Schritt für Schritt nach oben

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Können bald die Kettwiger Bambini auch daheim auf Kunstrasen kicken? Foto: Archiv
Essen: Kettwig-Kurier |

Am Sonntag beginnt die Spielzeit - Der Kettwig Kurier sprach mit FSV-Trainer Slavko Franjic


Eine sehr gute Vorbereitung spielte der Kreisligist FSV Kettwig, bezwang unter anderem gleich zwei Bezirksligisten. Trainer Slavko Franjic sprach mit dem Kurier über die positive Entwicklung seines jungen Teams, die mittelfristigen Ziele des Clubs und warum er die Samthandschuhe lieber zuhause lässt.

Nach einer durchwachsenen Hinrunde lief es nach der Winterpause deutlich besser, am Ende hatte der FSV als Sechster sogar Tuchfühlung zu den vorderen Plätzen: „Wir haben anfangs noch zu viele Fehler gemacht, wenn wir die diesmal vermeiden, können wir durchaus noch auf dem Treppchen höher klettern. Ganz oben anzugreifen, scheint mir utopisch. Wir kommen aus dem Kollektiv, arbeiten hier ohne Geld und sollten daher auf dem Teppich bleiben. Doch mittelfristig geht was. Schritt für Schritt nach oben, dafür bin ich in Kettwig angetreten!“

Wie lief bisher die Vorbereitung?

Erschreckend gut! Wir haben sieben von acht Begegnungen gewonnen, gegen durchaus gute Teams. Das hätte ich nie gedacht. Aber wenn die Jungs konzentriert auftreten, brauchen wir uns vor niemanden zu verstecken. Doch die Trainingsbeteiligung war diesmal extrem schmal. Viele Verletzte, aber auch Urlaube und andere Ausfälle. Doch so ist die heutige Spielergeneration nun mal, das ist in anderen Vereinen nicht anders. Aber ich bin halt ein Trainer mit Ecken und Kanten, das haben die Spieler nun zu spüren bekommen. Ich fasse da keinen mit Samthandschuhen an. Langsam kapieren die Jungs auch, was ich will!

Ein Wort zu den Abgängen?
Mit Lennart Garschke, Dominik Klaus und Constantin Paul verlieren wir drei Jungs, weil sie auswärts studieren. Sertan Karabulut kehrt zurück zu Yurdumspor, hatte nicht wie erhofft eingeschlagen.

Ein Wort zu den Neuen?
Unsere drei Neuen werden uns sportlich und menschlich nach vorne bringen! Kevin Baisch und Chris Schulz kommen von Eintracht Borbeck und Jeff Kurzhals aus Mintard. Alle drei fühlen sich sauwohl bei uns.

Mehmet Scholl hat recht

Kleiner Rückblick: Was gibt es für einen Trainer an Erkenntnissen aus der jüngsten EM zu ziehen?
Die EM hat mir überhaupt nicht gefallen! Nur noch Marketing und mehr Show als Qualität. Sicher, das eine oder andere Land hatte was: Island und Nordirland mit ihren unglaublichen Fans. Aber sonst? Da gewinnt mit Portugal ein Team, was in der Vorrunde schon draußen schien. Dazu der aufgeblasene Spielplan. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Und dass der Jogi sein System dem Gegner angepasst hat, war Quatsch. Da hatte Mehmet Scholl schon ganz recht.

Was ist Ihre Spielidee?
Wir treten klassisch im 4-4-2 an, möchten aber sehr variabel sein, zum Beispiel je nach Spielverlauf auch mal im 3-5-2 agieren. Das konnte ich in der Vorbereitung ausgiebig testen, das Umschalten haben wir explizit geübt. Das hat relativ gut geklappt. Aber wir haben da auch eine gute, eingespielte Mannschaft, die Laufwege und die Kommandos stimmen. Da war schon viel Gutes.

Was sagen Sie zum Erfolg der Kettwiger A-Junioren, die den Aufstieg in die Essener Leistungsklasse schafften?
Sensationell! Für den FSV extrem wichtig, für uns Seniorentrainer prima, dass da gute Jungs nachrücken. Wir gewinnen an Qualität! Die Liga ist eine Herausforderung, sie spielen dort über ihrem bisherigen Horizont, das ist doch einfach spitze. Ich hoffe, dass sie den Klassenerhalt schaffen, wir werden vier Spieler des älteren Jahrgangs peu à peu an den Seniorenbereich heranführen, ins Training mit aufnehmen.

Der Ruf nach Kunstrasen

Sich verdichtenden Informationen zufolge soll Kettwig im Jahr 2017 endlich auch einen Kunstrasen bekommen. Der Ascheplatz ist schon ein Standortnachteil, oder?
Natürlich. Wir sitzen genau zwischen Mintard und Werden. Die Auswirkungen spürt man besonders im Nachwuchsbereich. Aber es sieht wohl wirklich gut aus mit dem Kunstrasen für Kettwig, wir nehmen da den sportpolitischen CDU-Sprecher Siegfried Brandenburg beim Wort. Es wäre superwichtig für die Infrastruktur des Vereins. Mit Asche lockst du keinen hinterm Ofen hervor, das merken wir immer wieder. Der Ruf nach Kunstrasen hat ja auch praktische Gründe: Im Winter fällt bisher unheimlich viel aus, eine Katastrophe.

Apropos Kunstrasen: Am Sonntag geht es zum Nachbarn SC Werden-Heidhausen ins Löwental auf dessen grünes Geläuf. Sie haben den Gegner beobachtet. Wie werden Sie ihre Jungs einstellen?

Wir werden uns keinem Gegner anpassen. Kleiner Seitenhieb auf den Jogi! Im Ernst: Wir wissen, wo unsere Stärken liegen, wollen hellwach sein, unser Spiel durchdrücken. Werden hat keine schlechte Truppe, besonders vorne hohe Qualität. Danny Konietzko ist ein guter Trainer, ein Taktikfuchs. Also: Respekt zeigen wir schon, werden uns aber bestimmt nicht verstecken. Dafür bin ich zu ehrgeizig, ich möchte jedes Spiel gewinnen!
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