Neues neurologisches Angebot „Attention Lounge“ in der Kettwiger MediClin

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Vor dem großen Gehirn-Modell im Foyer der Kettwiger MediClin, v.l.n.r.: Dr. Dirk Bassenge, Sylvia Neuhaus, Dirk Schmitz, Professor Dr. Mario Siebler, Martin Battling.
Essen: Auf der Rötsch |

„Die junge Frau hatte einen Motorrad-Unfall, ihr Gehirn ist geschädigt. Sie kann sich nicht alleine helfen, geschweige ihren Haushalt mit zwei kleinen Kindern stemmen. Solchen Menschen müssen wir helfen!“

Professor Dr. Mario Siebler von der MediClin-Fachklinik Rhein/Ruhr : „Es sind ja mehr als nur kleine Gedächtnislücken - da werden junge Menschen durch Unfälle, Schlaganfälle oder einen Herzstillstand aus ihrem Leben geworfen. Eine Folge ist dabei, dass die innere Uhr verstellt wurde. Der gewohnte Tagesrhythmus ist völlig aus der Bahn geworfen. Dadurch entstehen weitere Probleme, die Patienten geistern nachts herum, sind tagsüber zu müde, um zum Beispiel wieder in ihren Beruf zurück zu kehren!“

Verwirrte Patienten

Oft ist Rundum-Betreuung notwendig, der Patient ist verwirrt, findet die Ausgangstür nicht mehr. Die klassische Behandlung, auch nach Schlaganfällen, endet üblicherweise bald, dann gibt es höchstens noch etwas Physiotherapie. „Und die Patienten fallen in ein Loch“, weiß MediClin-Geschäftsführer Dirk Schmitz: „Unser Ansatz ist ein ganzheitlicher, denn unser Motto ‚MediClin integriert‘ ist für uns nicht nur ein Verkaufsslogan. Wir geben den Menschen ihre Würde zurück!“
Deswegen eröffnet die Fachklinik eine neuartige Spezialstation für neurologische Patienten mit gestörter Tag-/Nachtrhythmik, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen oder mit eingeschränkter Planungsfähigkeit und Orientierung.

Zeitliches Raster

Diese „Attention Lounge“ bietet ein zeitliches Raster, welches morgens mit dem Frühstück beginnt. Die Patienten sitzen dabei unter Leuchten mit speziellem Licht - bis zu 12.000 Lux! So wird im Gehirn ein für den Tagesrhythmus wichtiges Hormon produziert, welches hilft, „den verstellten Uhrzeiger wieder zu justieren.“. In zwei Therapieräumen wird vormittags im neurologischen Bereich gearbeitet, zum Beispiel sollen sich die Patienten an Einzelheiten eines am Vorabend gesehenen Kurzfilms erinnern.
Nach dem Mittagessen folgt eine Ruhephase in den verdunkelten Schlafräumen, mit einer Wärmepackung und beruhigender Musik. Dann folgt der „sportliche“ Teil, das Aktivierungsprogramm mit Ergometer- und Schwimmtraining und individuellen Bewegungsübungen. zum Abschluss des Tages gibt es einen Gruppenabend, zusätzliches Training oder einen wohltuenden Besuch der Angehörigen.

Konkrete Ziele erreichen

Professor Siebler verspricht nichts: „Ich sage nicht, dass alles wieder gut wird. Aber wir besprechen mit unseren Patienten konkrete, erreichbare Ziele!“ Ganz oben auf der Wunschliste stehen da das „nach Hause dürfen“, wieder Autofahren können, in den Beruf zurückkehren...
In der „Attention Lounge“, die zurzeit über zehn Betten verfügt, kümmern sich der Neurologe Martin Battling, eine Krankenschwester, ein Logopäde, ein Ergo- und ein Physiotherapeut um die Patienten.

Hoher Aufwand

Ein hoher personeller Aufwand, der sich rentiert, so Dirk Schmitz: „Wir führen im Moment sehr vertrauensvolle Verhandlungen mit den Kostenträgern, die langsam begreifen, dass unser Modell langfristig Gelder spart! Auch die private Haftpflicht eines Unfallgegners würde entlastet“.
Genauso sehen es Mario Leisle von der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe und Carsten Freitag, ZNS-Stiftung Hannelore Kohl : „Leider krankt hier das deutsche Versorgungssystem - keine Krankenkasse möchte für die Konkurrenz Pionierarbeit leisten.“ Ein wahres Wort, denn genau das sind Professor Siebler und seine Mitstreiter: Pioniere!
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