Bürger gegen Fluglärm: MIt Postkarten-Aktion und Unterschriften Druck auf den Minister machen

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Jürgen Weichelt (l.) und Georg Regniet vom Verein "Büger gegen Fluglärm" wollen mit einer Postkarten-Kampagne den Druck auf die Politik erhöhen.
 
Mit dieser Postkarte kann sich jeder einzelne für mehr Nachtruhe starkmachen.

Um 22 Uhr muss Schluss sein mit den Nachtflügen! Das fordert der Verein "Bürger gegen Fluglärm" nicht zum ersten Mal. Aber jetzt soll der Druck auf die Politik erhöht werden mit einer Postkarten-Kampagne.

Während wir in der Redaktion des Kettwig Kuriers zusammen sitzen, um über das Thema Fluglärm zu sprechen, hört man bei geöffnetem Fenster eine Maschine nach der anderen in sehr kurzen Abständen über Kettwig hinwegbrausen. "Die Flugzeuge kommen über Velbert und den Baldeneysee hereingeflogen für den Landeanflug nach Düsseldorf", erklärt Jürgen Weichelt von den "Bügern gegen Fluglärm". Der Landeanflug führt bei Westwind über Essen. "Und wir haben etwa 70 Prozent Westwind und nur 30 Prozent Ostwind", so Weichelt weiter. Bei Ostwind finden die Starts von Düsseldorf über Essen statt. "Aber gestartet werden darf eh nur bis 22 Uhr, das ist dann weniger ein Problem."

Bei Verspätungen wird bis 24 Uhr gelandet

Zurzeit dürfen in Düsseldorf Flieger bis 23 Uhr abends landen. "Bei Verspätungen dürfen sie allerdings auch bis 24 Uhr landen", sagt Georg Regniet vom Vorstand der "Büger gegen Fluglärm". Und bei dem Verkehrsaufkommen gerade im Sommer sind fast immer viele verspätete Flieger unterwegs. Im vergangenen Jahr seien 11.673 Maschinen nach 22 Uhr gelandet, davon in den Sommermonaten 7326. Und es deute alles daraufhin, dass in diesem Jahr neue Rekorde aufgestellt würden, da bereits in den ersten fünf Monaten 2018 4448 Flüge nach 22 Uhr verzeichnet worden sind. "Da bleibt nicht viel Zeit für die Nachtruhe."
Alleine zwischen 2013 und 2016 hätten die Nachtflüge um 27,5 Prozent zugenommen. Dem will der Verein nun endlich einen Riegel vorschieben und durchsetzen, dass zwischen 22 Uhr und 6 Uhr sowie an Feiertagen bis 7 Uhr morgens kein Flugverkehr stattfindet.

Große gesundheitliche Belastung

"Die gesundheitliche Belastung ist viel größer, als manche annehmen", sagt Georg Regniet. Studien zeigten, dass der Tiefschlaf unterbrochen wird, Puls und Blutdruck steigen an - auch bei Menschen, die gar nicht den Eindruck haben, mehrmals in der Nacht geweckt worden zu sein. Besonders für Kinder können die Folgen Entwicklungsstörungen sein. Regniet: "Das Bundesumweltamt fordert ebenfalls, Nachtflüge einzuschränken." In anderen Bereichen greifen bereits Lärmschutzverordnungen ab 22 Uhr, beim Luftverkehr leider noch nicht.
Der Verkehrsminister hatte nach früheren Kampagnen und einem offenen Brief angekündigt, sich mit den Fluggesellschaften zusammenzusetzen, um über die Verspätungssituation zu sprechen, aber bisher sei dies noch nicht geschehen.
Mit einer Postkarten-Kampagne gemeinsam mit anderen Vereinen und Initiativen und einer Unterschriftensammlung soll mehr Druck auf Verkehrsminister Hendrik Wüst ausgeübt werden.

Infostand am Samstag, 7. Juli, bei Rewe

Vertreter des Vereins "Bürger gegen Fluglärm" sind mit einem Infostand am kommenden Samstag, 7. Juli, von 10 bis 14 Uhr bei Rewe Lenk an der Hauptstraße. Der Verein appelliert an die Kettwiger die Kampagne zu unterstützen, ob per Postkarte, Unterschrift oder über die Online-Petition. Die Postkarten werden gesammelt und am Ende der Kampagne an Minister Wüst übergeben.
In Kettwig gibt es drei Geschäfte mit Sammelboxen für die Postkarten (Lotto Uwe Manthey, Rheinstraße 2; Hörsysteme Wessling, Hauptstraße 43-61; und Waschkorb Hell, Werdener Straße 9), die man aber natürlich auch einfach ausfüllen, frankieren und in den Briefkasten werfen kann.
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