Kettwiger beklagen Einbrüche und Vandalismus

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Der Leitende Polizeidirektor Detlef Köbbel nahm die Unterschriften von Burkhard Settner entgegen.

Kettwig. Viele Bürger sind unzufrieden mit der Sicherheitslage in Kettwig. 1400 Unterschriften belegen dies. Monika Mammone und Burkhard Settner sammelten sie in wenigen Wochen. Am Mittwoch übergaben sie die Listen der Polizei.


„Einbrüche im Winter und Vandalismus im Sommer“ beklagen Mammone und Settner. „Und die Verunsicherung der Bürger in Kettwig wächst.“
Das erklären sie während eines Gesprächs mit der Polizei am Mittwoch in der Wache an der Hauptstraße. Polizeirat Holger Schepanski, Leiter der Polizeiinspektion Essen-Süd, und Detlef Köbbel, Leitender Polizeidirektor Gefahrenabwehr und Einsatz hatten die beiden eingeladen.

Keine personelle Verstärkung



„Nein, mehr Polizisten wird es in Kettwig nicht geben. Es sei denn, die Kriminalitätsrate steigt drastisch“, weist Köbbel die Forderung nach mehr Personal zurück. Eine Besetzung der Wache rund um die Uhr gebe es nicht. „Wer sagt denn, dass man mit weniger Personal weniger Sicherheit hat“, so der leitende Polizeidirektor.
Der Blick auf die Zahlen zeige, dass die Einbruchsdelikte in Kettwig mit 72 Fällen 2014 niedriger waren als in den Vorjahren( 2013= 74; 2012= 76 Einbrüche). Auch die 97 angezeigten Vandalismusfälle seien, im Vergleich zum restlichen Stadtgebiet, gering.
Die Bürgererfahrungen, dass die Polizei unlustig, zu langsam oder gar nicht auf Hilfeanrufe reagiere, wiesen die Polizisten zurück. „Wer die Notfallnummer 110 anruft, dem wird geholfen“, betonen Schepanski und Köbbel. Bei Einbrüchen mit Tätern vor Ort, bei Körperverletzungen und anderen Kapitaldelikten rückten die Beamten sofort aus. „Nach durchschnittlich fünf Minuten sind wir in derartigen Fällen vor Ort“, sagt Schepanski.
„Einbrüche sind ein Problem“, gibt der Polizeirat zu. „Die Täter kommen und verschwinden wieder schnell.“ Allerdings scheitern sie in rund 40 Prozent aller Fälle. Und im Vergleich zum Vorjahr stieg die Aufklärungsquote um drei auf rund elf Prozent.

Präventionsaktion nach Ostern


Je enger die Zusammenarbeit mit den Bürgern sei, desto größer die Chance, Kriminelle zu schnappen. „Wer etwas Verdächtiges oder einen Einbruch aus sicherer Entfernung sieht, sollte sofort die 110 anrufen“, sagen die Polizisten. Optimal sei, wenn der Anrufer am Telefon bleibe und weitere Infos geben.
Und auch beim Vandalismus müssen sich die Verursacher in diesem Jahr warm anziehen. „Wir werden uns das Treiben an der Ruhr genau ansehen“, verspricht Schepanski. Entsprechende Erfahrungen hat insbesondere die Kettwiger Kradgruppe gesammelt - mit Null-Toleranz.
„Allerdings ist es nicht unsere Aufgaben, Kinder und Jugendliche zu erziehen“, betonen die beiden Beamten. Erziehung sei Sache der Eltern. Und die dürften die Verantwortung nicht abgeben.
„Zusätzlich veranstalten wir eine Präventionsaktion nach Ostern“, kündigt Schepanski an. „Dort geben wir Tipps, wie man die eigenen vier Wände sichern kann. Außerdem informieren wir über die gängigen Betrugsmethoden wie dem Enkel- oder dem Glas Wasser-Trick.“
Nach dem Gespräch zeigten sich Mammone und Settner zufrieden. „Wir wissen nun, dass wir als Bürger ernstgenommen werden. Ich weiß jetzt, was ich bei Fragen zur Sicherheit meinen Kunden sagen kann“, sagt Initiatorin Mammone.
„Aber ich bleibe der Überzeugung, dass die Polizei mehr Personal benötigt. Aber das entscheiden ja die Politiker in Düsseldorf und nicht die Beamten vor Ort.“
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