Im Interview: Trainer Boris Orlowski von der Kettwiger Rudergesellschaft

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Faszination Rudern: Mit dem Indoor-Cup, diesmal am 2. Februar, startet die KRG ins Sportjahr. (Foto: Strassmeier)
 
Boris Orlowski, Trainer der Kettwiger Rudergesellschaft, blickt auf das kommende Sportjahr voraus.
 
Top-Ruderin Fabienne Knoke wird aus gesundheitlichen und studientechnischen Gründen 2014 kürzer treten, (Foto: KRG)
Essen: Kettwiger RG |

In knapp drei Wochen ist es wieder soweit, dann steht mit dem Indoor-Cup der Kettwiger Rudergesellschaft(KRG) am Sonntag, 2. Februar, das erste sportliche Highlight in Kettwig auf dem Programm. Über dieses Event, die aktuelle sportliche Situation in der KRG und mögliche Zukunftsperspektiven plauderte Cheftrainer Boris Orlowski mit dem Lokalkompass.



In drei Wochen, Anfang Februar, steht mit dem Indoor-Cup der erste sportliche Höhepunkt des Jahres an. Wie ist der Stand der Vorbereitungen?
„Wir sind mit den Vorbereitungen voll im Plan. Mittlerweile richten wir diese Meisterschaften ja bereits zum 17. Mal in Folge aus und da hat man eine gewisse Routine. Wichtig ist, dass Schule, Stadt, Sponsoren und Verein an einem Strang ziehen und das ist glücklicherweise auch in diesem Jahr der Fall.“

Auf welche sportlichen Highlights dürfen sich die Kettwiger denn freuen?
„Wie in den vergangenen Jahren auch bildet der Indoor-Cup in Kettwig das Finale der „Deutschen Indoor-Rowing Serie“, der fünf bedeutendsten Events in Deutschland. Hier werden nach den Wertungsläufen in Frankfurt, Berlin, Lübeck und Ludwigshafen die Deutschen Ruderergometer-Meister des Winters 2013/2014 gekürt. In vielen Klassen ist es sehr eng, sodass ich mich schon jetzt auf die Finalentscheidungen in den Junior- und Eliteklassen in der THG-Halle freue.“

"Der Indoor-Cup in Kettwig ist wieder das Finale der 'Deutschen Indoor-Rowing-Serie." Boris Orlowski


Welcher KRG-Sportler geht aussichtsreich ins Rennen?
„2013 war das sportlich erfolgreichste Jahr in der Vereinsgeschichte. Da einige Aktive nach der Saison aus studientechnischen oder gesundheitlichen Gründen dem Leistungssport den Rücken gekehrt haben, sind wir in einem Neuaufbau. Wir haben aber einige junge Talente von denen wir hoffen, dass sie die Lücke bald füllen können. Vielleicht sehen wir ja in der THG-Halle schon einen neuen KRG-Stern aufgehen.“

Welche personellen Veränderungen gibt es?
Fabienne Knoke hat momentan gesundheitliche Probleme und viel Stress in ihrem Studium in Berlin. Sie wird in der kommenden Saison höchstwahrscheinlich nicht an den Start gehen. Imke Fütterer hat ihre leistungssportliche Karriere wegen ihrem Studium in Bayreuth beendet. Dorothee Beckendorff hat sich für ein Auslandsjahr in den USA entschieden. Lisa Quattelbaum muss sich eine OP unterziehen und fällt mindestens sechs Wochen aus. Die Ausgeschiedenen haben nicht der KRG, sondern dem Leistungssport den Rücken gekehrt.“

Wie läuft ansonsten die aktuelle Vorbereitung auf die kommende Sommer-Saison?
„Wie schon gesagt, sind wir im Neuaufbau. Ein Großteil unserer Trainingsgruppe war mit dem Nordrhein-Westfälischen Ruder-Verband über die Jahreswende in einem zehntägigen Lehrgang in Herzogenhorn, von dort gab es vom Cheflandestrainer Ralf Wenzel positive Rückmeldungen, was den Kader betrifft.“

Welche sportlichen Höhepunkte stehen an?
„Mit dem jungen Kader ist es zunächst unser Ziel, bei den Deutschen Jugend- und Jahrgangsmeisterschaften in Brandenburg auf dem Beetzsee Ende Juni so erfolgreich wie möglich abzuschneiden.“

