Essen wie die Kaiser - Römer AG des THG Kettwig probiert zum Fest alte Rezepte aus

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Die alten Römer Felix, Lars, Finn, Conrad, Jack und Constantin erobern das THG und lassen es sich dabei richtig gut schmecken. (Foto: Bangert)
 
Lars startete hoch motiviert mit den Grantäfpeln, . . . (Foto: Bangert)
Die Römer sind da. Stilecht in eine Toga gewickelt und auf Ligesäcken platziert, speisen sie Köstlichkeiten wie Brokkolisalat, kaltes Huhn mit römischem Brot oder Datteln gefüllt mit Nüssen, lassen es sich gut gehen und freuen sich auf die anstehenden Festtage. Wer jetzt allerdings glaubt, dass die beschriebene Szene mehr als tausend Jahre zurück liegt, der irrt. Und das gewaltig.

Die Römer-AG des Theodor-Heuss-Gymnasiums macht es möglich, dass die Bräuche aus dem alten Rom auch im 21. Jahrhundert im germanischen Kettwig liebevoll gepflegt und fortgeführt werden. Das Lehrerinnen-Duo Christina van Laack und Diana Wilbers machten es in diesem Schuljahr möglich und gaben den Geschichts- und Römerfreunden in der Unterstufe des THG eine Chance, mehr über die Römer und vor allem auch mehr über ihre Essgewohnheiten zu erfahren. Christina van Laack erzählt. „Wir wollten den Schülern aus der Unterstufe, die aktuell keine Geschichte auf dem Lehrplan haben, trotzdem die Chance geben, sich den alten Römern mal über eine ganz andere Richtung zu nähern. Und deren Esskultur und Speisen sind teilweise sehr modern, teilweise mussten wir sie dann doch ein wenig an unsere Mägen anpassen.“
So steht etwa der Klassiker der römischen Festtagsküche im THG dann doch nicht auf dem Speiseplan. „Die Römer haben frittierte Haselmäuse geliebt, waren teilweise ganz versessen darauf. Doch das wollte ich uns dann doch nicht zumuten“, beschreibt Diana Wilbers eine der kulinarischen Anpassungen, die die beiden Lehrerinnen vorgenommen haben.


„Die römische Esskultur war teilweise schon sehr modern, teilweise mussten wir sie doch an unseren Geschmack anpassen.“

Stattdessen stehen auf dem Speisenplan etwa „Dulcia domestica“ - dahintern verbergen sich für alle Nichtlateiner gefüllte Datteln. Gefüllt werden sie von Constantin dann auch ganz traditionell römisch mit Walnüssen. Auch hier hat Kursleiterin Christina van Laack gleich die passende Erklärung parat: „Die Römer haben eigentlich sehr gesund gegessen. Viel Obst, viel Geflügel und vor allem auch viele Nüsse. Und zumindest die Oberschicht hat sich auch entsprechend viel Zeit genommen und das Essen auch genossen.“
Vor dem Genuss haben aber auch schon die Götter der Römer den Schweiss gesetzt und so müssen die sechs Nachwuchsaristrokraten erst einmal selber ran und aus vielen frischen Zutaten ein leckeres Menü zaubern. So sind etwa Conrad und Lars ganz versessen auf den Obstteller und frische Pfirsiche sind ab diesem Moment genauso wenig sicher vor ihnen wie die Granatäpfel oder Weintrauben.
Allerdings - so ganz ohne Herd geht es dann auch in der Römer-AG des THG nicht. Zwar kein klassischer Steinofen, der von heißer Holzkohle auf Temperatur gebracht wird, sondern dann doch die moderne Variante mit Strom. Dafür hat sich van Laack aber so weit als möglich als römische Orginalrezept gehalten und etwa für das Brot Mehl, Quark, Anis und Nelken verwandt und es nicht auf Backpapier, sondern auf frischen Lorbeerblättern gebacken. „Die sorgen nicht nur dafür, dass der Teig nicht anklebt, sondern geben dem Brot auch noch einmal ein spezielles, mediterranes Aroma.“

„Statt Backpapier habe ich als Unterlage für den Brotteig frische Lorbeerblätter genommen.“

Dass die Jungs von der Römer-AG inzwischen ein eingespieltes Team sind, beweist ein Blick auf die Uhr. Nach nur einer guten halben Stunde sind die Köstlichkeiten fertig und werden vorsichtig in Richtung „Chillroom“ transportiert. Den dürfen die Schüler der Unterstufe eigentlich noch nicht betreten, doch als echte Römer bekommen sie eine Ausnahmegenehmigung.
In der Zwischenzeit hat sich Diana Wilbers als Dekofee erwiesen und die Ligesäcke stilecht um eine römisch dekorierte Tafel platziert. In der heißen Phase der Vorbereitung ist sie noch als Toga-Helferin gefragt. Das traditionelle Gewand der Römer sieht schick aus, bietet aber beim Anlegen so seine Tücken. och diese können die Nachwuchsaristrokraten nicht mehr stoppen und so lassen sie sich erleichtert nieder und dann geht er los, der römische Festtagsschmaus im THG. Bene vobis sapiat. Oder lasset es euch munden.
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