Bergschaden: S 6 fällt weiter aus / Ersatzverkehr eingerichtet

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Diplomingenieur Peter Hogrebe, Dezernent Altbergbau der Bezirksregierung Arnsberg, und Erwick Schick, Leiter Produktionsdurchführung Duisburg von der Deutschen Bahn, sorgen für die Sanierung unter- wie oberirdisch. (Foto: Bangert)
 
Die alte Karte von 1870 und eine aktuelle Karte wurden übereinander gelegt, um den Standort genau zu lokalisieren. (Foto: Bangert)

Werden /Essen. Bis zum kommenden Mittwoch, 1. April, bleibt die S 6-Strecke zwischen Werden und Essen Hauptbahnhof wegen eines Bergbauschadens gesperrt.

Es beginnt alles recht harmlos: Am Montag, 16. März, wird im Wald an der Eschenstraße ein kleiner Tagesbruch entdeckt. „Anhand einer alten Karte von 1870, die mit einer aktuellen verglichen wurde, stand fest, dass ein Schacht unter der Bahntrasse liegt.“ Das erklärte gestern Mittag Diplomingenieur Peter Hogrebe, Dezernent für Altbergbau bei der Bezirksregierung Arnsberg, während einer Pressekonferenz an der Eschenstraße. Daraufhin wurden Bahn und Stadtverwaltung informiert. Die Straße wurde gesperrt.

Zwei Bodenmulden gefunden


„Ein Suchtrupp ist die Strecke Meter für Meter abgegangen und fand zwei Bodenmulden nahe des vermuteten Schachtes“ erklärt Erwin Schick, Leiter Produktionsdurchführung Duisburg. „Das führte dann am Freitag sicherheitshalber zur Sperrung“, sagt Schick. Inzwischen steht fest, dass die Mulden nichts mit Bergbau zu tun haben.

Verfüllung stand oben auf der Prioritätenliste


„Die Verfüllung dieses und zwei weiterer Schächte stand ohnehin ganz oben auf unserer Prioritätenliste“, fährt der Dezernent fort. „Insofern waren wir vorbereitet und begannen am Freitag sofort mit den Bohrungen. Bis heute sind es 43. Die Mehrheit traf auch die Schächte. Zwei der Bohrlöcher sind inzwischen mit rund 120 Kubikmeter einer Art Flüssigbeton verfüllt.“
Insgesamt rechnet der Dezernent damit, dass noch über 600 Kubikmeter folgen. „Aber man weiß nie genau, ob die Menge wirklich ausreicht. Wir sanieren im Bereich der Bahn auf einer Breite von 25 und einer Länge von 70 Metern“, erläutert der Dezernent. „Wir gehen davon aus, das wir bis Mittwoch die Gesamtmaßnahme erledigt haben.“
Rund 25 Meter tief führt der Schacht unter der Bahn zum Flöz Plaßhofsbank. Der hatte eine maximale Stärke von 1,50 Metern.

Kosten rund 400.000 Euro


Die Kosten der Verfüllung bis auf eine Tiefe von rund 20 Metern beziffert der Dezernent auf rund 200.000 Euro.
„Dazu kommen dann aber noch die Kosten der Bahn“, ergänzt Schick. Nach der Verfüllung folge das erneute Ausmessen und gegebenenfalls Ausrichten der Gleise sowie die Neuvermessung der kleinen Brücke. Das schlage mit rund 100.000 Euro zu Buche.
„Der Schienenersatzverkehr mit den Bussen wird ebenfalls rund 100.000 Euro kosten“, prognostiziert Bahnsprecher Dirk Pohlmann. „Außer der Bahn und der Eschenstraße ist das angrenzende Waldgebiet betroffen“, sagt Hogrebe. „Aber dort verfüllen wir vorerst nicht. Auf der Prioritätenliste stehen noch 30 andere Schächte im Essener Stadtgebiet.“ Sie liegen vorrangig im Süden, „sind aber im Gegensatz zu hier nicht so gefährlich“, betont der Dezernent.

Seine Behörde kontrolliere allerdings nur Schächte von Gesellschaften, die keine Rechtsnachfolger haben. Die aktuellen und ehemaligen Bergbaugesellschaften prüften ihrerseits deren eigene Schächte.
„Die Essener Hausbesitzer, die möglicherweise betroffen sind, werden derzeit von uns angeschrieben und über die anstehenden Maßnahmen informiert. Danach treten wir an die Öffentlichkeit“, sagt Hogrebe zum weiteren Sanierungsverlauf ehemaliger Schächte in Essen.

Schienenersatzverkehr eingerichtet


„Der angelaufene Schienenersatzverkehr läuft gut“, meint Bahnsprecher Pohlmann. Er verkehre vom Bussteig 4/5 am Essener Hauptbahnhof bis nach Werden und zurück.
„Natürlich verlängert sich die Fahrzeit, weil Busse nun mal langsamer vorrankommen. Der Fahrplan ist auf unserer Internetseite http://www.bahn.de/blitz/view/nrw/uebersicht.shtml zu finden“, informiert der Bahnsprecher.
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Gottfried Czepluch aus Essen-Ruhr | 24.03.2015 | 20:40  
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