Der Rathausturm ist weg

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Bis vermutlich Herbst ohne Turm: Das Kettwiger Rathaus
 

Kettwig. Der kleine Turm auf dem Kettwiger Rathaus ist weg. Ein Kran hob das rund 2,5 Tonnen schwere Türmchen vom Sockel.

"Der Turm ist außergewöhnlich gebaut", erzählt Jörg Angenendt von der Firma Homeier. Nun werde das Bauordnungsamt entscheiden, wie der Turm saniert werde. "Wir schaffen den Turm erst einmal auf unser Firmengelände", fährt der Dachdecker fort. Das Dach auf dem Rathaus sei geschlossen. "Der Turm stand auf acht Pfosten. Und die sind völlig morsch." Darum sei es gut, dass er jetzt abgenommen wurde. Aber auch die Schieferplatten wiesen erste Schäden auf.

Einen der acht Balken am Turm sicherte sich Armin Rahmann von den Kettwiger Museums- und Geschichtsfreunden e.V. für das Museum. "Eigentlich sehen die Balken noch gut aus", meinte er bei der Begutachtung. Allerdings seien die Anzeichen des Verfalls zumindest an der Außenseite erkennbar.

"Es wurde auch Zeit, dass der Turm wegkommt", meinte ein anderer Dachdecker und zeigt, wie marode Teile des Gebälks sind. Das Dach oben sei zwar geschlossen, "aber irgendjemand hat Nägel durch die Dachpappe gehauen. Da fließt natürlich Wasser durch". Auf Dauer werde es dann feucht.



Um kurz nach 12 Uhr stand der tonnenschwere Turm auf dem Lastwagen, wurde gesichert und später abtransportiert. Bis zum Herbst bleibt das Rathaus "turmlos", dann soll er wieder aufgesetzt werden, hieß es am Rande des Abbaues.
Am 30. April hatten Experten die fehlende Standfestigkeit des Turmes festgestellt. Zugleich hatten sie den Eingang und Vorplatz des Rathauses gesperrt. Frei sind inzwischen die acht Parkplätze hinter dem Rathaus. Der Platz und der Eingang selbst sind noch gesperrt.

Aktualisierung 13.35 Uhr:

"Ich kann weder bestitigen noch dementieren, ob der Turm im Herbst wieder auf dem Rathausdach steht", erklärte soeben Nicole Mause. Erst einmal seien nun die Experten der Bau- und Denkmalverwaltung am Zug, um zu sehen, "wie wir das angehen lassen müssen", so die Pressesprecherin der Stadt Essen und Leiterin des Presse- und Kommunikationsamtes weiter.

14.30 Uhr:

Derzeit prüfen Experten von der Gerüstplattform aus, wie mit der Baustelle weiter verfahren werden soll.


Freitag, 15. Mai:
"Das Bürgeramt Kettwig ist bis auf Weiteres nicht über den normalen Haupteingang zu betreten. Durch die Absperrung des Vorplatzes und des Eingangs zum Altbau des Rathauses können Besucherinnen und Besucher das Bürgeramt nur über den Neubau und die Verbindung zwischen dem Neubau und dem Altbau erreichen", das teilt die Verwaltung mit.

"Vom Eingang des Neubaus aus wird der provisorische Weg ausgeschildert. Dieser provisorische Zugang ist allerdings nicht barrierefrei. Besucherinnen und Besuchern, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind wie zum Beispiel Rollstuhlfahrer oder Personen mit Rollatoren, sollten während dieser Zeit nicht das Bürgeramt Kettwig aufsuchen. Diese Einschränkung gilt ebenfalls für Besucherinnen und Besucher mit Kinderwagen."

Alternativ könne jedes andere Bürgeramt in Essen aufgesucht werden; das gelte nicht für die Abholung von beantragten Pässen und Ausweisen, heißt es weiter.
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