Auftakt für stadtweites Netzwerk – Integration in Essen voranbringen!

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Die Initiatoren des Integrationsgipfels (v. l.): Geschäftsführerin der Ehrenamt Agentur Janina Krüger, CDU Bundestagsabgeordnete Jutta Eckenbach und Vorstand der Ehrenamt Agentur Professor Klaus Wermker (SPD Bundestagsabgeordneter Dirk Heidenblut fehlt auf dem Foto krankheitsbedingt). (Foto: Hendrik Rathmann)

Rund 40 führende Akteure aus Essener Wirtschaft, Handwerk, Institutionen, Verbänden und Politik waren am Donnerstag, den 11. Februar 2016 Teilnehmer eines ersten Integrations-Workshops. Bei der gelungenen Veranstaltung wurde diskutiert, wie man die Integration von Menschen in prekären Lebenslagen in Essen voranbringen kann. Als Ergebnis der Veranstaltung soll nun ein Integrationsgerüst aufgebaut werden, mit dem vorhandene und neue Strukturen in Essen besser vernetzt werden. Weitere Treffen, indem es um das funktionierende Zusammenspiel zwischen Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt und Ehrenamt geht, werden folgen.

Die mehrstündige Veranstaltung stand unter dem Motto „Integration durch Arbeit? Wie gelingt es uns in Essen?“ und fand mit dem Walter Wolff Gemeindezentrum in Essen-Altenessen einen Ort, an dem seit Jahren Bürgerengagement gelebt wird.
Auf Initiative der Bundestagsabgeordneten Jutta Eckenbach (CDU) und Dirk Heidenblut (SPD) hatte die Ehrenamt Agentur Essen e.V. rund 40 Personen aus Essener Wirtschaft, Handwerk, Institutionen, Verbänden, Politik und Ehrenamt eingeladen. Gemeinsam wurden Integrations-Möglichkeiten und -Probleme gesammelt, um Menschen besser in Arbeit zu bringen, die ohne konkrete Beschäftigungsperspektive und in prekären Lebenssituationen leben. Dazu zählen Langzeitarbeitslose und Schulabbrecher ebenso wie Flüchtlinge mit Bleibeperspektive bzw. positivem Asylbescheid. „Die Integration dieser Menschen in den Essener Arbeitsmarkt ist wichtig, denn der Ausschluss aus tätiger Arbeit schadet nicht nur jedem einzelnen, sondern auch der gesamten Kommune. Vielfältige wirtschaftliche und soziale Chancen bleiben ungenutzt. Die heutige Veranstaltung hat gezeigt wie nötig es war, dass alle Akteure miteinander ins Gespräch kommen. Es freut mich sehr, dass alle Teilnehmer weiter mitmachen“, erklärte die Essener Bundestagsabgeordnete Jutta Eckenbach.

Maßnahmen besser verknüpfen

Professor Klaus Wermker, Vorstandsmitglied der Ehrenamt Agentur Essen e.V. zog nach dem Workshop ein erstes Fazit: „In Essen existieren zwar viele Maßnahmen, die von den unterschiedlichen Trägern und ehrenamtlichen Initiativen durchgeführt werden und zwar in hoher Qualität. Für eine gelingende Integration müssen Maßnahmen und Akteure besser miteinander verknüpft werden.“ Eine wichtige Maßnahme zur verbesserten Vernetzung der vielfältigen Hilfen wäre z.B. eine Datenbank bzw. Internetseite zu entwickeln, um Zugänge zu erleichtern. Diese Strukturen würden dann allen Verantwortlichen zur Verfügung stehen. Eine erste Idee, der viele weitere folgen sollen.

Janina Krüger, Geschäftsführerin der Ehrenamt Agentur Essen e. V. lobte die Bereitschaft der Teilnehmer: „Es wurde deutlich, dass es allen Akteuren ein echtes Anliegen ist, diese Menschen zu erreichen. Mit viel Kreativität und Mut setzen sich Ehrenamtliche, Unternehmen und Sozialakteure für Menschen ohne Arbeits-Perspektive ein. Doch fehlt es oftmals an Wissen über Unterstützungsmöglichkeiten und Austausch. Hier soll ein Netzwerk Abhilfe schaffen.“

Walter Wolff Gemeindehaus als Integrationszentrum

Ideal wäre ein Ort, an dem alle Hilfeangebote und Gruppen zusammenkämen. Den Initiatoren des Workshops schwebt daher die Nutzung des Walter Wolff Gemeindezentrum vor. Das Haus ist mit seiner Fläche von etwa 2.000 Quadratmetern mittlerweile zu groß für die evangelische Kirchengemeinde, die einen kleineren Neubau plant. Laut Klaus Wermker ist man bereits mit einem potenziellen Käufer im Gespräch. Der wiederum setzt für eine Vermietung die Gründung einer Trägergemeinschaft voraus, in der Interessenverbände, Kirchen- und Moscheegemeinden langfristig an einem Strang ziehen. Im Moment werden die unterschiedlichen Rechtstrukturen sowie die verschiedenen Rahmenbedingungen der Trägergemeinschaften geprüft. „Der Umbau des Gemeindezentrums könnte direkt mit Qualifizierungsmaßnahmen gekoppelt sein. Die Entstehung eines zentralen Ortes zur Arbeitseingliederung von Menschen in schwierigen Lebenslagen würde somit selbst zu einer solchen ersten Maßnahme“, so Klaus Wermker.

Weitere Treffen geplant

Die Workshop-Teilnehmer waren sich einig, dass die Veranstaltung erst einen Anfang darstellt. Weitere Termine des Integrationsgipfels werden folgen, indem es konkret um die Vernetzung zwischen Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt und Ehrenamt geht. Denn eins ist allen Akteuren wichtig: Integration muss besser betrieben werden und es gilt, Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.

Text: Hendrik Rathmann
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