Sanierung des Kettwiger Rathauses diskutiert

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Die Außen- wie Innensanierung des Kettwiger Rathaus bleibt ein Bauerthema derBezirksvertetung IX.

Die Politiker der Bezirksvertretung IX kritisieren unisono die schleppende Sanierung des Kettwiger Rathauses. Einzig der Nachbau der Turmhaube und die Installation im Dezember sei positiv zu betrachten.

Die Fassade hingegen bleibe weiter eingerüstet. Die davor angebrachten Tuffsteine seien mit rostendem Stahl verankert und die Fugen ausgewaschen. Das führe nach Angaben der Verwaltung dazu, dass die Steine nicht mehr sicher mit dem dahinter liegenden Ziegelmauerwerk verbunden sind. Die Platten drohen herauszufallen. Inzwischen sei festgestellt worden, dass es für eine nachträgliche Verankerung der Tuffsteine keine „zulassungskonformen Dübel gibt.“ Das liege nach Angaben der Verwaltung „zum einen an dem Naturstoff Tuffstein, der mit seinen, je nach Steinbruch, unterschiedlichen Eigenschaften keiner Norm unterworfen werden kann, zum anderen an dem Mörtel der verwendet werden muss, um eine denkmalgerechte Ausführung zu gewährleisten.“ Für die Dübel sei zunächst eine „bauaufsichtliche Zulassung“ für diesen Einzelfall nötig. Das könne rund drei Monate dauern. Die Ausschreibung der Sanierung finde vermutlich im Dezember statt. Die Ausführung beginne, so schätzt die Verwaltung, im April kommenden Jahres.

Der Umzug der Bezirksverwaltungsstelle in das erste Geschoss sei in Planung. Bislang erfolgten vorbereitende Maßnahmen wie Schadstoffanalyse und technische Vorbereitungen. In die bisherigen Räume könnte nach dem Umzug dann ein gastronomischer Betrieb einziehen. Allerdings gebe es in den vorgesehenen Räumen Feuchtigkeitsprobleme und die Grundleitungen müssten gegebenenfalls saniert werden. Eine Nutzung der Toiletten im Rathaus wären unter der Obhut des Gastronomiepächters während der Öffnungszeiten möglich. Die vorgesehene Nutzung der Außenflächen für die Gastronomie sei „grundsätzlich denkbar“, wenn die Rettungswege eingehalten würden. Solange die Fassade aber nicht restauriert sei, könne der Außenbereich nicht genutzt werden. Außerdem müssten für die Gastronomie eine „entsprechende behördliche Genehmigung“ eingeholt werden.
Vor der Vermietung der ehemaligen Hausmeisterwohnung wären "Renovierungsmaßnahmen nötig“, teilte die Verwaltung den Bezirkspolitikern mit. Der Pachtinteressent für die Gastronomie habe eine Mitanmietung seinerzeit in Erwägung gezogen und wollte diese auf eigene Kosten herrichten. Es müsse nun geklärt werden, ob das Interesse des Gastronomen weiter bestehe.
Die Politik reagierte verärgert auf die schriftlichen Ausführungen der Verwaltung. Die Mitglieder der BV erinnerten daran, dass die Idee der gastronomischen Nutzung seit über drei Jahren im Raum stehe. Es stelle sich die Frage, ob die Verzögerungen durch die Verwaltung bewusst betrieben würden. Es bestehe die Gefahr, dass dadurch Investoren vergrault würden. Die Politik bedauerte, dass weder die angemahnten Kosten für das Gerüst noch die Gründe für die Verzögerung der Sanierung im Innenbereich dargelegt worden seien. Auch die Lage des Rathausinnenhofes sei in einigen Bereichen ungeklärt – insbesondere die Frage nach der Bewirtschaftung der stadteigenen Parkplätze. Unbestätigt blieben Informationen der Politik, nach denen vor Jahren im Rathausturm eine Wanne aufgestellt worden sei, um eindringendes Regenwasser aufzufangen. Allerdings soll die Wanne nicht regelmäßig geleert worden sein.
Die Sanierung des Kettwiger Rathauses soll in der kommenden Sitzung des Gremiums erneut behandelt werden. Dann soll ein Vertreter der Immobilienwirtschaft die Fragen der Politik beantworten.
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