„Alle Facetten des Fußballs nutzen“

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Fabian Holzmann ist neuer Trainer in Mintard. Foto: DJK Mintard
 
Neuzugang Kevin Hougardy konnte bisher nur individuell trainieren. Foto: Archiv
Essen: Kettwig-Kurier |

Der neue Mintarder Trainer Fabian Holzmann stand dem Kettwig Kurier Rede und Antwort


Die DJK Mintard beeindruckte schwer: Nach dem souveränen Gewinn des renommierten Turniers um den Preußen Cup ist das Team in aller Munde. Als Kreispokalsieger stehen die Blau-Weissen in der ersten Runde des Niederrheinpokals und treffen am Sonntag, 7. August, um 15 Uhr daheim in der Aue auf den Lokalrivalen VfB Speldorf.

Der Kettwig Kurier unterhielt sich mit dem neuen DJK-Trainer Fabian Holzmann. Der 29-jährige Diplomingenieur ist A-Lizenzinhaber, seine fußballerischen Wurzeln liegen bei Rot-Weiß Mülheim. Er war zuletzt Trainer bei der U17-Bundesligamannschaft der Schönebecker Juniorinnen und ist als DFB-Stützpunkttrainer tätig.

Herzlichen Glückwunsch zum Turniersieg, Herr Holzmann. Ein 4:0 über den zukünftigen Konkurrenten und Fast-Aufsteiger in die Landesliga, den VfB Frohnhausen. Sind ihre Mintarder - immerhin amtierender Kreispokalsieger - nun endgültig im Favoritenkreis angekommen?
Erst einmal vielen Dank für die Glückwünsche. Der Sieg im Preußen Cup war eine tolle Sache für das gesamte Team und den Verein. Der Preußen Cup ist und bleibt aber ein Vorbereitungsturnier, daher sollte das Ergebnis nicht zu hoch gehängt werden. Fakt ist, dass das Team Potenzial hat. Ich denke, wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jüngeren Spielern. Wie auch in den Vorjahren wollen wir oben mitspielen und die Plätze 5 und 4 aus den Vorjahren durch gute Leistungen in der Saison 2016/17 bestätigen. In der diesjährigen Bezirksliga wird das jedoch eine Herausforderung. Mit dem VfB Frohnhausen, Vogelheimer SV, Burgaltendorf und sicherlich der einen oder anderen Überraschungsmannschaft ist die Qualität in der Liga insgesamt sehr hoch.

Wie lief ansonsten bisher die Vorbereitung, alle Mann an Bord?
Das Team hat in der Vorbereitung gut gearbeitet. Verletzungsbedingt konnten Daniel Litchfield, Marvin Robert, Tobias Kolb, Silvain Wirkus und Kevin Hougardy jedoch bisher ausschließlich individuell arbeiten. Ähnlich stellt es sich auch bei Manuel Schulitz dar.

Ein Wort zu den Abgängen Tim Kieselhofer, Volkan Yerek, Marco Glenz?
Bei allen Spielern konnte ich die Entscheidung nachvollziehen und wünsche ihnen auf diesem Wege nochmal alles Gute.

Ein Wort zu den Neuen?
Der 19-jährige Silas Baffour bringt sehr gute Anlagen mit. Der Sprung von den Junioren in die Senioren ist jedoch grundsätzlich immer eine Herausforderung. Diese meistert er aber bisher sehr gut.
Jannis Grube hat sich gut in der Vorbereitung präsentiert, zeigt eine große Flexibilität im Offensivbereich und strahlt Torgefahr aus. Eine Bereicherung für das Team.
Verletzungsbedingt konnte sich Kevin Hougardy bisher in Mintard noch nicht präsentieren. In der Vorsaison hat er jedoch bei Werden-Heidhausen gezeigt, was er drauf hat. Damit kann er uns weiterhelfen.
Torhüter Dominic Haas ist bereit, die Nachfolge von Marco Glenz anzutreten und wird der Mannschaft ebenso ein Rückhalt sein.
Von Manuel Schulitz können die jüngeren Spieler profitieren, als erfahrener Mann kann er aber auch die gesamte Mannschaft weiterbringen.
Alfio Verzi vereint viele Qualitäten, die uns weiterhelfen werden und hat sich in der bisherigen Vorbereitung einen festen Platz im Team erarbeitet.

Was fühlt ein Trainer, wenn er mit Marco Brings und Mathias Lierhaus so ein unwiderstehliches Offensiv-Duo zur Verfügung hat?
Grundsätzlich sind beide wichtig für das Team. Beide sind Spieler, die den Unterschied in einem Spiel ausmachen können. Umgekehrt ist das Team aber auch wichtig für die beiden. Ich bin der Überzeugung, dass jeder Fußballer seine individuellen Qualitäten nur in einer funktionierenden Mannschaft entfalten kann. Das ist eine sehr interessante Aufgabe, auf die ich mich freue.

Kleiner Rückblick: Was gibt es für einen Trainer mit immerhin DFB A-Lizenz an Erkenntnissen aus der jüngsten EM zu ziehen?
Im Gegensatz zu vorangegangenen Europa- und Weltmeisterschaften waren kaum innovative Spielkonzepte zu erkennen. Im Gegenteil. Insbesondere im Spiel gegen den Ball „glänzten“ viele Nationen durch Passivität. Einzig Deutschland und ansatzweise Italien hatten eine auf Balleroberung ausgelegte Spielstrategie gegen den Ball. Dies hat Konsequenzen auf den Ort des Ballgewinnes. Aufgrund der deutlich tieferen Balleroberungen fielen daher in der EM 2016 sehr viel weniger Tore aus direkten Umschaltbewegungen im Vergleich zum europäischen Top-Fußball z.B. der Champions League.

Was ist ihre Spielidee? Beim Preußen Cup überraschte ein steter Wechsel aus Kombinationen auf engstem Raum und Spielverlagerung mit langen Bällen.
Im modernen Fußball ist Variabilität nach wie vor ein wesentlicher Bestandteil. Das wollen wir sein: Variabel. Dazu gehören auch die oben genannten Elemente. Grundsätzlich möchte ich mit dem Team alle Facetten des Fußballs nutzen.

Am Sonntag kommt der Lokalrivale VfB Speldorf in die Aue. Die erste Runde des Niederrheinpokals verspricht, spannend zu werden. Wie werden Sie ihre Jungs einstellen?
Wir sind als klassenniedrigeres Team sicher der ganz klare Außenseiter. Hinzu kommt, dass uns einige Spieler fehlen werden. So sind Mathias Lierhaus, Jannis Grube und Julian Piontek verhindert. Des Weiteren haben wir den ein oder anderen krankheits- und verletzungsbedingten Ausfall zu beklagen, so dass wir insgesamt mit einem dünnen Kader antreten werden.
Wir wollen es dem VfB Speldorf aber trotzdem so schwer wie möglich machen und werden alles versuchen. Diese tolle Moral hat die Mannschaft. Vielleicht ist dann auch unter diesen Vorzeichen die Sensation möglich.
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