Welche KRG-Aktiven können sich Hoffnungen machen, International dabei zu sein?
„Unsere amtierenden Junioren-Vizeweltmeisterinnen Lisa Quattelbaum und Julia Barz steigen in dieser Saison in die U-23 Klasse auf, unsere Deutschen U-17 Jahrgangsmeister Aaron Quindeau und Janik Hilpüsch in die U-19 Klasse. Ob es einer der Aufsteiger gelingt, sich direkt für das Nationalteam zu qualifizieren, bleibt abzuwarten.“

Traditionell richtet die KRG ja auch einige hochklassige Events selber aus. Worauf können sich die Kettwiger freuen?
„In diesem Jahr werden wir unsere Standardevents Indoor-Cup am 2. Februar, die Kinderregatta am Wochenende 31. Mai und 1. Juni, den Herbst-Cup am 18./19. Oktober und die Nikolausregatta am 7. Dezember ausrichten.“

In direkter Nachbarschaft entstehen mit „Ruhrbogen“ und „Seepromenade“ zwei große Neubaugebiete. Fluch oder Segen für die KRG?
„Grundsätzlich bringen Neubaugebiete auch immer neue Bürger nach Kettwig und damit potentielle Mitglieder, die es gilt, für den Rudersport und uns zu gewinnen. Mit der „Seepromenade“ haben wir ansonsten wenig zu tun. Bei der heranrückenden Bebauung des „Ruhrbogens“ sind die Politik, der Investor TenBrinke und die KRG sehr behutsam miteinander umgegangen. Im Vorfeld wurde viel diskutiert und versucht, möglichst vieles zu berücksichtigen, damit der Ruder- und Regattabetrieb in bewährter Weise erfolgreich fortgeführt werden kann. Wie das sich schlussendlich nach Fertigstellung der Bauten in der Realität verhält, wird sich zeigen.“

"Wir versuchen unsere Kooperationen mit den Schulen weiter zu vertiefen. Das ist die optimale Möglichkeit Talente zu sichten." Boris Orlowski

Für Vereine wird angesichts des verkürzten Abiturs und des Ganztagsunterrichts die Kooperation mit den Schulen immer wichtiger. Wo steht die KRG in dieser Hinsicht?
„Wir haben erst kürzlich die Kooperation mit dem Theodor-Heuss-Gymnasium verlängert und weiter ausgebaut. Jeder Schüler, der das THG besucht, erhält im Pflichtsport in Klasse sechs einen sechswöchigen Einblick in unsere Sportart und ist bei uns am Bootshaus zu Gast. Eine optimale Möglichkeit, Talente zu sichten und für die Schule ein attraktives Zusatzangebot. Unsere Junioren-Spitzensportler besuchen fast alle das THG. Hier bekommen sie die notwendige Unterstützung, auch von der Schule, ohne die ein tägliches Training gar nicht mehr durchzuführen wäre.“

Gibt es für die nahe Zukunft noch weitere, neue Konzepte, um die Kooperation weiter auszubauen?
„Nach wie vor wird bei der KRG ehrenamtlich und nur teilweise auf Honorarbasis gearbeitet. Um Kooperationen noch weiter auszubauen, bedarf es der Hauptamtlichkeit. Hier haben wir die nötigen Geldquellen aber noch nicht erschlossen. Aus Vereinsmitteln ist dies nicht zu stemmen.“

Auf der anderen Seite macht der demographische Wandel auch vor der KRG sicher nicht halt. Wie stellt sich ein Ruderverein auf immer ältere Mitglieder ein und welche Angebote gibt es für diese?
„Gerade in den Altersklassen ab 50 Jahre, aufwärts boomt der Rudersport. Da die Gelenke und Bänder geschont werden und der Sport hauptsächlich an der frischen Luft und in der freien Natur ausgeübt wird, wollen viele Leute den Rudersport auch im gesetzteren Alter noch erlernen. Wir haben schon vor Jahren auf den Trend reagiert und bieten Jahr für Jahr Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse an. Ich bin sehr froh, dass ich da in meinem Vater einen akribischen Helfer gefunden habe, der das Ausbildungsteam leitet und mit großem Spaß und Engagement bei der Sache ist.“

Wenn der Ruder-Trainer Boris Orlowski einen Wunsch für 2014 frei hätte, welcher wäre dieser und warum?
„Wenn alles in Zukunft so laufen würde wie im Jahr 2013, hätte ich nichts zu beanstanden. Sportlich, gesellschaftlich und in Bezug auf unsere eigenen Regatten war es ein ‚Hammerjahr‘.“

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