Orgel des Jahres 2017: Katernberger Sauer-Orgel belegt starken dritten Platz

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Bei der bundesweiten Abstimmung über den Titel "Orgel des Jahres 2017" hat die Sauer-Orgel in der Evangelischen Kirche am Katernberger Markt den dritten Platz belegt. Pressefoto: Kirchenkreis Essen/Evangelische Kirchengemeinde Katernberg
Essen: Bergmannsdom |

Im Rennen um die „Orgel des Jahres 2017“ hat die Sauer-Orgel der Evangelischen Kirche am Katernberger Markt einen starken dritten Platz belegt. Bis Ostern konnten Orgelfreunde im Internet für eines von zwölf Instrumenten abstimmen, die die Stiftung Orgelklang im vergangenen Jahr als Orgeln des Monats vorgestellt und mit einem Zuschuss zu Renovierungsarbeiten gefördert hatte. Organist Lothar Jorczik und die Evangelische Kirchengemeinde Katernberg bedanken sich bei allen, die der Orgel im Bergmannsdom ihre Stimme gegeben haben.

Die Abstimmung über die Orgel des Jahres fand in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Zur Wahl standen Instrumente aus verschiedenen Epochen und fast allen Regionen der Bundesrepublik, Orgeln bekannter Stadtkirchen wie kleiner Dorfkirchen. Die Orgel des Jahres 2017 steht in der Evangelischen Kirche im brandenburgischen Fünfeichen. Das 1880 erbaute Instrument erhielt im Wettbewerb, den die Stiftung Orgelklang ausgelobt hatte, die meisten der über 660 abgegebenen Stimmen, wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bekanntgab. Platz zwei belegt die spätbarocke Orgel in Wonsheim in Rheinland-Pfalz.

Die nächsten Orgelkonzerte

Wer sich persönlich von der besonderen Klangschönheit der Orgel in der Kirche am Katernberger Markt überzeugen möchte, hat in den nächsten Wochen und Monaten mehrmals Gelegenheit dazu: „Barocke Glanzlichter und irische Lebensfreude“ verspricht ein Konzert für Trompete und Orgel am Samstag, 14. April, um 19 Uhr. Martin Schröder (Trompete und Corno da caccia) und Hans-André Stamm (Orgel) spielen Werke von Bach, Händel und anderen Meistern; auch einige Eigenkompositionen von Hans-André Stamm werden zu hören sein. – Im Rahmen der Reihe „Dienstagsorgel“ präsentiert der Organist Daniel Posdziech aus Mettmann am 1. Mai um 19 Uhr Werke von Rheinberger, Messiaen und Weckmann; das Konzert mit dem Titel „Emotionale Tiefen der bewegten Zeit zwischen Ostern und Pfingsten“ beginnt um 19 Uhr. Im Anschluss werden Gespräche und Informationen auf der Orgelempore angeboten; dazu gibt es einen Umtrunk. – „Toccatissimo“ heißt es am Dienstag, 5. Juni, ebenfalls um 19 Uhr: Thomas W. Dieker, Organist aus Dülmen, bringt Orgeltoccaten verschiedener Epochen zu Gehör. – Werke von Bach und Mendelssohn spielt Ioanna Solomonidou, Organistin an der Amadeuskirche Freiburg-Beihingen, am Samstag, 30. Juni, um 19 Uhr. - Orgelwerke von Bach, Mozart und Reger stehen am Sonntag, 26. August, um 18 Uhr auf dem Programm eines Orgelkonzertes mit dem Greifswalder Organisten Stefan Zeitz. Der Eintritt zu allen fünf Veranstaltungen ist frei; eine Spende für die Renovierung der Sauer-Orgel ist willkommen.

Orgel-Renovierung in mehreren Schritten

Die Katernberger Orgel wurde 1901 von Wilhelm Sauer als Opus 846 mit 29 Registern auf zwei Manualen und Pedal mit pneumatischer Traktur erschaffen. 1938 erfolgte, dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend, ein Umbau, der sich – aus heutiger Sicht – nachteilig auf ihr Klangbild auswirkte. 1965 erweiterte die Firma Euler aus Hofgeismar das Werk auf 38 klingende Register. Bereits vor mehreren Jahren hat die Evangelische Kirchengemeinde Katernberg damit begonnen, die Orgel schrittweise zu renovieren und wieder auf ihre ursprüngliche Disposition von 1901 zurückzuführen; das Eulerwerk aus dem 1965 soll dabei erhalten bleiben – ein Projekt, das die Stiftung Orgelklang im vergangenen Jahr gefördert hatte. Mehr Informationen über die Renovierung und alle Konzerttermine stehen auf der Homepage www.sauerorgel-bergmannsdom.de.

Stichwort: Stiftung Orgelklang

Die Stiftung Orgelklang ist eine kirchliche, nicht rechtsfähige Stiftung mit Sitz in Hannover. Zweck der Stiftung ist es, die Erhaltung und Wiederherstellung von historischen Orgeln in evangelischen Kirchengebäuden in ganz Deutschland zu fördern. Dieses Ziel wird insbesondere verwirklicht durch die Gewährung von Zuschüssen für die Sicherung, Sanierung und Renovierung erhaltenswerter Orgeln; eine organisatorische und verwaltungsmäßige Beratung der Kirchengemeinden bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Maßnahmen; eine breite und vielfältige Öffentlichkeitsarbeit in der Form von Medienkampagnen, Informations-, Kommunikations- und Bildungsarbeit; sowie den Aufbau und die Betreuung von Förderkreisen. Im vergangenen Jahr konnte die Stiftung Orgelklang zwanzig Förderzusagen für die Erhaltung historischer Orgeln in Deutschland geben. Internet: www.stiftung-orgelklang.de.
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