Löschpulver bremste Handballer

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Bei der MTG Horst gab der Verbandsligist den Sieg noch aus der Hand. Foto: Bangert
 
Die Kettwiger Reserve blickt auf eine verrückte Saison zurück. Foto: Bangert
Essen: Kettwig-Kurier |

Die Kettwiger Handballer beenden eine hervorragende Saison mit einem Remis

Die Kettwiger Reserve und ihr Trainer Daniel Averbeck hatten sich schon aufs Derby in Mülheim-Saarn gefreut. Daraus wurde nichts, Unbekannte hatten in der Halle randaliert. Der Kettwiger Verbandsligist gab eine deutliche Führung noch aus der Hand.

MTG Horst gegen 1. Herren 26:26
Tore: Brix (8), Käsler (7), Bing (4), Mühlenhoff (3), Pfeiffer (2), Schwartz (2).
Zunächst einmal hatten die Kettwiger vor, die Hierarchie der Verbandsliga zu untermauern. Als bestes Essener Team wollten sie die Anfang Januar im THG erlittene 28:31 Niederlage revidieren. Dies gelang in fremder Halle nicht ganz, Grund dafür war ein ganzer später Leistungseinbruch. Das Stadtderby hatte nur noch statistischen Wert. Die Kettwiger auf einem hervorragenden dritten Rang, aber auch die MTG als Aufsteiger auf dem siebten Tabellenplatz können mit ihrer Bilanz zufrieden sein. Über weite Strecken sah der Gast wie der sichere Sieger aus. Bis zum 11:10 verlief die Partie absolut ausgeglichen, dann verwarf Horst einen Siebenmeter, fing sich eine Zeitstrafe. Kettwig zog mit einem Zwischenspurt auf 18:10 davon. So ging es auch in die Pause.

Mit der Schlusssirene

Auch im zweiten Durchgang machte das Team des Trainerduos Florian Kundt und Moritz Brix Vieles richtig. Dennoch kamen die Gastgeber wieder näher auf 21:23, doch Kettwig hielt seinen Vorsprung. Als keine fünf Minuten vor dem Abpfiff Jan Peter Käsler zum 26:21 erfolgreich war, schien alles entschieden. Dann aber verloren die bis dahin souveränen Gäste die Übersicht. Marc Bing bekam zwei Minuten, die Bank wurde verwarnt, der Wurm war drin. Horst holte auf, kam mit der Schlusssirene doch noch zum Ausgleich.
In der Endabrechnung beeindrucken die 839 geworfenen Tore. Die 739 Gegentreffer jedoch sind eindeutig verbesserungswürdig. Selbst Absteiger Altendorf kassierte weniger Tore. Es folgt die verdiente Trainingspause, dann wird wieder in Kooperation mit der DJK Blau-Weiss in Mintard trainiert. Niclas Orlowski wird aufgrund des verletzten Kreuzbandes noch nicht von der Partie sein, Linkshänder Johannes Gehenio verlässt den Verein nach einer Saison wieder und wechselt in die Bezirksliga. Moritz Brix wird sich beruflich verändern, für ihn könnte es in Zukunft eng werden. Neuzugang Lennard Götte hatte ja bereits einen Kurzeinsatz, weitere Spieler könnten zum Team stoßen. Ein erster Kandidat konnte beim Training überzeugen.

Vandalen trieben Schabernack

DJK-VfR Saarn gegen 2. Herren ausgefallen
Eigentlich wollte sich die Kettwiger Reserve mit einem selbstbewussten Auftritt von der Landesliga-Saison verabschieden. Doch die Möglichkeit dazu bekam sie nicht. Das Spiel in Mülheim-Saarn fiel aus. Offenbar hatten in der Nacht Randalierer in der Sporthalle an der Holzstraße mit Feuerlöschern hantiert. Laut der Polizei sei die Tür über Nacht versehentlich offen gelassen worden. Aufgrund der Verunreinigungen durch das Löschpulver konnte am Sonntagmorgen kein Handball gespielt werden. Eine unglückliche Situation, so die verhinderten Gastgeber: „Das ist wirklich ein blöder Abschluss. Leider hat da wohl jemand in der Halle Schabernack getrieben.“ Nachgeholt wird das Spiel nicht, sondern mit 1:1 gewertet. Trainer Daniel Averbeck kann auf eine verrückte Saison zurückblicken. Ein fantastischer Auftakt wurde konterkariert durch eine besorgniserregende Schwächephase im Mittelteil dieser Spielzeit. Kaum drohte die KSV-Reserve jedoch in Abstiegsgefahr zu geraten, packte sie mit ihrer unbezahlbaren Routine unterstützende „Oldtimer“ und vor allem überraschende Siege aus. Unterm Strich ist der siebte Platz der Landesliga aller Ehren wert. Der Abstand zu den Absteigern Altendorf und Unterrath ist mit fünf Zählern zwar nicht gigantisch, aber voll ausreichend. Umso bemerkenswerter, da Kettwig das schwächste Torverhältnis aller Landesligisten aufweist. Die Mannschaft kann nun erst einmal kräftig durchschnaufen.
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