Tür schnell geknackt

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„Eine aufmerksame Nachbarschaft hilft, Einbrecher frühzeitig zu entlarven“ sagt die Polizei und fordert dazu auf, „lieber einmal mehr anzurufen.“ (Foto: Bangert)

Dreimal mit dem großen Schraubenzieher gehebelt und das Fenster ist offen. Wenn man Heinz Stiefken-Badin zuschaut, glaubt man, ein Profi-Einbrecher ist am Werk.


Doch weit gefehlt, der Mann ist Kriminalhauptkommissar bei der Polizei Essen. Im Bereich Kriminalprävention zeigt er Bürgern, wie leicht es Einbrecher oft haben, Fens-ter und Türen zu öffnen.
Wortlos drückt mir der Polizist das Werkzeug in die Hand. Mehr als zwei Minuten werkele ich herum, folge den Anweisungen. Dann endlich gibt das Fenster nach und öffnet sich.
„Sie werden keine erfolgreiche Einbrecherkarriere machen“, sagt mir der Kriminalhauptkommissar ins Gesicht. Es habe viel zu lange gedauert, bis das Fenster offen war. „Profis benötigen dafür nur wenige Sekunden“, erklärt Stiefken-Badin. Eine erschreckende Erkenntnis. „Nein“, erwidert der Polizist, „Resignation ist fehl am Platz. Es gibt genügend Möglichkeiten, sich vor Einbrechern zu schützen“, betont der Kriminalhauptkommissar.


Fast jedes Fenster nachrüstbar


Die mechanische Sicherung stehe immer an erster Stelle. „Der Einbrecher soll ja gar nicht erst ins Haus kommen.“ Je länger das Öffnen dauere, desto größer die Abschreckung. „Das Entdeckungsrisiko steigt mit jeder Sekunde. Und davor scheuen die Täter zurück.“ Schwachstellen von Gebäuden seien immer Fenster und Türen. Stehe ein Austausch bevor, „rate ich, nicht nur auf energetische Qualitäten zu achten. Eine Pilzkopfverriegelungstechnik sollte mit eingebaut werden.“ Die könne auch im Bestand installiert werden. „Fast jedes Fenster oder jede Tür kann nachgerüstet werden.“
Auch einbruchhemmende Schlösser helfen, Langfinger abzuwehren. „Kellerfenster und Kellerlichtschächte sollten entsprechend mit abgesichert werden“, sagt der Kriminalhauptkommissar. Inzwischen gebe es auch finanzielle Unterstützung vom Staat. Unter anderem fördere die KfW den Einbau einbruchhemmender Produkte. Im Rahmen der Förderung gebe es Mittel beispielsweise für der Einbau barrierearmer, einbruchhemmender Türen. Das gelte auch für den nachträglichen Einbau von Rollläden und Fenstergittern oder die Nachrüstung mit selbstverriegelnden Mehrfachverriegelungen und Zusatzschlössern.
„Präventionsmaßnahmen lohnen sich immer“, ist der Polizist überzeugt. „Trotz der gestiegenen Fallzahlen, scheiterten im vergangenen Jahr rund 40,2 Prozent der Einbrüche.“
Wer sich im Dschungel der zahlreichen Angebote und Sicherheitsstandards nicht zurechtfinde, erhalte qualifizierte Beratung bei der Polizei.
„Wir stehen Privatpersonen, Vereinen oder Institutionen jederzeit gern zur Verfügung“, betont Stiefken-Badin. Auch Hausbesuche oder Infoveranstaltungen seien möglich.
Weitere Hinweise sind unter www.k-einbruch.de zu finden. Unter anderem können sich die Besucher durch ein „interaktives Haus“ klicken. Dabei erhalten sie anschauliche Tipps, wie und wo man sein Zuhause sichern sollte.
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