Hier rockt der Pott! Ruhr Museum zeigt "Rock und Pop im Pott"

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Ruhr Museum zeigt "Rock und Pop im Pott", Blick in die Ausstellung
 
Ruhr Museum zeigt "Rock und Pop im Pott", Blick in die Ausstellung
Essen: Ruhr Museum |

Das Ruhr Museum auf der Zeche Zollverein in Essen zeigt aktuell die spannende und sehenswerte Sonderausstellung "Rock und Pop im Pott". Es wird die Geschichte der Rock-und Popmusik im Ruhrgebiet erzählt. Es ist eine aufregende Reise durch 60 Jahre Musikgeschichte. Da gibt es viel zu gucken und natürlich gibt es auch gehörig was "auf die Ohren"!

Die Ausstellung ist gleichsam eine Einladung, sich auf eine musikalische Entdeckungsreise durchs Revier zu machen. Ob ältere oder jüngere Besucher, bei allen werden sicher Erinnerungen an die eigene Vergangenheit geweckt, denn jeder wird seine ganz eigenen Erlebnisse und Erinnerungen an Songs und Künstler haben. "Musik ist etwas Hochemotionales" sagt Theo Grütter, Direktor des Ruhr Museums. Also, im wahrsten Sinne eine bewegende Ausstellung, die das Thema Musik erlebbar macht und viele fundierte Informationen bietet.

Zuerst geht´s in den "Soundraum"

Gleich zu Anfang wird man von großformatigen Fotografien bekannter Musiker aus der Region begrüßt,- darunter zum Beispiel Stoppock, Grönemeyer, Nena, Phillip Boa, Frida Gold, Extrabreit und Deniz Koyu. Sie stehen Spalier und geleiten die Besucher zuerst mal in den abgedunkelten "Soundraum". Hier bekommt man eine fünfzehn minütige Musikcollage mit knapp 30 Titeln von Ruhrgebietskünstlern präsentiert. Passend zu Musikfetzen werden Videoinstallationen eingespielt. Eine klasse gemachte Collage, die einem da auf die Augen und um die Ohren fliegt und eine prima Einstimmung auf die Ausstellung!

Mit dem Rock´n´Roll fing alles an

Dann kann der Rundgang beginnen und das heißt: alles auf Anfang. Wie kam man in den 1950er Jahren an die neueste Musik? Drei Möglichkeiten: in der Kneipe, auf der Kirmes oder im Kino. Passend dazu startet die Ausstellung mit drei Exponaten: mit einer Musikbox, einem Kirmeswagen der Raupe und einer Kinokasse. Wann der Rock´n´Roll ins Revier kam, ist sogar an einer bestimmten Jahreszahl festzumachen, nämlich 1956. Nach dem Besuch des Kinofilms "Außer Rand und Band" mit Bill Haley " gab es die ersten Tumulte. Jugendliche randalierten aus heutiger Sicht eher harmlos gegen das spießige Bürgertum, dennoch ging die Randale als Dortmunder Jugendkrawalle in die Geschichte ein. Der Rock´n´Roll kam als Importware ins Revier. Die Ausstellung zeigt sowohl berühmte Musiker, die im Ruhrgebiet aufgetreten sind, als auch hiesige Künstler, die im Revier musikalisch groß und schließlich international bekannt wurden.

Legendäre Rockpalast-Nächte und Essener Songtage

Da sind die legendären Auftritte der Rolling Stones und der Beatles in der Grugahalle, die Essener Songtage mit Frank Zappa, die Deutschlandpremieren von Deep Purple, Pink Floyd und Fleetwood Mac bei den Pop- und Bluesfestivals, unvergessen auch die Rockpalast-Nächte. Allein 17 Mal wurde der Rockpalast zwischen 1977 und 1986 live aus der Essener Grugahalle europaweit übertragen, Rory Gallagher, The Who oder The Kinks traten hier auf.

Rock und Pop sind die Eckpfeiler, dazwischen werden die unterschiedlichsten Musikgenres behandelt: angefangen vom Rock´n´Roll der 1950er und dem Beat der 1960er Jahre über Protestsongs und Festivals, Krautrock, Punk und Heavy Metal, ebenso sind die Neue Deutsche Welle, Techno, Hip Hop und Weltmusik vertreten. Dazu sind an verschiedenen Schau- und Hörstationen Filme und Songeinspielungen aus den legendären Szenetreffs und Konzerthallen zu sehen und zu hören. Die Ausstellungsstücke sind so vielfältig wie die Musik. Gezeigt werden Fotos von Schauplätzen der Rockmusik, Musikinstrumente wie Gitarre, Bass, Schlagzeug, Mikrofon und Synthesizer, Bühnenoutfits und Modeutensilien, Eintrittskarten und Plakate, Zeitungsartikel und Zeitschriften, Preise und Auszeichnungen, Fanartikel und Autogramme, Schallplatten, Kofferradios, Plattenspieler, Tonbandgeräte, Kassettenrekorder, Walkmans und HiFi-Anlagen. Vor allem die Entwicklung der Tonträger wie auch die Entwicklung des gesamten Musik-Equipments ist spannend zu verfolgen. Kurioses ist auch zusehen: Tourenkoffer, die so einige heiße Touren mitgemacht haben müssen, kreativ "gebastelte" Instrumente, die Tür zum Proberaum, sowieso die Leihgaben! Den Leihgebern gebührt großen Dank, haben sie sich doch bestimmt schweren Herzens von ihren Schätzen auf Zeit getrennt.

Insgesamt sind über 1.500 Ausstellungsstücke auf ca. 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zu sehen. Die Ausstellungsarchitektur ist passend gewählt. Keine glatte, museale Präsentation, sondern Sperrholzkisten, in denen die Musikschätze präsentiert werden. Dazu farbige, plakative Bodengrafik mit großen Buchstaben zu den Themenbereichen. Das alles erinnert an Straßenkunst und passt hervorragend in die raue Betonarchitektur der ehemaligen Kohlenwäsche. In den Seitenräumen werden die 10 Themenkomplexe noch vertieft, es darf sogar unter einer Discokugel getanzt werden.

Aufruf: "Die Bands des Ruhrgebiets"

In der Ausstellung gibt es eine Musiksammlung "Die Bands des Ruhrgebiets". Es sind bereits über 800 Tonträger wie Platten, Singles, CDs und Musikkassetten ausgestellt. Aber es sollen noch mehr werden.
Aufruf an alle Interpreten und Bands des Ruhgebiets: Falls ihr noch nicht vertreten seid, reicht euren Tonträger als Leihgabe ein. Ihr könnt euch unter rockundpop@ruhrmuseum.de melden! Ein Raum wurde extra frei gehalten.

Es wird ein reichhaltiges Rahmenprogramm angeboten: verschiedene Führungen auch für Schulklassen, Workshops, Konzerte, Filme, Exkursionen mit Blick hinter die Kulissen großer Konzerthallen, Vorträge und Gesprächsrunden. Es ist das umfangreichste Kultur- und Musikprogramm, das das Ruhr Museum bisher umgesetzt hat. Infos dazu hier

Also: nix wie hin, denn Rock´n´Roll never dies and the Beat goes on!
Die Ausstellung läuft bis 28. Februar 2017

Infos zur Ausstellung unter www.ruhrmuseum.de

Ruhr Museum
UNESCO Welterbe Zollverein
Kohlenwäsche
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen


Hier schon mal ein kleiner Blick in die Ausstellung:
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1 Kommentar
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Eckhard Schlaup aus Gladbeck | 10.05.2016 | 21:52  
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