Fotografie als Medium in der Kunst, 4. Herbst/Winter-Ausstellung auf der Zeche Königin Elisabeth

Wann? 02.10.2016 16:00 Uhr

Wo? Zeche Königin Elisabeth, Schacht Emil, Elisabethstraße 31, 45139 Essen DE
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Plakat der Ausstellung
 
JAN Q. MASCHINSKI, vortex 2014, 60 x 90 cm, Inkjet-Print
Essen: Zeche Königin Elisabeth, Schacht Emil | 4. Herbst/Winter-Ausstellung in den beiden Kunstgalerien des Projektes ZKE.
Fotokünstlerische Arbeiten von Eugen Bednarek, Monika Funke, Wanda Korfanty-Bednarek, Jan Q. Maschinski, Christian Paulsen, Gabi Rottes, René Sikkes
sowie Kindern der Kleinen Malschule ZKE.
Christian Paulsen
Sich ein Bild machen

Jeder hat eine ganz andere Vorstellung über den Wert von Bildern. Alle verwenden die gleichen Begriffe, doch jeder, Fotograf/Künstler und auch der Betrachter, hat eine andere Auslegung. Einigkeit besteht in mehreren Aspekten: Mit den Mitteln der Fotografie ist es möglich, Momente, Konstellationen, Emotionen und Gefühle fest zu machen. Sie erfüllt zudem dokumentarische Aufgaben. Es lässt sich davon ausgehen, dass Fotografen und Künstler, die mit Fotografie arbeiten, schlichtweg jeder, der sich dieses Mediums bedient, bestrebt ist, Aufnahmen (Bilder) so zu machen, wie
er/sie die Dinge mit den Augen und vor allem mit dem Herzen sieht.
Beobachtungsgabe und Feingefühl im Umgang mit dem Motiv sind unverzichtbar.
Wer auch immer diese Bilder (Fotografien) später betrachtet, sieht sie zuerst faktisch mit den Augen desjenigen, der beim Fotografieren den Auslöser gedrückt hat und erst dann mit den eigenen. Außerdem können fremde und eigene Augenblicke und Situationen vor dem geistigen Auge (im Bildgedächtnis) wieder erinnert und abgerufen
werden. Die Wahrnehmung der Fotografie als Medium, auch in der Kunst, ist
inzwischen allgegenwärtig.
Kann einer noch Stellung beziehen angesichts der Bilderflut, die die moderne Welt dermaßen überschwemmt? Oder ist es nicht fraglich, ob der Mensch sich überhaupt noch ein Bild von der Welt machen kann? Sind es nicht längst die Bilder, die die Welt machen, die wir dann, so wie sie sich in der Flut präsentieren, für die WELT halten ?
Push the button! – jeder knipst.
Es muss dabei auch nicht zwingend ein Fotograf beteiligt sein, wenn ein Bild entsteht.
Smartphones, Automaten, computergesteuerte Überwachungskameras etc. erledigen diese Aufgabe selbstständig und unbeobachtet. Diese Fixierungen von Beobachtungen, Wahrnehmungsprotokollen von „Augenblicken“ und Momenten werden gespeichert in
unüberschaubaren Datenbanken, auf Festplatten, Chips oder noch analog in Archiven und Papierschränken. Im digitalen Medienzeitalter des „anything goes“, in dem schon die Kamerafunktion eines allgegenwärtigen Smartphones eine frappierend hohe technische Qualität erreicht hat (für jeden leicht bedienbar und jederzeit verfügbar), stellen sich die grundsätzlichen Fragen nach der Definition von „Fotografie als Kunstform“ immer wieder neu: Entsteht hier Kunst, realitätsbasiert durch die Mittel der
Fotografie, d.h. ist das Medium selbst die (ästhetische) Botschaft? Oder ist auch das persönlich/künstlerische Statement, die Idee und das Konzept des Bildautors am besten mit diesem Medium vermittelbar? Wann wird aus einem „Schnappschuss“ Kunst? Oder sind die technischen Möglichkeiten der Fotografie (und deren Weiterverarbeitung zu Bildern) mitunter auch nur ergänzende Mittel zum Zweck?
Gewissermaßen ein zusätzliches zeitgemäßes Werkzeug und somit eine willkommene Alternative und Ergänzung zu Stift, Pinsel, Hammer und Meißel? Ist ein Foto ( z.B. ein Abzug auf Fotopapier) per se ein Original? Ist jeder weitere Eingriff wie Bearbeitung, Verfremdung und künstlerische Interpretation des Originalbildes schon eine
(Ver-)Fälschung? Wie frei ist die Kunst, was ist der Wert, und wie hoch ist ggf. die
Auflage? Jeder kann sich selbst ein Bild machen -
Bilder geben Antworten.
Die unterschiedlichen Standpunkte und Positionen der an der 4. HERBST/WINTER-AUSSTELLUNG beteiligten Künstlerinnen und Künstler geben vielfältigen Anlass zur Auseinandersetzung mit ihren Sichtweisen und mit den eigenen des jeweiligen Betrachters.
Die Mitwirkung der Kinder bei Kunstausstellungen des Projektes ZKE wird von seit Jahren praktiziert. Das macht diese Projekte auch so einzigartig.
Zu der 4. HERBST/WINTER-AUSSTELLUNG lernten die Kinder das Medium Fotografie
als künstlerische Aussage kennen. In einem Workshop, geleitet von der Künstlerin Gabi Rottes, lernen die Kinder, wie eine Kamera funktioniert und wie ein Foto entsteht.
Sie führte sie ein in eine erlebbare experimentelle Welt. Die Ergebnisse des Workshops und selbst mitgebrachte Fotos wurden unter der Leitung der Künstlerinnen Wanda
Korfanty-Bednarek und Monika Funke vor und während der Dauer der Ausstellung
in neue Zusammenhänge gestellt, verfremdet, collagiert und mit malerischen Elementen verbunden.

Kunstgalerien des Projektes ZKE
auf der Zeche Königin Elisabeth, Schacht Emil, Elisabethstr. 31
45139 Essen-Frillendorf
Ausstellungsdauer:
2. Oktober 2016 bis 27. Januar 2017
www.projekt-zke.de
Öffnungszeiten:
Mo - Fr: 16 - 19 Uhr
Kontakt:
bedart@t-online.de
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