Kinder gehen auf Spurensuche in der Heimat

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(Foto: Thiemer/Stiftung Zollverein)
Wie wurde früher Kohle im Ruhrgebiet gefördert? Wie sah der Alltag eines Bergmanns aus? Und was findet man heute auf der Zeche Zollverein? Das und mehr erfahren Schüler zweier Essener Schulen in Kooperation mit der Stiftung Zollverein und dem Ruhr Museum.

Seit Februar nehmen zwei weitere Schulen das Angebot wahr, Kultur, Natur und Geschichte rund um die Zeche und Kokerei Zollverein zu entdecken.
Die Leiterin der Sekundarschule im Bischöflichen Schulzentrum Am Stoppenberg, Adelheid Bohn, und Jolanta Nölle (Stiftungsvorstand), haben in der vergangenen Woche die Bildungspartnerschaft zur Teilnahme am Schulprogramm „Welterbenstättenvermittlung - Zollverein macht Schule“ unterzeichnet.
Gestern trafen sich nun Vertreter der Karlschule und des Ruhr Museums, um ihre Kooperation zu besiegeln. Die Grundschule ist neben dem Gymnasium am Stoppenberg, der Gustav-Heinemann-Gesamtschule und der Gesamtschule Borbeck der vierte Partner des Ruhr Museums und gleichzeitig die erste Grundschule, die am Programm teilnimmt.
Beide Bildungspartnerschaften sollen Kindern und Jugendlichen ermöglichen, das Ruhrgebiet als ihre Heimat besser kennenzulernen. „Der Auftrag der Stiftung Zollverein ist es, die historische Bedeutung sowie die aktuelle Entwicklung des Welterbes und des Industriedenkmals Zollverein zu vermitteln. Dieses Wissen möchten wir insbesondere an Schüler herantragen. Damit sorgen wir für die nachhaltige Erhaltung des Denkmals und seine Verankerung in dem Bewusstsein der künftigen Generation“, erklärt Jolanta Nölle.

Die Bildungspartnerschaft mit der Sekundarschule ist laut Stiftung bereits die 25. Kooperation, die die vielen Facetten des Welterbes auf Zollverein entdecken wird. Die Zeche und Kokerei Zollverein, die 2001 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt wurde, lässt Kunst, Architektur, Geschichte und Wissenschaft für Schüler außerhalb des Klassenraums erlebbar werden. Das Schulprogramm der Stiftung, sei 2009 von Schulen und Schul­ämtern entwickelt worden. Alle Schulformen könnten teilnehmen, wobei für die jeweiligen Altersstufen individuelle Programme erstellt wurden.
Mitmachführungen auf dem Denkmalpfad, Ausstellungen und Gespräche mit ehemaligen Kumpeln der Zeche bringen Geschichte, Wandel und Zukunftsperspektiven der Region näher. Die Bildungspartnerschaft zwischen Stiftung und der Sekundarschule ermöglicht es den Schülern außerdem, die Industrienatur zu entdecken und selbst aktiv zu werden, indem sie die Zeche beispielsweise künstlerisch darstellen.
Laut Stiftung soll das Programm gleichzeitig auch zur Berufsorientierung beitragen, indem die Jugendlichen einen Einblick in die Arbeitswelt der auf dem Welterbe angesiedelten Unternehmen gewinnen. Sonderausstellungen und Konzerte runden das Schulprogramm ab.
Auch Angelika Wuszow, zuständig für Bildung und Vermittlung im Ruhr Museum, sieht ein große Chance in der Kooperation mit der Karlschule: „Die Kinder lernen, sich auf kommunikative Art mit Fremden und Vertrautem auseinanderzusetzen. Diese besondere Art des Lernens geht über die unterrichtliche Situation hinaus und soll Museumsbesuche der Kinder auch außerhalb des Unterrichts fördern.“
Die Kooperation zwischen Ruhr Museum und der Altenessener Grundschule sieht Leiterin Mechthild Bönte als Möglichkeit, Bildungsfortschritte im Umfeld der Schule zu machen. Das Museum führt nun auch Grundschüler „auf Heimatspurensuche“. So werden Themen von Natur, Kultur und Geschichte rund um das Ruhrgebiet mit den Kindern erarbeitet. „Ganz nach dem Motto ‚je älter die Dinge sind, desto spannender sind sie auch‘ spielt besonders die Urzeit bei den Kindern eine große Rolle“, weiß Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums.
Das Programm hat das Lehrerteam der Karlschule mit Ansprechpartnern des Ruhr Museums, zu denen Leiterin Angelika Wuszow, Naturwissenschaftlerin Dr. Esther Guderley und Archäologe Tom Stern zählen, erstellt.

In Workshops wie der Kohlewerkstatt erfahren die Schüler mehr über das Leben von Römern und Steinzeitmenschen, entdecken Fossilien, Kohle und Pflanzen oder lernen die Arbeit eines Archäologen kennen. „Die Faszination ist hier besonders groß, da die Kinder die Dinge hautnah erleben“, berichtet Claudia Handt, die mit Silvia Rühl-Haug als Verbindungslehrerin das Projekt betreut.
Die vierjährige Bildungspartnerschaft, die bei Vorbereitungstreffen zwischen Karlschule und Ruhr Museum geplant wurde, ermöglicht es den Grundschulklassen, das Museum einmal im Jahr kostenlos zu besuchen. Zwei- bis dreimal im Jahr wollen sich laut Grütter die Bildungspartner treffen, um sich über Erfahrungen und Erlebnisse auszutauschen.
Die Schüler erhalten Ansteckbuttons, die sie als Mitglieder der Bildungspartnerschaft kennzeichnen. Ihre Entdeckungen werden nach jedem Besuch im Ruhrmuseum in einem Museumstagebuch festgehalten.
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