."
Die Begründung, es sei Zeit gewesen, die "strukturellen Bedingungen nach und nach an das Wachstum der vergangenen Jahre anzupassen" und in Folge die Pusteblume zu schließen, versteht sie nicht. Denn was unter den strukturellen Veränderungen zu verstehen ist, haben weder Geschäftsführerin Gudrun Gerschermann noch das Aufsichtsgremium oder die Katholische Gemeinde erklärt. "Die begonnene Umstrukturierung im Kinderheim St. Josefshaus beinhalten nicht nur die Schließung des Ladens Pusteblume, sondern auch die Absage des Zirkusprojektes Josefina im Sommer 2017", hatte die gGmbH am vergangenen Samstag zusätzlich mitgeteilt. Das hat in der vergangenen Woche zu weiterem Unmut geführt. Das Schweigen der Verantwortlichen führt inzwischen zu immer neuen Spekulationen. "Da wird mit dem Presslufthammer binnen kürzester Zeit die Arbeit von über einem Jahrzehnt grundlos zerdeppert", kommentiert ein Sponsor kopfschüttelnd die derzeitige Situation.
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