Eine große Geschichte in vielen Bildern: Kunstwerk des Medienkünstlers Klaus Armbruster erhält Platz auf dem Zollverein-Gelände

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Grand Hall Zollverein
Eine große Geschichte in vielen Bildern: Der Maler und Medienkünstler Klaus Armbruster widmete dem Ruhrgebiet und seinen Menschen ein großformatiges Werk.

Zwischen 2007 und 2011 entstand das 16 mal 5 Meter große Gesamt-Triptychon "Die Städte sind für dich gebaut", das nach der ersten öffentlichen Präsentation in der ehemaligen Zentralwerkstatt auf Zollverein im April 2011 und in der NRW-Vertretung in Berlin dauerhaft auf das Welterbe-Gelände zurückkehrt. Übereignet an die Stiftung Zollverein mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen, ist es montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr im Obergeschoss der Grand Hall Zollverein auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein, Kokereiallee 9-11, zu sehen. Eintritt frei.
Grundlage für das aus 81 einzelnen Tafelbildern bestehende Gesamt-Triptychon waren Schlüsselmotive des Multimedia-Projektes "Ruhrwerk", das Klaus Armbruster mit dem Komponisten Wolfgang Hufschmidt 1998 in der Bochumer Jahrhunderthalle uraufführte. 81 Film-Einzelbilder wurden von dem Künstler aus dem filmischen Ablauf herausgelöst und im malerischen Prozess Prinselstrich um Pinselstrich auf die Leinwand übertragen.

Die ausgewählten Motive zeigen die Menschen sowie die alte und neue Arbeits- und Lebenswelt im Ruhrgebiet. Jede der fünf Bildsequenzen, die sich horizontal über das Gesamt-Triptychon reihen, enthält eine Erzählebene: Szenen der Nacht, Leben in der Stadt, neue Arbeitswelten, das alte Ruhrgebiet, der Mensch und die Elemente. Je nach Lesart – von links nach rechts, von oben nach unten oder frei springend – setzen sich Alltagszenen und menschliche Porträts immer wieder neu zusammen.
Der Titel "Die Städte sind für dich gebaut" geht auf Bertolt Brechts Gedichtband „Lesebuch für Städtebewohner“ zurück. "Ruhrwerk", Ausgangsproduktion für die Tafelbildmontage, entstand in Anlehnung an das „Ruhrepos“, einer aufgrund von nationalsozialistischer Hetze verhinderten Musiktheaterproduktion, an der Bertolt Brecht, Kurt Weill und Carl Koch in den 1920er Jahren arbeiteten.

Klaus Armbruster, 1942 in Tübingen geboren, studierte von 1962 bis 1967 Kunst und Malerei in Stuttgart. Ab 1969 wandte er sich dem Medium Film zu. Als Autor, Regisseur und Redakteur realisierte er von 1972 bis 1980 beim NDR-Fernsehen zahlreiche TV-Serien und Dokumentationen. 1983 berief ihn die Universität Essen zum Professor für Film und audiovisuelle Kommunikation, fortan konzentrierte sich Armbruster auf Video-Essays, Bühnen-Installationen und Adaptionen von Bühnenwerken für das Fernsehen. Von 1994 bis zu seiner Emeritierung 2004 war Armbruster Gesellschafter, Geschäftsführer und künstlerischer Direktor des Folkwang Institutes für Mediengestaltung "Interartes" auf Zollverein.
Nach über 35 Jahren wandte sich Klaus Armbruster 2005 wieder der Malerei zu.
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