„Dauernde, nicht endgültige Form" 60 Jahre Designgeschichte in Essen – von der Industrieform zum Red Dot. Die Jubiläumsschau auf Zeche Zollverein

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Mercedes-Benz 300 SL , 1955 nur auf dem Foto, heute in natura zu bewundern
 
Prof. Heinrich Theodor Grütter (Direktor Ruhr Museum), Oberbürgermeister Reinhard Paß, Prof. Dr. Peter Zec (Design Zentrum NRW und CEO des Red Dot) mit dem Stahlbuch, Gästebuch der Stadt Essen mit prominentem Eintrag
Essen: Red Dot Design Museum |

Das Design Zentrum NRW kann in diesem Jahr auf eine 60-jährige Geschichte zurück blicken. Grund genug, eine Jubiläumsschau zu präsentieren. Das Red Dot Design Museum und das Ruhr Museum haben sich erstmalig zusammengetan und in nur vier Monaten die Jubiläumsausstellung auf die Beine gestellt. Sie ist ihnen sehr gut gelungen. Die Ausstellung mit dem Titel „Dauernde, nicht endgültige Form“ ist in der Halle 5 auf Zeche Zollverein zu sehen.

Die Ausstellung ist eine fast vollständige Rekonstruktion der ersten Ausstellung von 1955, die als „Ständige Schau formschöner Industrieerzeugnisse“ im Kleinen Haus der Villa Hügel gezeigt wurde. Die damalige Schau wurde glamourös mit prominenten Gästen eröffnet. Damals war auch schon der flotte Flitzer aus Stuttgart dabei. Allerdings nur auf einem Foto, denn der Mercedes Benz 300 SL passte nicht durch die Türen der Villa. In der Halle 5 ist das heute kein Problem und so brilliert der Sportwagen als Hingucker auf kreisrunder, roter Fläche im Mittelpunkt der Halle. Fast 80 % der damaligen Exponate konnten für diese Schau zusammengetragen werden, dank vieler privater Leihgeber. Telefon, Schreibmaschinen, Plattenspieler, Radio, Porzellan, Stühle, da werden so manche Erinnerungen bei den Besuchern geweckt. Wer ein Kind der 50er Jahre ist, ist damit groß geworden.

Designgeschichte in Essen, von den Anfängen bis zur Gegenwart

Doch der Besucher schwelgt nicht nur in Nostalgie, er lernt auch viel über die Designgeschichte in Essen, von den Anfängen bis zur Gegenwart. 1954 wird der Verein „Industrieform e.V.“ gegründet, auf Initiative von Carl Hundhausen, Leiter der Krupp´schen Öffentlichkeitsarbeit. Die Firma Krupp, nach dem Krieg in ihrem Image beschädigt, unterstützt den Verein mit 100.000 D-Mark. Ein genialer Zug von Krupp, der so einen Imagewandel vollziehen will. Kein Kriegsmaterial mehr, sondern Unterstützung der guten Form und des guten Designs im Alltag. Eine renommierte Jury wählt aus, für die beteiligten Firmen ist die Zulassung eine hohe Auszeichnung. Die Menschen sind ausgehungert nach guter Formgestaltung, bereits 270 000 Besucher wollen die erste Schau 1955 sehen. Die ständige Schau bleibt nur bis 1961 in der Villa Hügel, es folgen als weitere Standorte die Alte Synagoge (1961-1979), das Amerikahaus (1980-1988) und die ehemalige Stadtbibliothek (1988-1997).

Der Red Dot, die begehrte Designauszeichnung

Im Jahre 1990 ändert sich der Name, aus Haus der Industrieform wird das Design Zentrum Nordrheinwestfalen. Ab 1997 beginnt mit dem Umzug in das von Norman Foster geplante Kesselhaus auf Zeche Zollverein eine neue Ära. Das Red Dot Design Museum zeigt auf mehr als 4.000 qm Ausstellungsfläche rund 2.000 Exponate und ist damit die weltgrößte Ausstellung zeitgenössischen Designs. Die Jubiläumsschau folgt mit zahlreichen Ausstellungsstücken und Fotos diesem historischen Ablauf. Es werden zudem Ausstellungsplakate und die jährlichen Publikationen gezeigt. Erklärt wird auch der Red Dot – der Rote Punkt – der als begehrte Designauszeichnung gilt. Er wird alljährlich beim Red Dot Award, dem weltweit größtem Designwettbewerb vergeben. Der Wettbewerb zieht mehr als 17 000 Bewerbungen aus 70 Ländern an.

Das Red Dot Design Museum gibt es nicht nur in Essen, Dependancen sind in Singapur und Taipeh, Shanghai ist in Planung. Und weiterhin auch in Essen? Das ist durchaus fraglich, denn der Mietvertrag für das Kesselhaus läuft 2022 aus. Anfragen zwecks Mietverlängerung um weitere 10 Jahre wurden bisher von der Stiftung Zollverein nicht beantwortet, so Prof. Dr. Peter Zec,Geschäftsführender Vorstand des Design Zentrums NRW und CEO des Red Dot. Auch seine Anfrage zur zusätzlichen Anmietung der Halle 8 blieb bisher ohne Antwort.

Die Ausstellung „Dauernde, nicht endgültige Form“ ist bis zum 23. August 2015 zu sehen.
Täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr
Eintritt: 5,00 Euro, ermäßigt: 3,00 Euro
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre haben freien Eintritt

www.red-dot-design-museum.de
www.ruhrmuseum.de

UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein
Areal A, Halle 5
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
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2 Kommentare
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Michael Güttler aus Sprockhövel-Haßlinghausen | 30.06.2015 | 17:51  
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Andrea Gruß-Wolters aus Duisburg | 01.07.2015 | 12:57  
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