Werdener Flüchtlingskinder erleben eine spannende Woche auf dem Carolinenhof

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Teddy (links) mit Michelle Bartlings, Roswitha und Nori freuen sich, Spaß mit den Kids zu haben
 
Mutig! Obwohl die Kids vorher keine Erfahrung mit den großen Vierbeinern haben, trauen sie sich jetzt schon, so auf dem Rücken zu balancieren.
Essen: Oefte |

Für fünf Jungs waren Nori, Teddy und Roswitha die ganze Woche das Highlight am Nachmittag. Der Fakt, dass eine reine Jungengruppe ihre Herbstferien auf dem Carolinenhof genoss, ist aber nicht das Besonderste.

Denn die Kids im Alter zwischen drei und zehn Jahren stammen aus vier unterschiedlichen Nationen und sind Flüchtlingskinder aus der Werdener Unterkunft an der Barkhovenallee.
Die Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten im Bereich ADS und ADHS wurden zuvor von kompetenten Mitarbeitern der Stadt Essen ausgewählt, an dieser tierischen Aktion teilnehmen zu dürfen.
„Wir haben den Kontakt zum Bürgermeister schon vor zwei Jahren auf unserem Sommerfest hergestellt und gesagt, dass wir gerne in dem Bereich etwas anbieten würden“, sagt Sabine Knauer von der Geschäftsleitung des Fördervereins des Carolinenhof, einem integrativen Reiterhof in Kettwig.

Café Schneider spendete die Summe


Dank der Meilentorte aus dem Café Schneider, die von Inhaberin Patricia Silberbach bei der Gourmetmeile für 50 Cent pro Stück verkauft wurden, kam eine Summe von 500 Euro zusammen, die an den Carolinenhof, gespendet wurde. Dieser Betrag deckt die Kosten für diese Woche voller Erlebnisse und Erfahrungen für die fünf Flüchtlingskinder komplett ab.
Mit Menschen mit Beeinträchtigungen und auch Traumata haben die Mitarbeiter auf dem Hof bereits Erfahrung. Doch die Arbeit mit einer Gruppe von Flüchtlingskindern war auch für die staatlich geprüfte Fachkraft für heilpädagogische Förderung mit dem Kind Michelle Bartling etwas Neues. „Zunächst habe ich mich sehr auf meine neue Aufgabe gefreut“, sagt die junge Frau. „Aber dann habe ich überlegt, wie gehe ich damit um. Sind die Kinder traumatisiert?“ Und auch an Verständigungsschwierigkeiten dachte Bartling. „Doch schon am ersten Tag zeigte sich, dass es wunderbar funktioniert, wenn wir den Kindern einfach zeigen, was sie machen sollen und sie es dann nachmachen.“ In der Tat. Selbstbewusst schnappen sich die Jungs die Putzkisten der Ponys und bürsten und striegeln das Fell, als wenn sie nie etwas anderes getan hätten, dabei hat keiner von ihnen Vorerfahrung mit den großen Tieren. Selbst das Hufe auskratzen und Satteldecke auflegen ist für die gemischte Gruppe kein Problem. Ein breites Grinsen legt sich auf die fünf kleinen Gesichter. Denn nach dem Kuscheln und Putzen geht es endlich auf den Rücken der Pferde. Das kann keiner der fünf Jungs abwarten.

Flüchtlingskinder mit Verhaltensauffälligkeiten


„Gerade für die Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten ist die Erfahrung mit dem Pferd besonders wertvoll. Wenn die Kinder zu wild sind, reagiert das Tier und spiegelt das Verhalten. Dann bekommen sie eine deutliche Rückmeldung, dass das nicht geht“, erklärt Bartling. „Die Kinder sind alle total interessiert und engagiert. Sie sind zudem sehr wissbegierig“.
Von einem Ausritt, über einen Geschicklichkeitsparcours erleben die Kinder auf dem Pferderücken eine absolut einmalige Woche auf dem Carolinenhof. Und am letzten Tag wartete als Höhepunkt noch eine Schatzsuche auf dem Pferderücken auf die Kinder.
Begeistert von der Aktion ist auch Ulla Lötze, die Vorsitzende von Werden hilft. Sie hat den Fahrdienst für die Kinder organisiert. „Leider war es der Stadt nicht möglich, da etwas zu organisieren und wir stellen gerne unser Angebot zur Verfügung, aber einen Hol- und Bringdienst konnten wir nicht einrichten, daher ist es toll, das es Freiwillige bei Werden hilft gibt, die die Kinder fahren.“
„Die Kinder sind so dankbar und freuen sich jeden Tag aufs Neue sehr darauf, auf den Carolinenhof kommen zu dürfen“, weiß Lötze. „Als ich die Kinder am zweiten Tag abholen wollte, war ich auf einmal von 20 anderen Kindern umringt, die mich fragten, ob sie auch mitkommen dürfen. Da haben die Jungen wohl viel Tolles von ihren Erlebnissen auf dem Hof erzählt.“
Ulla Lötze betrachtet mit Freude, wie ungezwungen und selbstbewusst die Jungen mit den Tieren umgehen und einfach eine unbeschwerte Zeit genießen können.

Weitere Kooperationen erwünscht


Das Team des Carolinenhofs spielt schon länger mit dem Gedanken, auch Flüchtlingskindern das wöchentliche Angebot zugänglich zu machen. „Wir würden auch so eine Aktion jederzeit wiederholen, wir warten quasi nur darauf, dass die Stadt das den Kindern anbietet. Wir würden das auch vom Förderverein unterstützen“, und auch Lötze spielt mit dem Gedanken, dass Werden hilft finanziell mitwirken könnte. Schnell entwickeln sich Gespräche und Visionen am Rande der Bande, während die Jungs sich stolz auf den Pferderücken stellen, Bälle während des Reitens fangen und einfach die Zeit mit dem großen, starken Tier genießen.
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