Hauptbad: Wahltaktischer "Erhalt" eines architektonischen Juwels?

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Dietrich Keil, Ratsherr für "Essen steht AUF" seit 2004

„Das überparteiliche Wahlbündnis Essen steht AUF würde es begrüßen, wenn das lange als „Schwimm-Oper“ gefeierte, aber dann letztes Jahr doch nicht unter Denkmalschutz gestellte Hauptbad nicht einfach abgerissen, sondern die Struktur erhalten wird. Allerdings fragen wir uns, ob die überraschende Einsicht in den städtebaulichen und architektonischen Wert dieses Juwels der 50er Jahre nicht nur wahltaktischer Natur ist.“ So kommentiert AUF-Ratsherr und Spitzenkandidat Dietrich Keil die Pläne, das Hauptbad als Hülle zu erhalten.

Gegen den Abrissbeschluss des Rates (einzige Gegenstimme von Essen steht AUF) hatten sich namhafte Architekten wie Prof. Ruhnau ausgesprochen. Denn das Hauptbad als seltener innerstädtischer Schwimmbadbau stellt durchaus Mut zu städtebaulichen, aber auch funktionellen Lösungen dar. Wettkampf- und Trainingsschwimmen werden mit Möglichkeiten zur Freizeitnutzung in für damals kühner räumlicher Anordnung kombiniert und durch die berühmte Glasfront mit der Stadt verbunden.
„Das alles wurde geleugnet, und zwar von CDU und SPD. Und soll platt gemacht werden“, bedauert AUF-Ratsherr Dietrich Keil. „Das wurde mit zu hohen Investitionen für die Sanierung des schönen Hauptbads begründet, dessen Instandhaltung man zuvor systematisch vernachlässigt hatte bis hin zur Gefährdung der Besucher.“
Jetzt wird eine neue und sicher überlegenswerte Nutzung unter Beibehaltung der baulichen Grundidee vorgeschlagen vom Büro RMA. Keil dazu: „Die Investitionen werden zwar höher sein als die Sanierung, weil jetzt eine völlig andere Nutzung als „Ämter-Hülle“ angedacht ist. Aber warum nicht, das ist in der Tat eine mutige Idee. Mindestens so mutig wäre aber gewesen, das Hauptbad zu erhalten und zu pflegen, technisch und energetisch, und wie jetzt geplant besser in die City einzubinden. Doch die Chance wurde vertan für unsere Stadt, die wahrhaft arm an schönen und historischen Bauten ist.“
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