B-Plan Ickten: Anwohner interessiert

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Gut zu tun hatten die Mitarbeiterinnen vom Amt für Stadtplanung und Bauordnung im Kettwiger Rathaus. Gestern stellten sie die beabsichtigte Planung vor. Foto: Bangert
 
Die Bauplanungen für die seit Jahren brachliegende ehemalige Tennisanlage sorgt für Unmut bei den Bewohnern des Stadtteils. Sie befürchten mehr Verkehr und Lärm. (Foto: Foto: Tillmann)
Verwaltung stellt Bauplanung im Kettwiger Rathaus öffentlich vor

Eine freie Minute hatten die Mitarbeiterinnen des Amtes für Stadtplanung und Bauordnung gestern im Kettwiger Rathaus nicht. Zwischen 9 und 12 Uhr herrschte reger Informationsbedarf seitens der Bürger.

Die ehemalige Tennisanlage an der Icktener Straße 41, die seit Jahren stilliegt, soll einer qualitativ hochwertigen Wohnbebauung weichen. Bis zu 25 Wohneinheiten sind durch eine Terrassenbauweise in südlicher Richtung möglich. Das mögliche Baugebiet umfasst eine Fläche von rund 0,7 Hektar. Im Rahmen der Bebauung würden unter anderem die Bäume an der Icktener Straße, die als Wald klassifiziert sind, fallen. Für sie müsste ein Investor Ersatz schaffen, was aber auch auf dem restlichen Areal möglich wäre. Wegen des noch "frühen Verfahrensstandes" liegt eine Wirtschaftlichkeitsberechnung noch nicht vor. Auch die Ergebnisse aus den Befragungen der Träger öffentlicher Belange lägen noch nicht vor. 76 von ihnen wird die Verwaltung anschreiben, um binnen vier Wochen Antworten zu bekommen. Auch zahlreiche Gutachten, unter anderem zu Artenschutz, stünden noch aus.
Im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung nutzten zahlreiche Anwohner die Gelegenheit, um ihre Bedenken vorzutragen. Sie wiesen darauf hin, dass der Standort entgegen der Ausführungen der Verwaltung durchaus lärmbelastet sei. "Vor allem die startenden Flugzeuge und ihr weiterer Weg führen über Ickten", erklärte ein Anwohner.
Als weitere Lärm- und Gefahrenquelle bezeichneten sie den Straßenverkehr. Es werde in dem Bereich außerdem viel zu schnell gefahren, so der weitere Hinweis. Oftmals führen Fahrzeuge, vor allem Lastwagen, auch gern gegen die Einbahnstraße. Durch die neue Bebauung, fürchten die Anwohnern entstünde eine Straßenschlucht, die zusätzlich zu höherem Tempo verleite. Angesichts der zurückgebauten Bauweise wäre das nicht der Fall, erwiderte die Verwaltung im Gespräch mit den Bürgern. Außerdem erhöhe sich die Verkehrsbelastung weiter, so die Anwohner. Sie rechnen mit 50 zusätzlichen Fahrzeugen in dem Bereich.
Die Mitarbeiter der Verwaltung erklärten, dass laut einer Verkehrszählung über 24 Stunden rund 1300 Fahrzeuge in den Stadtteil gefahren wären und 1100 Fahrzeuge ihn während der Zählung wieder verlassen hätten. Den erhöhten Parkdruck in Richtung Mendener Straße sah die Verwaltung nicht. Etwaige Besucher würden im Bereich der heutigen Parkplätze des Tennisplatzes abgefangen werden und für die künftigen Bewohner stünden ausreichend Tiefgaragenplätze zur Verfügung. Die Anwohner bezweifelten, dass die Tiefgarage für kurzes Parken genutzt würde, sondern dafür die Straße herhalten müsse.

Wanderweg weiter für Fußgänger nutzbar

Die Befürchtung, die neuen Häuser seien höher als die auf der gegenüberliegenden Seite, sei unbegründet. Von der Icktener Straße aus seien zwei Geschosse sichtbar. Die Skizzen gäben nicht die genauen Höhenverhältnisse wider. Richtig sei, dass einige der heutigen Anwohner nicht mehr auf Bäume, sondern auch Häuser blicken werden. "Und deren Wert sinkt dann ab", befürchtete einer der Anwohner.
"Der Wanderweg bleibe weiter für Fußgänger nutzbar", betonte die Verwaltung. Darauf müsse ein künftiger Investor Rücksicht nehmen. Es gebe durchaus Anfragen von Interessierten. Eine Entscheidung, wer dort tatsächlich baut, sei aber noch nicht gefallen.
Probleme mit Überschwemmungen des Baches, der teilweise verrohrt unter dem Gelände durchfließt, sahen die Planer nicht. Alle Anregungen und Vorschläge würden nun aufgenommen und im weiteren Planungsprozess ihren Niederschlag finden. Zusätzlich flössen noch die zahlreichen Gutachten ein, die noch ausstünden sowie die Ergebnisse aller weiteren Beteiligten. Liegen alle Informationen vor - vermutlich am Ende des Jahres - erfolge die Offenlegung der dann überarbeiteten Pläne. In einer zweiten Beteiligungsrunde könnten sich die Bürger dann mit den neuen Plänen erneut auseinandersetzen. Erst dann könne der mögliche Satzungsbeschluss - frühestens Mitte 2018 - dem Rat vorgelegt werden. Am Dienstag, 4. April, findet ab 19 Uhr im Ratssaal des Rathauses Kettwig eine öffentliche Diskussion statt. Wer sich im Internet über die Planung informieren möchte, findet Informationen unter www.essen.de/stadtplanung. Hier können auch Stellungnahmen abgegeben werden.
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