Der Traum von der Traumfigur - und wie schnell gerade junge Mädchen in die Magersucht abrutschen!

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  Essen: Meisenburgstraße, Umstand | Sommerzeit, warme Temperaturen, wenig Stoff - viel Haut. Zeit also, figurtechnisch „Farbe zu bekennen“. Während manch‘ einer großmütig über das eine oder andere Fettpölsterchen hinwegsehen kann, sehen andere das im wahrsten Sinne des Wortes enger!

Weil eng müssen sie heute sein - die Jeans der 13- bis 18-jährigen. Und viel Größer als eine 34/ 36 sollte es auch nicht sein. Schlank - besser noch sehr schlank - lautet das gängige Schönheitsideal, das durch die Werbung und verschiedene Fernsehformate (wie Germany‘s next Topmodel) Unterstützung findet. Welche Gefahren und Risiken hinter diesem Trend stecken haben wir bei Uta Bammel nachgefragt, die eine Praxis für Psychotherapie und die Ernährungsberatung „EssensLust“ an der Meisenburgstraße betreibt.
Sie ist sich sicher: „Das Thema Essen gewinnt bei uns immer mehr an Bedeutung - leider selten in Zusammenhang mit gesunder Ernährung, sondern mit dem Thema Abnehmen - oder auch ‚Nicht-Zunehmen‘.“ Genau werden andere und deren Optik unter die Lupe genommen und Vergleiche angestellt. „Die Fachbegriffe des ‚Fat- oder des Diet-Talk‘ beschreiben es ganz treffend: Das sprechen über die eigenen körperlichen Unzulänglichkeiten und über die der Anderen. Diese Oberflächlichkeiten bestimmen häufig die Gespräche betroffener Mädchen!“
Ess-Störungen - ob Magersucht (Anorexia) oder Ess-Brech-Sucht (Bulimie) - sind nach wie vor eher ein weibliches Problem - zunehmend sind allerdings auch Jungen und Männer betroffen - und oftmals ein Ausdruck extremer, seelischer Konflikte. „Die Ursachen sind häufig sehr vielschichtig - gerade in einer Lebensphase wie der Pubertät sind Jugendliche empfänglich. Schwierige, emotionale Prozesse wie die Loslösung von den Eltern, die Suche nach einer gewissen Selbstbestimmtheit, Identitätssuche oder einfach nur Stress mit den Freunden lasten oft schwer auf der Seele. Sehr viel häufiger sind Mädchen betroffen - in Essen kann man außerdem ein Nord-Süd-Gefälle zu Ungunsten des Essener Südens erkennen - zumindest was die Magersucht oder die Ess-Brech-Sucht betrifft. Gerade in Familien, in denen vermeintlich keine Sorgen und Nöte vorherrschen, die Eltern sich sehr um die Kinder bemühen aber auch ein gewisser Leistungsdruck vorgelebt wird, kann man Ess-Störungen finden.“

Aber nicht nur das Verhältnis der Jugendlichen zum Thema Essen sei häufig Zwiegespalten. „Achten Sie einmal drauf: Wir sprechen eigentlich ununterbrochen über das Essen. Sind wir in einem Restaurant, überlegen wir oft nicht, was uns schmeckt, sondern was sich nicht direkt auf unseren Hüften niederschlägt. Oder wie gerne wir noch einen Nachtisch essen würden - aber leider sind wir ja auf Diät...“ Auf der anderen Seite erfreuen sich Koch-Shows im Fernsehen seit Jahren ungebrochener Beliebtheit. „Und trotzdem wird in den Familien heute immer weniger gekocht und die wenigsten jungen Frauen sagen von sich noch, dass sie kochen können. Gerade Mütter könnten in diesem Zusammenhang ein Vorbild sein.“
Generell sollten Eltern, die den Verdacht hegen, ihr Kind könnte an einer Ess-Störung leiden, möglichst frühzeitig den Kontakt zu einer professionellen Anlaufstelle suchen. „Umso früher man sich Hilfe sucht, desto größer sind die Erfolge. Eine Ernährungsberatung für die Jugendlichen, professionelle Unterstützung, eine Beratung der Eltern, ganz viel Sprechen und für jeden ein ganz individuelles Konzept.“
Und dann gesund und mit einem guten Körpergefühl ins eigene Leben starten!
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